Schloss Blumenfeld
Das "Hegau-Heimspiel" sorgte für großen Andrang beim Hofkonzert
- Foto: Bernhard Grunewald
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Tengen-Blumenfeld. Die Hofkonzerte auf Schloss Blumenfeld bestehen seit nun fünf Jahren und erfreuen sich mit ihrer Live-Musik großer Beliebtheit weit über den Hegau hinaus.
So konnte Nadja Kögel von „Mietzi Records“ am Freitagabend, 15. Mai, im Namen des Bürgervereins Schloss Blumenfeld e. V., der „Zukunftort Schloss Blumenfeld GmbH“, der Ehrenamtlich Engagierten sowie der Sparkasse Engen-Gottmadingen – die als Sponsor freien Eintritt ermöglichte – wiederum eine große Fangemeinde und Gäste aus nah und fern im illuminierten Innenhof begrüßen, unterstützt von der Crew im Café und am Weinstand.
Zum Auftakt des Jubiläumsjahres 2026 gab es mit dem angesagten „Hegau-Heimspiel“ erstmalig jeweils halbstündige Auftritte von Flo Ritzi, Lutz&Laune, Gerrit Stenzel und Maja Kemper auf der Schlossbühne. Ein anfänglicher Nieselregen beruhigte sich bald und das erwartungsvoll gestimmte Publikum konnte nahe an die Bühne heranrücken. Der Nähe zwischen Künstlern und Musikfans konnte im Laufe des gut zweistündigen Konzerts auch die herabsinkende Abendkühle nichts anhaben, war der Funke ansteckender Spiellaune doch längst beidseitig übergesprungen. Die allesamt in der Region verwurzelten jungen Musikschaffenden nahmen das Publikum mit ihren Gitarren, ihren unverwechselbaren Stimmen und eigenen Texten und Liedern mit in die Welt ihrer Gedanken und Gefühle, ihrer persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen, teils lyrisch und melodisch, teils lustvoll rhythmisch arrangiert.
Den Talentreigen eröffnete der vielerorts geschätzte Florian „Flo“ Ritzi – „Heute gibt‘s nur Legenden von mir“ – mit seiner markanten Stimme und ausgesucht eigenen Songs, aus denen „Radolfzell“ herausragte – ein teils zorniges, aber auch trotzig-liebevolles Bekenntnis zu seiner Heimatstadt, abgerundet durch Lenny-Kravitz‘ „It Ain’t Over Til It’s Over“ und dankbaren Beifall des Publikums. Mit einprägsamer Stimme, Gitarre, Mundharmonika und Loopstation, eigenen und gecoverten Songs eroberte der junge Radolfzeller Musiker und Multi-Instrumentalist Lutz Endres schnell den Pulsschlag des Innenhofs, lud zum Tanzen und Mitsingen ein, was Applaus und „Zugabe“-Rufe nach sich zog.
Gernot Stenzel, Gitarrist und Sänger, gehört in Konstanz zu den bekannten Akteuren in der Theater-, Musik- und Künstlerszene. Als „großer Freund von Mythen und Legenden“ trug er einige seiner neuen, zumeist in Englisch gehaltenen Lieder vor. Zudem suchte er mit „Schall und Rauch“ einen Song, „vor dem ich am meisten Angst hatte“, suchte er doch einen klischeefreien Text in der Muttersprache. Singer und Songwriter Maja Kemper aus Radolfzell ist bereits im Vorprogramm von ‚Wilhelmine’ aufgetreten und gilt mittlerweile als neue, frische Stimme im deutschsprachigen Indie-Pop. Im Beisein ihrer Familie und ihrer Ex-Lehrerin überzeugte sie mit großem Talent und einfühlsamen Songs - ein echtes Heimspiel, bei dem das Publikum sogar Back-Vocals übernahm. „Hier zu feiern, fühlt sich warm an“, so Kemper, sichtlich angetan von der Nähe zu ihren Fans im Schloß Blumenfeld.
Autor:Bernhard Grunewald aus Singen |