HSG-Familie schwimmt weiter auf einer Erfolgswelle
HSG Konstanz wahrt im Vater-Sohn-Duell mit Kantersieg gegen Günzburg weiße Weste

HSG Konstanz wahrt im Vater-Sohn-Duell mit Kantersieg gegen Günzburg weiße Weste
  • HSG Konstanz wahrt im Vater-Sohn-Duell mit Kantersieg gegen Günzburg weiße Weste
  • Foto: Im Bild Joschua Braun vom HSG Konstanz gegen den VfL Günzburg.
    swb-Bild: Peter Pisa
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Konstanz. Auch nach dem Duell mit dem VfL Günzburg feierten die Gelb-Blauen. Trotz früher Roter Karte für Kopf, Spielmacher und Kapitän Tim Bornhauser (25.) explodierte die HSG Konstanz im zweiten Durchgang und überrollte die Gäste schließlich mit 36:22 (15:12). Damit steht die HSG mit nun 14:0 Punkten und dem siebten Erfolg im siebten Spiel an der Tabellenspitze.

Während Jörg Lützelberger seine Mannschaft für ein „wahres Feuerwerk, dass die Jungs abgebrannt haben“ lobte, stapfte Aron Czako schon mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu seiner Familie. Das familieninterne Duell gegen Vater Gabor, der als Trainer für den VfL Günzburg in der sehr stimmungsvollen Schänzle-Hölle zu Gast war, entschied der junge Linksaußen mit acht Treffern als bester Torschütze der Partie und einem deutlichen Erfolg der HSG klar für sich. Am Tag darauf saß die Familie gemütlich zusammen. Gesprächsthema Nummer eins: natürlich Handball. „Die Fans waren der Hammer“, sagte Czako und fügte bescheiden hinzu: „Ich denke das war heute eine ganz gute Leistung von uns.“ Für die erste Hälfte könnte diese Einschätzung für beide Teams gelten. Günzburg hielt forsch dagegen und stellte die HSG mit ihrer 5:1-Deckung immer wieder vor Probleme. Der letzte Spielfluss und Entschlossenheit in der Defensive ging den Gastgeber noch ab. Nach rund zwölf Minuten brachte daher Manuel Riemschneider seine Farben überraschend mit 5:4 in Front. Immer wieder fanden die Schwaben vor allem aus dem Rückraum den erfolgreichen Abschluss. Aron Czako besorgte kurz darauf jedoch durch einen Doppelschlag die erste Zwei-Tore-Führung. Mit dabei: gefühlvolle Heber und Abschlüsse aus schwierigen Winkeln. Mit zum Jubel weit ausgebreiteten Armen lief der ehemalige ungarische Jugend- und Junioren-Nationalspieler wie üblich an der Gästebank vorbei – und an Vater Gabor. Nach 25 Minuten dann jedoch ein großer Schock für die HSG Konstanz: Kapitän, Kopf und Spielmacher Tim Bornhauser musste mit Roter Karte vom Feld. Große Ratlosigkeit über den Grund herrschte nach einem unglücklichen Zusammenprall im Kampf um den freien Ball allenthalben. Er und Pascal Buck waren nach dem freien Ball gehechtet und dabei am Boden kollidiert. Nicht hier, aber später verletzte sich Buck ohne Einwirkung eines Gegenspielers schwer. „Wir wünschen ihm alles Gute“, gab Jörg Lützelberger den Günzburgern mit auf den Weg.

Dennoch konnte Konstanz zur Pause mit drei Toren und einem herrlichen Kempa-Trick von Joschua Braun auf David Knezevic vorlegen. Was nach dem Seitenwechsel geschah, war hochspektakulär. Aus einem zuvor relativ ausgeglichenen Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für die HSG wurde eine richtige Konstanzer Handball-Party, in der die Gäste nicht mehr mitfeiern durften. Innerhalb von acht Minuten erhöhte der nun wie im Rausch agierende Spitzenreiter auf 25:15, Matthias Hild traf nach 43 Minuten gar zum 28:15. „Ein Faktor war die Einwechslung von Maximilian Wolf“, lobte Lützelberger. Der Keeper trug im Zusammenspiel mit einer nun deutlich aggressiveren Deckung großen Anteil daran, dass das Tempospiel so richtig Fahrt aufnahm und die HSG mit spektakulären Schnellangriffen teilweise im Sekundentakt zu wunderbaren Toren kam. Die Schänzle-Hölle kochte, die Fans spendeten minutenlang Standing Ovations. Die Partie war erneut frühzeitig entscheiden. Der Rest war trotz vieler Wechsel – Samuel Wendel fehlte grippekrank und Lukas Köder konnte angeschlagen nur bei Siebenmetern mitwirken – und diverser neuer Spielvarianten ein Schaulaufen der Konstanzer.

„Ein paar Sprüche habe ich mir überlegt“, sagte Aron Czako nach dem Konstanzer Handball-Fest und trug dabei ein schelmisches Grinsen im Gesicht. Vater Gabor dürfte ein schweres Familientreffen bevorstehen. „Ich war bis in die Haarspitzen motiviert. Klar, da will man es natürlich besonders zeigen“, so Aron Czako. „Ich habe mir aber immer wieder gesagt, dass das auch nur ein Handballspiel ist und versucht, mich von den Fans tragen zu lassen.“ Das hat eindrucksvoll funktioniert. Czako: „Am Ende sind wir alle eine Familie und es wird ein cooles Wochenende.“ Nicht nur für die Familie Czako, auch für die HSG-Familie, die weiter auf einer Erfolgswelle schwimmt. Lützelberger brachte die Gefühlslage nach dem Feuerwerk in passende Worte: „Die Mannschaft hat einfach nur Spaß gehabt, stabil verteidigt, ist gerannt und hat einen deutlichen Abstand zwischen der 31. und 40. Minute zwischen uns und Günzburg gelegt.“ Mit Joel Mauch und Joschua Braun konnte auch der Ausfall auf der Spielmacherposition fantastisch aufgefangen werden. „Ein rundum gelungener Abend“, lächelte der 36-Jährige. „Ich bin stolz darauf, dass die Spieler das gegen die 5:1-Deckung mit verhältnismäßig wenigen Fehlern gelöst haben.“ Gute Lösungen, schöne Lösungen nannte der EHF-Mastercoach dies und keiner in der Halle dürfte ihm widersprechen. Diese HSG Konstanz macht gerade einfach nur große Freude.

Quelle: Andreas Joas

- Redaktion

Autor:

Redaktion aus Singen

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