Ein aufwändiges und gelungenes Bühnenprogramm
Den Narren bleibt nichts verborgen

Biberschwanz
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  • Foto: Den Dackelorden der Narrenvereinigung gab von Landschaftsvögtin Ulrike Wiese an Peter Kaschner für unermüdlichen Einsatz. swb-Bild: ar
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Bietingen (ar). Geflüstert wird hier gewiss nicht – auch wenn es der Name des Bietinger bunten Abends nahelegt. Beim Biberschwanzgeflüster der Narrenzunft Biberschwanz in Bietingen wurde wieder an zwei Abenden fast ausverkauften Bietinger Turnhalle lautstark gelacht und gefrotzelt.

Getreu dem Motto „Humor isch, wenn ma über sich selber au lache ka,“ berichtete der Rotschrieber Siggi Mayer, wer im Dorf im letzten Jahr wieder welchen Mist verzapft hat. Schon seit 42 Jahren bleibt ihm kein Geschehnis im Dorf verborgen: „Verzellet’s mir, denn ich kann schweigen. Und wenn ich’s Mul it halte ka, denn kunnts a de Fasnet, des isch klar“. Der Kracher war ein während der Fahrt auf ein Auto gefallenes „Dixie-Klo“. Heiter reimend beschrieb er den Vorfall, der für einen Bietinger bittere Realität wurde – spätestens bei dieser Geschichte blieb kein Auge mehr trocken.

Über sich selbst lachen konnten auch die 16 Biberfrauen: Bei einer heiteren Bustour mit flotten Trinksprüchen nahmen die 16 Biberfrauen sowohl sich selbst als auch die Gottmadinger und Schweizer Nachbarn aufs Korn. Auch die Ansage von Alexandra Graf und Stefanie Liehn führte informativ und humorvoll durchs Programm.

Eine herrlich authentische Darstellung lieferten die Männer des Elferrats mit ihrer Version der „Schwarzwaldklinik“. „Täglich drei Zäpfle“ verschrieb Dr. Knobi alias Jürgen Knoblauch seinem Patienten, der unter der Diagnose „Närrischer Ohrwurm“ leidet. Damit, dass Schwester Hildegard alias Stefan Schillinger dem Patienten drei Flaschen des Rothauser Biers mitgibt, hat wohl keiner gerechnet.

Weltpolitische Themen hingegen brachten die „Giftspritzer“ auf die Bietinger Bühne. Das als Bietinger Export über den Hegau hinaus gefragte Musikkabarett alias Bernhard Weber, Siggi Mayer, Wolfgang Kramer und Sepp Leitner frotzelte über „Heidis Tokyo-Boy“ und „AKK“.

Um den Bühnennachwuchs brauchen sich die Bietinger übrigens auch nicht sorgen: die jugendlichen Biberfänger erzählten ihre Geschichten aus der Fahrschule und lieferten einen humorvollen Bericht über die Bietinger Straßenverkehrsverstöße im vergangenen Jahr.

Langjährige Bühnenerfahrung dagegen haben die Bietinger „Hauruck Holzer“: anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums ließen es sich die erfahrenen Bühnenperformer nicht nehmen, ein „Best-Of“ ihrer bisherigen Auftritte zu liefern. Ganze sieben Auftritte der vergangenen Jahre brachten sie auf die Bühne – teils live, teils als Film auf der Leinwand.

Für noch mehr Stimmung in der Bietinger Halle sorgten außerdem die Tanzgruppe „Groove“ und die Hexengruppe „Kuba-Hexen“ mit flotten Tänzen. Musikalisch unterhielt der Musikverein Bietingen.

Eine besondere Überraschung erlebte Zunftmeister Peter Kaschner zu Beginn des Programms am Samstag: Landvögtin Ulrike Wiese übergab ihm im Namen der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee den „Dackelorden“ – eine besondere Auszeichnung für seine 15-jährige Tätigkeit als Zunftmeister. Die verdienten Narren, Nicole Brachat, Alexandra Graf und Stefanie Liehn, wurden beim Bietinger Narrengericht mit dem Biberschwanz, dem höchsten Orden der Narrenzunft, ausgezeichnet. Den Biberorden bekam Michael Weber überreicht. Zunftmeister Peter Kaschner lobte außerdem den hohen Arbeitsaufwand des Regieleiters Florian Lehmann.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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