Mettnauer gerieten aufgrund eines anonymen Tipps eines Mitglieds ins Visier der Fahnder
FC Radolfzell zieht Schlussstrich unter Zollfahndung

FC Radolfzell Jahreshauptversammlung
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  • Foto: Sportlich lief es beim FC Radolfzell in der abgelaufenen Spielzeit wirklich rund: Die Mettnauer wurden Dritter in der Verbandsliga.swb-Bild: ts/Archiv
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Radolfzell. Der FC Radolfzell blickt nach der Zollfahndung von vor drei Jahren, endgültig nach vorne. Wie Oliver Preiser, Vorstandsvorsitzender der Mettnauer, auf der Jahreshauptversammlung im Clubheim erklärte, habe man die Kontrollen gut weggesteckt und die Finanzen wieder fest im Griff. Mitte des kommenden Jahres peile man eine schwarze Null an, wie Preiser im Gespräch mit dem WOCHENBLATT betonte.
Dennoch, die Zollfahndung hat beim FCR ihre Spuren hinterlassen - auch bei Preiser und seinen Vorstandskollegen Heiko Schwarz und Karl Beierer selbst. Das Trio wurde im Zuge der Ermittlungen zu einer Geldstrafe verurteilt, entkam einer Vorstrafe nur durch eine außergerichtliche Einigung.
Auch die Tatsache, wie die Zollfahnder auf den FC Radolfzell aufmerksam gemacht wurden, traf Preiser und sein Vorstandsteam hart. »Nicht wegen dem FC Singen und auch nicht wegen einer stichprobenartigen Kontrolle, bei der zwei sehr kleine Auffälligkeiten erkannt wurden, kamen wir ins Visier der Fahnder. Nein, wir wurden von einem uns sehr nahestehenden FC-Mitglied anonym angezeigt«, verriet Preiser. Der Zorn und auch eine Spur Traurigkeit ob dieser Tatsache, spiegelt sich dabei in Preisers Ausführungen wieder. »Ich war geschockt«, gibt der FC-Chef unumwunden zu. Auch weil die Vorwürfe des FC-Mitglieds teilweise an den Haaren herbeigezogen waren. Prei-ser räumte ein, etwa Fehler bei den Kilometerabrechnungen der Spieler gemacht zu haben.
Die Vorwürfe, Preiser hätte den Spielern Schwarzgeld ausgezahlt, das er selbst aus einem Privatkredit finanziere, oder dass Spieler aus Konstanz mit dem Bus zum Training fahren und dennoch die Fahrtkosten privat abrechnen, macht den FC-Vorstandsvorsitzenden sprachlos. Preiser selbst, der auf der Jahreshauptversammlung einstimmig wiedergewählt wurde, gibt aber auch eine Warnung an andere Vereine aus: »Die Trefferquote bei einer Zollfahndung in einem Verein wird sehr, sehr hoch sein. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, und die Fahnder sind hier gnadenlos«.
Doch mit diesem abschließenden Statement sollen die alten »Zoll-Zöpfe« nun endgültig abgeschnitten werden. Stattdessen will man beim FCR nach vorne blicken. Auch weil wichtige Projekte anstehen, wie etwa der Neubau des Clubheims. Eine externe Kostenberechnung für das Projekt wird den Verein rund 80.000 Euro kosten. Zu viel für den FCR. Deshalb wolle man mit der Stadt in Verhandlung treten, dass man sich die Kosten teile, die Stadt die anfallende Summe aber erst einmal vorfinanziert.
Auch sportlich lief es bei den Mettnauern rund. Die erste Mannschaft wurde in der Verbandsliga Dritter und stellte mit einem Altersdurchschnitt von rund 21 Jahren wohl die jüngste Mannschaft der Liga. Dies soll auch in Zukunft so bleiben, denn der FCR setzt weiterhin auf Spieler aus der eigenen Jugend. Zudem hat mit Coach Steffen Kautzmann ein junger, engagierter Trainer mit »Stallgeruch« seit Ende der Rückrunde das Sagen auf der Bank.
Dass der FCR über eine große Anzahl an vereinstreuen Unterstützern bauen kann, wurde bei den anschließenden Ehrungen deutlich:
Für ihre 40-jährige Mitgliedschaft wurden Volker Bingger, Klaus-Peter Schnitte, Sven Beierer, Werner Sieber, Andreas Uhl und Ilila Tododorvic ausgezeichnet. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Ralf Krüger und Ernst Mayer geehrt.

- Matthias Güntert

Autor:

Redaktion aus Singen

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