Ostern 2014 / Nachdenken über demokratischere Kirchengemeinden und Mitgestaltung
Ein Neustart mit richtiger Nachhaltigkeit

  • Foto: Pfarrerin Stefanie Hasenbrink feiert mit Kindern im Ostergarten die Auferstehung. Die Ausstellung in Gottmadingen zog in einer Woche über 500 Besucher an. swb-Bild: of
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Gottmadingen/Hegau (of). Ostern ist das Fest des Neubeginns. Jedes Jahr von neuem. Dieses Jahr ist rund um das Fest der Auferstehung wirklich etwas Neues passiert. In Gottmadingen haben sich die Katholiken, die Evangelischen, Gemeindemitglieder der Freikirchlichen Gemeinde und der Nazarener zusammengesetzt, um die Idee des Ostergartens in die Tat umzusetzen. Über 500 Besucher wurden für die vielen Führungen bis zum letzten Sonntag in der Fahr-Kantine gezählt. Sie konnten in den völlig umgebauten Räumen die letzten Stationen des Leben Jesu Christi bis hin zu seiner Auferstehung miterleben und ein Stück weit in das Gefühl der Zeit »damals« eintauchen, die das Leben auf der Erde nachhaltig verändern sollten. Das wird als ein sehr großer Erfolg gesehen, der wahrscheinlich auch Folgen hat. Schließlich stecken in dieser Aktion »Ostergarten« doch rund eineinhalb Jahre an Vorbereitung.
In der freien evangelischen Gemeinde in Singen (Feldstraße, www.feg-singen.de/ostergarten/) kann man diesen Ostergarten noch bis zum Ostersonntag, 20 April, erleben. Dort wird er auch eine wichtige Rolle im Ablauf des Festes spielen.
Die neue evangelische Pfarrerin in Gottmadingen, Stefanie Hasenbrink (sie teilt sich die Stelle mit ihrem Mann Matthias) hat mehrere Führungen in diesem Ostergarten während der Ausstellungswoche gegeben. Es ist ihr erstes Osterfest hier im Hegau und wird für die Gemeinde auch mit einigen ersten Veränderungen verbunden sein. Zum Beispiel, dass der »Ostergarten« auch nach seinem offiziellen Ende ein Stück weit seine Fortsetzung in der Lutherkirche findet. »Der Raum mit dem letzten Abendmahl war ein Beitrag unserer Gemeinde für den Ostergarten«, so Stefanie Hasenbrink. Er wird für den Gottesdienst am Gründonnerstag (im Gemeindesaal, 19 Uhr) nun den Rahmen liefern.
Ostern soll nach der Zeit der Vakanz in der Gemeinde auch für die Konfirmanden auf besondere Weise erlebbar werden. Die dürfen hier in Gottmadingen nämlich in der Nacht auf Ostersonntag im Kirchengebäude übernachten. Dass diese eine kurze Nacht wird, ist schon fast garantiert. Denn um 5.30 Uhr startet bereits die »Osternacht«, jener Augenblick als eben die ersten Zeugen des Wunders dieser Nacht gewahr wurden. Auch in die Gestaltung des Karfreitags-Gottesdienstes werden die Konfirmanden aktiv mit ins Geschehen einbezogen.
Ostern hat symbolisch immer mit den Steinen zu tun, die weggerollt werden um die Welt für Neues zu öffnen. In der evangelischen Gemeinde Gottmadingen wurde mit einer neuen Entwicklung schon mit dem Jahresbeginn in einer Klausurtagung begonnen, berichtet Stefanie Hasenbrink. Die vielen neuen Kirchengemeinderäte sollten nach der letzten Wahl zueinander finden. »Es soll auch ein Prozess der Demokratisierung in Gang gesetzt werden«, wünscht sich die Pfarrerin, die die letzten Jahre in den USA im Dienst gewesen ist. »Wir merken, dass es in der Gemeinde doch eine Offenheit dafür gibt.« Der Prozess bedarf felich nicht nur der Offenheit, es hängt auch von der Beteiligung ab. »Dafür suchen wir noch ganz viele Menschen, die sich vorstellen könnten, sich in verschiedene Ausschüsse einzubringen, um an einem »Leitbild« zu arbeiten und mit zu beraten.«

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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