Jubiläumsfest am See
Ludwigshafen feiert 200 Jahre Hafen- und Ortsgeschichte
- Bürgermeister Christoph Stolz, MaInau-Geschäftsführer Björn Graf Bernadotte und Daniel Trisner vom Verein Dorffreundschaft Maygas e.V. bei der offiziellen Taufe der erstmaligen „Gemeindelilie“ anlässlich des Festaktes zu „200 Jahre Ludwigshafen“ am dortigen Zollhaus.
- Foto: Bernhard Grunewald
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Bodman-Ludwigshafen. Unter reger Teilnahme der Bevölkerung der SeeEnd-Gemeinde Bodman-Ludwigshafen und ihrer Gäste wurde am Dienstagnachmittag, 26. August, bei angenehmem Sommerwetter in einem stilvoll-lockeren Festakt gefeiert. Unter freiem Himmel am Zollhaus Ludwigshafen wurde gleich an zwei besondere historische Einschnitte vor nunmehr 200 Jahren erinnert, die seither die Ortsgeschichte prägen.
Wie Kreisarchivar Dr. Franz Hofmann detailliert, spannend und lebendig zu berichten wusste, besaß die arme Gemeinde Sernatingen - welche seit 1810 zum Großherzogtum Baden gehörte - zunächst nur einen alten, baulich ruinösen Hafenplatz, übernahm aber mit der Einweihung ihres neu angelegten Hafens bewußt und exakt zum Namenstag des Badener Großherzogs am 25. August 1826 ihre neue Rolle als hoffnungsvoller Bodenseehafen und Warenumschlagplatz für den ganzen See bis zum anderen Ende - und damit als gewollte Konkurrenz zum württembergischen, also ausländischen Friedrichshafen.
Der diesbezüglich devot vom Badener Innenministerium vorgeschlagene Namen „Ludwigs-Hafen“ wurde vom Regenten in Karlsruhe großzügig genehmigt. Friedrichshafen trug als erfolgreicher Freihafen und Warenumschlagplatz zur Schweiz bereits seit 1811 den Namen seines Gründers und Förderers, König Friedrich l. von Württemberg.
So folgte prompt der untertänige Wunsch und Antrag der lokalen Gemeindevertreter Sernatingens an Seine Königliche Hoheit Großherzog Ludwig l. von Baden, dass sich auch die gesamte Ortschaft mit ihrem altalemannischen, jahrhundertelang verwurzelten Namen „Sernatingen“ in „Ludwigshafen“ umbenennen dürfe, was am 7. November 1826 auch huldvoll genehmigt wurde. „Sie können also am 7. November nochmal feiern“, so Hofmann augenzwinkernd.
Eingangs hatte Bürgermeister Christoph Stolz in freier Rede daran erinnert, dass solche Jubiläen in „immer komplexeren und volatilen Zeiten“ Orientierung bieten können: „Wo wollen wir hin? Was können wir uns leisten? Was prägt unseren Ort?“ Damals „wegweisende Infrastrukturprojekte“ fänden sich heute etwa im gemeinschaftlichen „Natur-und Unweltprojekt Sernatura“ wieder, „das Generationen verbindet“.
Es erfülle ihn zudem mit Freude, „dass unsere eigene Blume in unserem Hafen ihren Platz findet und wir das Glück haben, dass wir hier am See leben dürfen“. Damit gab Stolz grünes Licht für die offizielle Taufe der wundervoll goldgelben und zertifizierten Gemeindelilie „Hemerocallis Bodanum-Sernaticum‘“ als „lebendiges Denkmal für 200 Jahre Geschichte“, so Initiator Daniel Trisner vom Verein Dorffreundschaft Maygas.
Zusammen mit Lilienzüchter Stefan Strasser und Taufpaten Björn Graf Bernadotte wurde die Taufe auf offener Bühne vorgenommen, dies insbesondere „als Zeichen der Verbundenheit der SeeEnd-Gemeinde mit der Insel Mainau“, so der Mainau-Geschäftsführer. „Die Lilie ist nun ihr Eigentum“, so Strasser an das Publikum, „sie können sie für die ganze Welt vermarkten, verschenken - und vererben.“
Freude hatte auch die Nachmittags-Ausfahrt unter Kapitän Hirsch auf der historischen Lädine „St.Jodak“ aus Immenstaad ausgelöst, die pünktlich wieder am Hafen anlegte - rechtzeitig zum musikalischen Auftakt durch die „Brass-Band Ludwigshafen“ und angelockt von kulinarischen Spezialitäten und Getränke vom Tourist-Förderverein Bodman-Ludwigshafen unter dem Motto „Essen wie vor 200 Jahren“.
Autor:Bernhard Grunewald aus Singen |