HSG Konstanz gegen SG Leutershausen
"Offensiv schlechteste Saisonleistung"

Niklas Ingenpaß beim Spiel gegen den SG Leutershausen | Foto: Michael Elser
  • Niklas Ingenpaß beim Spiel gegen den SG Leutershausen
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Konstanz. Die Erfolgsserie der HSG Konstanz ist gerissen: Im zehnten Spiel musste sie sich das erste Mal geschlagen geben. In einem zerfahrenen Spiel mit vielen Fehlern auf beiden Seiten behielt die SG Leutershausen mit 28:24 (15:11) die Oberhand. Für die HSG geht es bereits am kommenden Samstag, 20 Uhr, mit dem nächsten Heimspiel in der Schänzle-Hölle gegen den VfL Pfullingen weiter.

Dramatisch hohe Fehlerquote

Über 1200 Fans, eine großartige Kulisse und Stimmung für das Topspiel des ungeschlagenen Tabellenführers HSG Konstanz gegen den Vierten aus Leutershausen – es herrschte Volksfeststimmung in der kochenden Schänzle-Hölle. Doch schon früh im Spiel raufte sich Jörg Lützelberger immer wieder die Haare. Es brodelte im HSG-Coach, der in diesem Moment zu seinen Spielern rief: "Jungs, ich möchte heute gegen Leutershausen, nicht gegen Konstanz spielen." Damit war schon viel gesagt. Positiv war die Abwehrleistung und die wohl beste Vorstellung bisher von Torwart Tom Göres zwischen den Pfosten. Der Einsatz stimmte – der Esprit, das Tempo und die Sicherheit in den eigenen Offensivaktionen fehlte aber allzu oft. Die Fehlerquote auf Konstanzer Seite war dramatisch hoch. Pass- und Fangfehler, Missverständnisse und dann auch noch völlig freistehend vergebene Abschlussmöglichkeiten gaben der Partie einen Drive, den man auf Seiten der Gastgeber eigentlich unbedingt hatte vermeiden wollen. So lief Gästekeeper Sebastian Ullrich, einmal warmgeworfen von den HSG-Schützen, zu großer Form auf und war im Verbund mit der sehr defensiv, mit großen, kräftigen Spielern sehr massiv und robust verteidigenden 6:0-Deckung ein immer schwerer zu knackendes Bollwerk.

"Der Kopf spielt im Sport eine große Rolle"

Bei Konstanz waren es Kleinigkeiten, aber davon viel zu viele, die fehlten. Die letzte Konsequenz, Entschlossenheit, auch die Leichtigkeit und Präzision ging den Gelb-Blauen gegen den massiven Abwehrriegel der Gäste ab. Zwar hatte Michel Stotz seine Farben noch mit 2:1 in Front geworfen – die war jedoch zugleich neben dem 5:4 durch Lukas Köder gegen seinen Ex-Club die erste und vorletzte Führung im gesamten Spiel. Weil aber auch die Gäste von der Bergstraße in der Offensive nicht fehlerlos waren, die HSG-Deckung ebenfalls ordentlich verteidigte und Tom Göres sich ein Duell mit seinem Gegenüber Ullrich lieferte, konnte sich in der ersten Viertelstunde kein Team absetzen (7:7). Auch in der Folge boten die beiden Mannschaften keinen Handball-Festtagsschmaus in einer überaus zerfahrenen Partie – leidenschaftlich und umkämpft war es aber allemal. "Wir haben zu viele Fehler eingebaut, die uns dann auch verunsichert haben", meinte Lützelberger insbesondere zur fehlenden Ballsicherheit. Auf der Gegenseite wuchs das Selbstvertrauen bei der SGL mit zur Pause erstmals auf vier Tore Differenz angewachsen Führung immer weiter. So landeten dann auch einige Rückraumwürfe im Konstanzer Tor, die nicht an jedem Tag so präzise und kraftvoll im Winkel einschlagen wie an diesem. "Der Kopf spielt im Sport eine große Rolle", erklärte der EHF-Mastercoach. Seine jungen Schützlinge wollten es gegen den erfahrenen Kontrahenten vor der großen Kulisse besonders gut machen – und verkrampften dabei. Lützelberger: "Wir müssen mit Begeisterung spielen und mutig vorangehen." Das gelang ohne sechs Spieler wie Luis Foege, Aron Czako, Veit Schlafmann, Janis Boieck, Konstantin Pauli und Samuel Wendel zu selten. Dass einige Spieler noch angeschlagen in die Partie gingen oder zuvor lediglich ein- oder zweimal hatten trainieren können, machte die Aufgabe nicht einfacher.

"Offensiv bisher schlechteste Saisonleistung"

Wie so oft an solchen Tagen fehlte dann auch das nötige Spielglück. So etwa, als Lars Michelberger mit dem Tor zum 20:23 einen 3:0-Lauf perfekt machte und die Schänzle-Hölle Kopf stand. Erst recht, nachdem sich Göres kurz darauf den nächsten Wurf angelte und sich die Chance bot, auf 21:23 heranzukommen. Rund sieben Minuten waren da noch auf der Uhr, genügend Zeit für eine Wende. Doch der herrliche Schlagwurf von Christus Erifopoulos klatschte gegen das Lattenkreuz und von da ins Aus. Sinnbildlich für eine von vielen Szenen, in denen sich die Konstanzer nicht die zweiten Bälle sichern konnten, Gegentore nach Abprallern einfingen, abgefälschte Würfe in das eigene Tor trudelten oder geblockte Bälle fast auf Höhe der "Eckfahne" ins Seitenaus gingen. "Das sind kleine Situationen, in denen wir nicht genug im Moment waren", so der EHF-Mastercoach. "Auf der anderen Seite war es das beste Torwartspiel, das Leutershausen in dieser Saison hatte, unsere Wurfqualität war hingegen nicht ausreichend. Offensiv war das die bisher schlechteste Saisonleistung von uns."

Nächstes Topspiel am 18. November in der Schänzle-Hölle

Die Chance, es vor dem eigenen frenetischen Publikum besser zu machen, bietet sich direkt am Samstag, 20 Uhr, in der Schänzle-Hölle im nächsten Topspiel. Dann kommt es zum Klassiker gegen den VfL Pfullingen.

Autor:

Andreas Joas aus Konstanz

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