UGG zieht sich zurück
Die Pläne für den Glasfaserausbau in Hilzingen sind geplatzt
- Das war's erstmal für den Glasfaserausbau in Hilzingen. Das Unternehmen "Unsere Grüne Glasfaser" gibt auf ihrer Internetseite bekannt, dass es den Ausbau nicht durchführen kann. Die Gemeinde erfuhr davon erst durch eine Presseanfrage.
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Hilzingen. Es ist bereits zu erahnen gewesen, nun ist es Sicherheit: Der Glasfaserausbau in Hilzingen wird nicht wie geplant umgesetzt werden können. Das Unternehmen "Unsere Grüne Glasfaser" (UGG) hat sich aus dem Projekt zurückgezogen.
Besonders ärgelich für die Gemeinde: Es gab dazu im Vorfeld keine Kommunikation. Er selbst habe davon erst durch eine Interviewanfrage erfahren, berichtete Bürgermeister Holger Mayer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Das sei im bis dato unbekannt gewesen. Aber: "Es steht auf der Internetseite."
UGG vetröstet auf nach Gespräch mit der Gemeinde
Tatsächlich räumt die UGG auf ihrer Webseite das Aus für den Ausbau in Hilzingen ein. "Leider werden wir den Glasfaserausbau in Ihrer Gemeinde nicht wie angekündigt durchführen können", heißt es dort. Der gewählte Internetanbieter werde in Bezug auf abgeschlossene Verträge "zu gegebener Zeit" informieren.
Eine schriftliche Anfrage des WOCHENBLATTs blieb seitens der UGG weitestgehend unbeantwortet. Auf die Frage, ob sich die UGG tatsächlich aus Hilzingen zurückzieht und wie das begründet wird, wurde nicht eingegangen. Stattdessen verwies ein Unternehmenssprecher auf einen Termin, der am 28. April mit Bürgermeister Mayer stattfinden soll und in dem der Gemeinde die Pläne erläutert werden sollen. "Im Anschluss informieren wir gerne ausführlich die Presse."
Gemeinde sieht keine zukünftige Zusammenarbeit
Für Bürgermeister Mayer ist das ein klares Zeichen dafür, dass der Glasfaserausbau in Hilzingen nicht von der UGG umgesetzt werden wird und er macht kein Geheimnis ob seiner Enttäuschung - insbesondere hinsichtlich der Kommunikation. "Ich finde es sehr schade, wie das abgelaufen ist", sagt er dem WOCHENBLATT. Er sei seinerseits stets um eine konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit bemüht. "Im Gegenzug erwarte ich Offenheit." Stattdessen sei er von der UGG immer wieder vetröstet worden und am Ende habe es gar keine Rückmeldung mehr gegeben. "Die Bürgerinnen und Bürger sind enttäuscht", so der Bürgermeister. "Und das zurecht." Denn es sei viel Werbung gemacht und Erwartungen geweckt worden. Die Geduld am Ende aber nicht belohnt worden.
Holger Mayer rechnet nun damit, dass der Rückzug von UGG bei dem angesetzten Termin offiziell mitgeteilt wird. Aber auch wenn dies nicht der Fall sein sollte, wenn es um weitere Verzögerungen geht, sieht der Bürgermeister keine Zukunft mit der UGG. "Wir wollen nicht wieder vertröstet werden", sagt er. Zumal er das Vertrauensverhältnis als zu beschädigt ansieht. "Ich gehe davon aus, dass der Gemeinderat die Absichtserklärung dann aufkündigen wird."
Das bedeutet natürlich nicht, dass das Thema Glasfaser für Hilzingen vom Tisch ist. Bürgermeister Mayer hat bereits angekündigt, in Gespräche mit dem Unternehmen Stiegeler, das den Glasfaserausbau in Binningen vollzogen hat, und anderen potenziellen Anbietern zu gehen. Ob und wie eine Übernahme dann ablaufen kann, könne er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. "Dafür ist es noch zu früh."
Autor:Tobias Lange aus Singen |