Zweiter Existenzgründerpreis
Wirtschaftsregion Hegau belohnt erneut Gründergeist
- Im Existenzgründerpreis sehen Frank Harsch (links, Bürgermeister in Engen) und Peter Freisleben (rechts, Wirtschaftsförderer in Engen) eine Möglichkeit, die blühende Wirtschaftsregion Hegau zu fördern und zu präsentieren.
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Hegau/Engen. Neugegründete Unternehmen werden zumeist mit Startups, Künstlicher Intelligenz, Großstädten und Universitäten assoziiert. Dass auch der Hegau als ländliche Region einiges an Innovation und Unternehmergeist zu bieten hat, soll der Existenzgründerpreis Hegau im Jahr 2026 erneut unter Beweis stellen.
Ab dem 1. Mai beginnt die Bewerbungsphase für die Ausschreibung des Wirtschaftsfördervereins (WFV) Hegau, die dann bis zum 31. August offen ist. Angesprochen sind Neugründungen oder Unternehmen, die an einen Nachfolger übergeben wurden, und die ihren Firmensitz in einer der Mitgliedskommunen des WFV Hegau - Aach, Engen, Mühlhausen-Ehingen, Tengen und Hilzingen - haben. Gründung oder Übernahme müssen im aktuellen Ausschreibungszyklus zwischen dem 1. Januar 2022 und dem 31. Dezember 2025 erfolgt sein.
Die Bewerbung besteht aus zwei Bausteinen: einem Nachweis der Existenzgründung oder Geschäftsübernahme und einem dreiseitigen Bewerbungsformular. In Letzterem werden Angaben zur Person und dem Unternehmen abgefragt, aber auch offene Fragen gestellt, etwa zur Motivation hinter der Gründung oder der größten Herausforderung bisher. So sollen die Bewerberinnen und Bewerber die Jury von sich überzeugen. Das Formular kann auch online ausgefüllt werden unter www.egp-hegau.de
Eine Ausschreibung, die alle anspricht
„Wir sprechen wirklich alle Existenzgründer an“, ermutigt Engens Wirtschaftsförderer Peter Freisleben potenzielle Bewerberinnen und Bewerber. „Der Frisör hat genauso eine Chance, wie ein Hightec-Unternehmen.“ Die eingegangenen Bewerbungen werden von einer Jury aus den Reihen des WFV gesichtet und jeweils individuell eine Art Rangliste erstellt. Anschließend diskutieren die Jurymitglieder gemeinsam und legen eine abschließende Platzierung fest.
„Wenn hier jemand etwas gründet, wollen wir das hoch anerkennen“, meint auch Engens Bürgermeister Frank Harsch. Gründungen seien heute alles andere als erwartbar, daher sei es umso wichtiger, sie zu unterstützen. Über einen Mangel bei den Bewerbungen angesichts der schwierigen Wirtschaftslage macht sich Peter Freisleben indes wenig Sorgen: „Man hat mehr Existenzgründungen, wenn es wirtschaftlich nicht so gut läuft.“
Unter 15 zugelassenen Bewerbungen konnte sich im Jahr 2023 das Engener Unternehmen Airnorm durchsetzen. Reiner Riedle, Geschäftsführer der Firma, die Lüftungsanlagen für Industrie- und Lagerhallen erstellt und modernisiert, meint rückblickend: "Für uns war der Existenzgründerpreis eine Bestätigung von 'außen', dass wir mit unserem Weg richtig liegen."
Weiterhin hebt er die Möglichkeit hervor, sich den lokalen Firmen als "die Menschen hinter dem Unternehmen" zu zeigen. Statt eines Preisträgers, wie bei der ersten Ausschreibung des Preises im Jahr 2023, werden 2026 die drei überzeugendsten Gründungen und Übernahmen ausgezeichnet. Der erste Platz erhält 2.000 Euro Preisgeld plus Werbeleistungen im Wert von 1.650 Euro. Der Zweitplatzierte erhält 1.000 Euro, der Drittplatzierte wiederum 500 Euro.
Die Preisverleihung werde voraussichtlich im Oktober stattfinden, kündigt der Wirtschaftsförderer an. Künftig solle der Existenzgründerpreis Hegau alle zwei Jahre und im jährlichen Wechsel mit der Tischmesse in Engen durchgeführt werden.
Autor:Anja Kurz aus Engen |