Starker Standort Hilzingen
Das kurze Leben der Randenbahn und des Bahnhof Hilzingen

Ab November 1951 wurde auf der Strecke der Randenbahn auch ein Schienenbus eingesetzt – hier im Bahnhof Hilzingen. | Foto: Georg Schwach, in „Hilzingen – Geschichte und Geschichten – Band 2“.
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  • Ab November 1951 wurde auf der Strecke der Randenbahn auch ein Schienenbus eingesetzt – hier im Bahnhof Hilzingen.
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Hilzingen. Die Reaktivierung von stillgelegten oder nur eingeschränkt genutzten Bahnstrecken: Das ist Ziel des Landes Baden-Württemberg. Vielleicht hätte davon auch die Gemeinde Hilzingen profitiert – wenn die dortige Bahnstrecke nicht einen so deutlichen Schlussstrich erfahren hätte.

Denn zwischen den Jahren 1913 und 1966 gab es eine Zugstrecke zwischen Singen und Beuren am Ried, dem heutigen Ortsteil der Nachbarstadt Tengen. Wie ein entsprechender Beitrag von Georg Schwach im zweiten Band von „Hilzingen – Geschichte und Geschichten“ berichtet, stand diese Gleisverbindung im Zusammenhang mit der Entwicklung der Stadt Singen zur Industriestadt. Schon damals, vielleicht damals insbesondere, hieß die Anbindung an die Bahn Wohlstand. Nicht an einer Gleisstrecke zu liegen, hieß wiederum (wirtschaftlich) abgehängt zu sein.

Der Wunsch nach einer „Randenbahn“, die Singen und Tengen verbinden sollte, bestand schon seit den 1850ern. 1908 dann kam die Zustimmung des Großherzogtums Baden zu dem Vorhaben – allerdings lediglich für eine Strecke mit Halt in Singen-Hilzingen-Riedheim-Storzeln-Binningen-Beuren. Eine Verlängerung über Büßlingen nach Tengen wurde aus Kostengründen nicht umgesetzt.
Zunächst wurde die Randenbahn sowohl für den Passagier-, als auch für den Güterverkehr gut genutzt. Letzterer sei beispielsweise zwischen 1957 und 1965 „auf gleich niedrigem Niveau“ geblieben, mit circa 7.000 bis 9.000 beförderten Tonnen pro Jahr, so der Rückblick auf das kurze Leben der Randenbahn in „Hilzingen – Geschichte und Geschichten Band 2“. Weiter wird eine Bahnhofsstatistik aus 1958 angeführt. Innerhalb dieses Jahres seien in Hilzingen 185 Güterwagen abgefertigt worden. Demnach erhielt der Ort durchschnittlich jeden zweiten Werktag einen Güterwagen.

Allerdings nahm insbesondere die Zahl der Passagiere in der Randenbahn nach 1953 stark ab. Sie halbierte sich beinahe, von durchschnittlich 493 Reisenden pro Werktag (1953) auf durchschnittlich 255 Reisende pro Werktag 1966. Bereits 1959 stand eine Stilllegung der Bahn im Raum, der schließlich 1966 Taten folgten: Der Zugverkehr auf der Strecke wurde eingestellt. Nur ein Jahr später wurden die Gleise wieder aus dem Boden gerissen.

Heute lassen sich von der Randenbahn teils noch Spuren im Gelände erahnen, vereinzelt sind Brücken übriggeblieben. So bleibt es aber bei einer vergleichsweise kurzen Epoche von 50 Jahren, in denen Hilzingen per Gleis erreichbar war.

Ab November 1951 wurde auf der Strecke der Randenbahn auch ein Schienenbus eingesetzt – hier im Bahnhof Hilzingen. | Foto: Georg Schwach, in „Hilzingen – Geschichte und Geschichten – Band 2“.
Mithilfe von schwerem Gerät wurden die Gleise der Randenbahn 1967 wieder herausgerissen. | Foto: Werner Gönner, in „Hilzingen – Geschichte und Geschichten – Band 2“.
Autor:

Anja Kurz aus Engen

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