Kunst im Torkel
Felix Schmitt feiert mit seiner Ausstellung Finissage
- Daniela Wiest und Julian Schmitt hatten den Espasinger Künstler Felix Schmitt (in der Mitte) bei der Organisation, (technischen) Gestaltung und Durchführung seiner Kunstausstellung "art" samt Vernissage und Finissage im Bodmaner Torkel mit Rat und Tat unterstützt. Tobias Jaklin, erster Vorsitzender des Fördervereins Museum Bodman (dem Schirmherrn der Ausstellung) und Johannes von Bodman, Kunstliebhaber und ehemaliger Schüler von Felix Schmitt gleichermaßen lobten Felix Schmitt für das Beleben und Bezaubern des Torkels. Alle Beteiligten hoffen auf eine intensive Nutzung des Bodmaner Torkels für kreative Projekte aller Art.
- Foto: Constanze Wyneken
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Bodman-Ludwigshafen. Einen ganzen Monat lang wurde der Bodmaner Torkel zur Bühne für das künstlerische Lebenswerk des Espasingers Felix Schmitt. Die Finissage seiner Ausstellung „art“ zog am vergangenen Sonntag noch einmal zahlreiche Besucher an – und machte deutlich: Der historische Ort kann mehr als Museum sein. Denn er hat das Potenzial, zu einem lebendigen Treffpunkt für Kunst, Kultur und Begegnung zu werden.
Im swingigen Prosecco-Ambiente fand am vergangenen Sonntag die Finissage - also die Abschlussveranstaltung - der Kunstausstellung mit dem Titel „art“ mit dem bisherigen Lebenswerk des Espasinger Künstlers Felix Schmitt statt. Die Ausstellung war rund vier Wochen gelaufen und hatte laut Veranstalter sage und schreibe 920 Besucher angezogen – „eine erstaunliche Zahl, wenn man bedenkt, was die Kunst in der heutigen Zeit für einen niedrigen Stellenwert hat“, wie ein Besucher aus Ludwigshafen bemerkte.
Auch zur Finissage waren wieder so Einige gekommen: Kunstfreunde, Familie, Nachbarn aber auch einige zufällige Besucher, derer sich an so einem strahlenden Sonntagvormittag viele am Seeende mit Zeit, Neugier und der Lust auf schöne Erlebnisse herumtreiben. Das Staunen über Felix Schmitts Kunstwerke war nach wie vor groß, alleine schon durch die große Menge der farbenfrohen Ausstellungsstücke. Unter den Besuchern war auch Lorina Schäfer aus Bremen, die gerade Urlaub am Bodensee machte.
Selbst für sie als „Großstadtpflanze“ war die Ausstellung ein beeindruckendes Erlebnis: „Es ist so eine große Bandbreite an unterschiedlichen Stilen und Maltechniken, die man hier erleben kann. Der künstlerische Ansatz ist bei den Bildern derart unterschiedlich, dass man teilweise gar nicht glauben kann, dass diese Werke von ein und demselben Künstler stammen“, strahlt die Mediendesignerin.
Die Ausstellungsbegleitung hatte sich die vier Wochen lang Felix Schmitt nicht nehmen lassen. An allen Tagen außer Montag hatte er die stets wechselnden und manchmal recht skurrilen Besucher begrüßt, herumgeführt, ihnen Bilder erklärt, und das fast täglich von 13 bis 19 Uhr – darunter sogar Touristen aus Übersee, aber auch viele ehemalige Schüler des Nellenburg-Gymnasiums Stockach. Dies sei, wie der 82-jährige Künstler rückwirkend zugeben musste, doch recht anstrengend gewesen, weswegen er nun doch froh sei, dass wieder ein wenig mehr Ruhe in sein Leben einkehren dürfe.
Seinen überschwänglichen Dank drückte Felix gegenüber seinem Sohn Julian Schmitt und dessen Frau Daniela Schmitt aus, welche ihm Beide so sehr bei der Organisation, der Realisation und der (technischen) Gestaltung der „Großveranstaltung“ geholfen hätten. Eigens für die Veranstaltung angeschaffte Staffeleien installierte Elektrik, Strahler und farbenfrohe Beleuchtung im Dachgeschoss werden dem Torkel erhalten bleiben und bei zukünftigen Veranstaltungen für zauberhaftes In-Szene-Setzen von künstlerischen Werken oder anderem Sehenswerten sorgen dürfen.
Für die Zukunft des Bodmaner Torkels dürfte nicht zuletzt durch diese sehr erfolgreiche Kunstausstellung von Felix Schmitt ein deutlicher Impuls für dessen zukünftige Nutzung gesetzt worden sein. Johannes von Bodman, ebenfalls ein ehemaliger Schüler von Felix Schmitt, betonte wie sehr Felix Schmitt durch sein künstlerisches Schaffen und Denken positive Spuren in seinem Umfeld hinterlassen und dieses dadurch umgestaltet habe.
Die Außenwirkung von Felix Schmitts Schaffen sei so groß, dass durch ihn sowohl Kunst als auch künstlerisches Denken als Gegenzug zu dem unsere Zeit prägenden ökonomischen Denken in der Gesellschaft etabliert würden, zumindest in Espasingen, Bodman und Stockach. Der Bodmaner Torkel, so formulierte Johannes von Bodman, den Felix Schmitt nun schon so belebt habe, müsse auch zukünftig ins trubelige Bodmaner Ortsgeschehen eingebunden werden.
Diesen Wunsch bekräftigte auch Tobias Jaklin, der erste Vorsitzende des Fördervereins Museum Bodman-Ludwigshafen (Schirmherr der Kunstausstellung), der Felix Schmitt für das Beleben und Bezaubern des Torkels dankte. Er sagte: „Du hast als Pionier hier im Torkel den Menschen mit Deiner Ausstellung ein ganz großes Geschenk gemacht und sie zusammengebracht. Du hast gezeigt, dass der Bedarf an einem Begegnungsort dieser Art da ist.“
Das Museum Bodman-Ludwigshafen hat den Plan, in den Torkel Bodman einzuziehen und wartet mit Ausstellungsstücken aus 7.000 Jahren Siedlungsgeschichte von Bodman-Ludwigshafen auf – einer besonderen Vergangenheit, die kein anderer Ort in der näheren Umgebung hat. Der Plan sei es, so formulierte es auch der Vorstand gegenüber dem Wochenblatt, eine große Bandbreite von Veranstaltungen im Jahreskalender des Museums zu etablieren.
Gewünscht seien Kunstausstellungen, Konzerte, Lesungen, Diskussionsrunden und vieles mehr. Man habe gute Verbindungen zum Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg in Konstanz (ALM). Interesse an Veranstaltungen hätten beispielsweise auch die Initiative SeeDich, Kunstfreunde und eine Frauengruppe aus Bodman bekundet –Der Bedarf dafür sei definitiv da und der Wunsch entspräche dem vieler Häfler und Bodmer. Das habe sich in den letzten Wochen und Monaten gezeigt, nur die endgültige Entscheidung des Gemeinderats fehle.
Ein Befürworter sei der Bürgermeister Christoph Stolz, nun müsse man aber den Gemeinderat überzeugen, die bereits veranschlagten Mittel freizugeben. Interessenbekundungen für die Nutzung des Torkels gerne per E-Mail an kontakt@museum-bodman.de.
Autor:Constanze Wyneken aus Singen |