Starkregen, Überflutungen und Sperrungen
Über 700 Einsätze nach Unwetter im Landkreis
- Die Feuerwehr Singen musste auch überschwemmte Wiesen abpumpen, weil die Wassermassen gegen Häuserwände drückten oder drohten einzulaufen.
- Foto: Feuerwehr Singen
- hochgeladen von Sebastian Ridder
Landkreis Konstanz. Straßen, Zugstrecken, Teile der Höri und unzählige Keller - sie alle wurden von Wasser überflutet und teils verwüstet, als am Donnerstag, 21. August, Starkregen im Landkreis Konstanz für hunderte Feuerwehreinsätze sorgte. Straßen und einige Keller haben sich bis heute noch nicht erholt. Welche Ausmaße haben die Einsätze angenommen?
Höri, Moos und Radolfzell besonders betroffen
Die Feuerwehren und technischen Hilfwerke waren auf über 700 Einsätzen am Donnerstag unterwegs, laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes Konstanz. Weiter heißt es, dass über 400 Einsatzkräfte bis in die Nacht im Einsatz waren. Die Region Höri mit Moos und Radolfzell waren laut der Mitteilung besonders betroffen, doch Hochwasseralarm galt ebenfalls für Singen, Öhningen, Allensbach, Reichenau und Konstanz, so Pressesprecherin Marlene Pellhammer in der Mitteilung.
Wie der Kommandant der Feuerwehr Singen, Mario Dutzi erklärt, gab es im Raum Singen vor allem Einsätze in Bohlingen - rund 30 laut Dutzi. Dazu kamen noch etwa sechs Einsätze in der Stadt Singen, so Dutzi weiter. Dabei handelte es sich laut ihm aber in erster Linie um Bewohner, bei denen Wasser in den Keller gelaufne ist, oder das zumindest drohte. 100 Einsatzkräfte waren dafür von der Feuerwehr Singen im Einsatz, laut Dutzi. Vier davon haben die Feuerwehren in Moos mit zwei Fahrzeugen und Schmutzwasserpumpen bis 23 Uhr unterstützt. " Unser Schwerpunkt lag auf Bohlingen. Wir waren aber nicht so stark betroffen, wie die Gemeinden Radolfzell und Moos", so Dutzi.
Welche Straßen sind wieder befahrbar?
Dort sorgten die Wassermengen unter anderem auch für Überschwemmungen auf Straßen. Insgesamt wurden sechs Straßen laut der Pressemitteilung des Landratsamtes gesperrt: So auf der Landesstraße 192 zwischen Moos und Iznang sowie auf den Kreisstraße 6168 bei Langenrain und der 6160 zwischen Bankholzen und Weiler, der Landesstraße 220 zwischen Rickelshausen und Böhringen sowie auf der Kreisstraße 6170 zur Anschlussstelle and die B 33 und auf der Kreisstraße 6100 in Dettelbach.
Drei der Straßen sind mittlerweile wieder befahrbar, wie es in der Pressemitteilung heißt. Darunter die L 192, die K 6168 und die K 6160. Auf der Landesstraße 220 bei Rickelshausen und der Kreistraße 6170 bei Allensbach finden derzeit noch Aufräumarbeiten statt, heißt es weiter. Die Kreisstraße 6100 bei Dettelbach hingegen bleibt vorerst gesperrt, da sie durch Böschungsrutsche und Schäden im Asphalt beeinträchtigt ist.
Zudem musste die Bahnstrecke zwischen Radolfzell und Stahringen wegen der Wassermassen gesperrt werden. Laut Onlinedienst der Deutschen Bahn bleibt die Strecke auch vorerst mindestens bis in die Nach von Dienstag 16. August auf Mittwoch, den 27. August gesperrt. Aktuell gibt es einen Ersatzverkehr mit drei Bussen im Pendelverkehr zwischen Ludwigshafen und Radolfzell mit Unterwegshalt in Stahringen laut der Internetseite der DB. Für morgen soll laut der Seite in Kürze eine Bekanntgabe zu Ersatzverkehr vermeldet werden.
Ein Verletzter, ein Ölteppich und bis zu ein Meter Wasser
Der Starkregen führte laut einem Pressesprecher der Polizei insgesamt zu vielen Wassereinbrüchen in Kellern, Verkehrssperrungen, einer verletzten Person und einem größeren Ölteppich im Hafen von Moos. In wenigen Fällen stand Wasser bis zu einem Meter hoch in Kellern der betroffenenden Anwohner, so der Polizeisprecher. Die verletzte Person ist eben wegen eines Wassereinbruchs gestürzt, habe sich aber nur leicht verletzt, so der Pressesprecher weiter. Die Ursache für den Ölteppich ist bisher noch ungeklärt, sagt der Pressesprecher, um das Öl kümmerte sich unter anderem die Wasserschutzpolizei.
Autor:Sebastian Ridder aus Konstanz |