Kurze Wege, Millimeterarbeit und Maschinen
Handwerk in einem mittelständischen Unternehmen
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Ein unscheinbarer Anbau an ein Wohnhaus fällt zuerst auf, wenn man den Hauptsitz von RIE-TECH im kleinen Orsingen-Nenzingen betritt. Dort werden Schleifringkörper hergestellt, für die Zerspanungsmechaniker teils auf den Millimeter genaue Bauteile bearbeiten. So präzise, dass die eigenen Hände an ihre Grenzen kommen und Maschinen für die Arbeitsschritte programmiert werden müssen, was mittlerweile auch zum Beruf gehört.
Schleifringkörper sorgen für die Übertragung von Strom, Daten und Signalen von einem feststehenden Bauteil auf ein rotierendes Teil. Da sie je nach Bestellung in Größe, Anzahl und seltener auch Material variieren, müssen die Mitarbeiter einen flexiblen Umgang in ihrem Handwerk beherrschen.
Millimetergenauigkeit durch CNC-Werkzeugmaschinen
Die Zerspanungsmechaniker des Unternehmens stellen dafür aus Rohmaterialien die Präzisionsbauteile der Schleifringkörper her. Teils mit millimetergroßen Anpassungen. Die Auszubildenden lernen dafür Verfahren wie Drehen, Bohren, Fräsen oder Schleifen. RIE-Tech verwendet unter anderem Aluminium, Edelstahl und Kunststoffen. Die Kenntnisse der Eigenschaften unterschiedlicher Materialien sind wesentlicher Bestandteil des Fachwissens der Zerspanungsmechaniker.
Um auch kleinste Änderungen vorzunehmen, werden nicht nur Werkzeuge, sondern auch sogenannte Computerized-Numerical-Control-(CNC)Maschinen verwendet. Die Verwendung und damit auch Programmierung dieser Präzisionswerkzeugmaschinen ist ebenfalls Teil der Ausbildung: „Das lernen die Auszubildenden bereits in den ersten beiden Ausbildungsjahren, aber gerade im dritten Ausbildungsjahr wird, das nochmal vertieft“, sagt RIE-TECHs Personalleiter, Felix Baumert. Die Maschinen übernehmen Arbeitsschritte in einer Präzision und Schnelligkeit, die von Hand so nicht machbar sind.
Kurze Wege zu den Fertigungsmechanikern
Wenige Räume weiter setzen Fertigungsmechaniker einzelne Bauteile zusammen. Das wird mit Schrauben oder auch Lötkolben gemacht. Auszubildende dieses Berufs lernen unter anderem die Montage von Bauteilen durch verschiedenste Methoden und Werkzeuge, Montageabläufe, die Qualitätssicherung und den Umgang mit technischen Zeichnungen.
RIE-TECH setzt auf Gold bei den Verbindungsstellen der Schleifringkörper. Das sorgt für die konstanteste Übertragung, sagt Geschäftsführer Marian Riegger. Dafür müssen millimetergroßen Goldplättchen und -ringe auf die Verbindungsstellen an die rotierenden Bauteile des Schleifringkörpers gelötet werden.
Marian Riegger legt Wert darauf, dass alle Mitarbeiter mal eine kurze Zeit in anderen Abteilungen arbeiten, um die die kurzen Wege im Unternehmen für Synergieeffekte zwischen den Teams und den Produktionsabläufen zu nutzen. „So sehen die Zerspanungsmechaniker unter anderem, welchen Unterschied ihre präzisen Vorgänge in der Fertigung machen“, sagt Felix Baumert. RIE-TECH schreibt aus ähnlichen Gründen Ausbildungsplätze versetzt aus. "So können Auszubildenen im ersten Lehrjahr von den Erfahrungen der Auszubildenden im zweiten Lehrjahr profitieren, sagt Marian Riegger.
Die Bauteile werden von dem mittelständischen Unternehmen mit rund 48 Mitarbeitern in Orsingen-Nenzingen geplant, gefertigt und weiterentwickelt. Manche Testmaschinen laufen dafür täglich über Jahre hinweg. So bleiben Erkenntnisse und die Mitarbeiter auf dem neusten Stand.
Autor:Sebastian Ridder aus Konstanz |