HSG Konstanz
Stimmungsvoller erster Test

Foto: André Frensel

Leutkirch/Konstanz. Eine rundum gelungene Veranstaltung war das erste Testspiel der HSG Konstanz im Rahmen des Jubiläumsspieles zu 100 Jahren Handball in Leutkirch gegen die MTG Wangen. Über 400 Zuschauer sorgten für eine tolle Atmosphäre, die HSG konnte insbesondere in Hälfte zwei einen deutlichen Gang zulegen und einen 41:30 (21:16)-Erfolg feiern – nicht zuletzt aber stand die gute Sache im Vordergrund. Zwei Euro jedes verkauften Tickets gingen an das Hospiz in Leutkirch.

Harziger Beginn vor toller Atmosphäre

So gab es am Ende nur strahlende Gesichter. Vor allem, als die Kinder nach dem Schlusspfiff das Spielfeld stürmen durften und sich die Autogramme von Lukas Köder, Michel Stotz, Tom Göres und Co. sichern konnten. Es herrschte bereits Volksfest-Stimmung in Leutkirch, als Lokalmatador MTG Wangen mit der Euphorie des Württembergliga-Aufstieges und die HSG Konstanz sich von Beginn an ein temporeiches, rassiges Match lieferten. Für die Gäste vom Bodensee verlief der Start im ersten Test nach zwei harten Trainingswochen noch etwas harzig. Noch nicht eingestelltes Visier im Abschluss und letzten Pass führten zu einer ausgeglichen Anfangsphase, in der Wangen mit 5:4 vorlegen konnte. Es sollte jedoch die letzte Führung der Allgäuer sein. Danach stabilisierte sich die HSG und konnte ein paar Highlights setzen. Neuzugang Felix Sproß überzeugte mit einer extrem hohen Geschwindigkeit im Eins-gegen-Eins und einem krachenden Unterarm-Schlagwurf, hinten kam Torwart Tom Göres immer besser in die Partie und leitete mit präzisen Pässen schnelle Gegenstoßtore ein. So drehte Konstanz das Match und stellte mit einem 3:0-Lauf auf 7:5.

„Viele gute Sachen“ und überzeugende Neuzugänge

„Positiv“, war dann auch hinterher das Fazit von Head Coach Jörg Lützelberger – allerdings ergänzt um den Zusatz „mit viel zu tun.“ Wenig verwunderlich griff nach dem Umbruch im Sommer mit insgesamt neun Neuzugängen noch nicht jedes Rädchen ineinander. Gute Ansätze gab es dennoch. Insbesondere nach der Halbzeitansprache von Lützelberger in der Kabine. War im ersten Durchgang trotz 21:16-Führung noch einiges an Luft nach oben, so traten die Gelb-Blauen nach dem Seitenwechsel deutlich anders auf. Der HSG-Coach hatte hier „viele gute Sachen“ gesehen, doch „kein Trainer geht komplett zufrieden aus der Halle. Man konnte aber Stück für Stück den Klassenunterschied sehen. Besonders freue ich mich über die Leistung von Tom, nicht nur beim Abwehren der Bälle, sondern auch bei der Gegegenstoßeröffnung.“ Die Pass- und Entscheidungsqualität des Neuzuganges aus Berlin brachte einige leichte Tore ein. Zu Gute kam dem 26-Jährigen dabei die zunehmend cleverer agierende HSG-Deckung. „In einem Testspiel ist es aber so“, erklärte der EHF-Mastercoach, „dass wir die gefundene Formation, die super spielt, nicht durchlaufen lassen, um nochmal fünf Tore mehr Unterschied im Ergebnis zu haben.“ Stattdessen wechselte er munter weiter durch, um die Belastung zu verteilen und allen die Chance zu geben, sich zu zeigen. Dies gelang dem neuen Linksaußen Maxim Pliuto mit fünf Treffern bei fünf Würfen hervorragend. Sproß hatte ohnehin schon die Ausstrahlung eines Führungsspielers, aber auch Youngster Mathieu Fenyö konnte sich mit zwei Treffern und schönen Anspielen zum Kreis und auf Außen empfehlen.

„Wir können da ganz viel rausziehen und mitnehmen“

So konnten die Gelb-Blauen in ihren neuen Trikots zu Beginn der zweiten 30 Minuten sofort auf 28:19 stellen. Beim 37:25 betrug der Vorsprung zwölf Tore. Dabei streute die HSG noch Highlights wie einen Kempa-Trick, Heber und Dreher mit ein. Kreisläufer Niklas Ingenpaß wurde hier oft gut in Szene gesetzt. Zum Schluss durften sich auch noch die U23-Talente Noah Frensel und Jens Koester beweisen. „Wir können da ganz viel rausziehen und mitnehmen“, lächelte Lützelberger. „Zu Beginn hätte ich mir einen konzentrierteren und galligeren Start gewünscht. Daran habe ich die Jungs in der Halbzeit auch nochmal erinnert. Dann gab es die Phase zwischen der 33. und 43. Minute, in der wir wirklich dominant waren. Es war schön, Teil der Feierlichkeiten zu einem besonderen Jubiläum und für die gute Sache zu sein.“ Seinen Ausklang fand der Abend bei einem Grillfest bei Familie Lützelberger in Lindau. Kommende Woche testet die HSG Konstanz gleich zweimal erneut auswärts. Am Freitag im Rahmen des Freiburger Handball-Festes als „Highlight-Spiel“ um 19 Uhr gegen den TV Willstätt aus der Oberliga und am Samstag, 19.30 Uhr, als Höhepunkt des Stirner Handball-Cups in Obersulm gegen Zweitligist SG BBM Bietigheim.

Autor:

Andreas Joas aus Konstanz

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.