Klarer Wunsch der Interessensgemeinschaft geäußert
Der Kampf um das Engener Kornhaus geht ins Finale
- Einige Mitglieder der Interessensgemeinschaft nach einer umfassenden Informationsveranstaltung vor dem Denkmalgeschützten Kornhaus in Engen.
- Foto: Eron Metolli
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Engen. Eine entschlossene Interessengemeinschaft, unterstützt von hunderten Petenten, versammelte sich am 2. Juli, um einen klaren Wunsch an die Öffentlichkeit zu tragen: Das Kornhaus in Engen verdient mehr.
Am 21. Juli entscheidet der Engener Gemeinderat über die Zukunft des im 16. Jahrhundert erbauten Gebäudes in der Altstadt. Fest steht, dass das sanierungsbedürftige Bauwerk instand gesetzt werden soll. Offen ist jedoch, wie weit die Sanierung gehen wird. Nach Signalen aus dem Gemeinderat gilt mindestens ein Teilausbau als wahrscheinlich. Dieser würde die Stadt rund 1,65 Millionen Euro kosten, wobei das Land Baden-Württemberg 51 Prozent der Kosten übernimmt. Ein Vollausbau, dann neben der ersten und zweiten Etage auch den markanten Dachstuhl des Kornhauses mit einschließt würde die Gesamtkosten auf rund 1,96 Millionen Euro erhöhen.
Die Interessengemeinschaft setzt sich für letzteres ein. Bei einer positiven Entscheidung kündigte sie an, sich zu einem Förderverein weiterzuentwickeln und die Stadt künftig bei den Folgekosten zu unterstützen. Ziel sei es, das Kornhaus zu einem lebendigen Kultur- und Begegnungsort auszubauen. Regelmäßige Konzerte, Ausstellungen und Vereinsveranstaltungen in der ersten und zweiten Etage sollen die Altstadt beleben. Mehrere Anwohner berichteten, dass bereits die vereinzelnd stattfindenden Veranstaltungen im Kornhaus Gäste in die umliegenden Geschäfte und Gastronomiebetriebe führten. Ein vollständig ausgebautes Kornhaus könne sich daher also auch wirtschaftlich auszahlen.
Ein weiterer essentieller Baustein der Pläne betrifft die örtliche Stadtbibliothek. Diese habe sich in den letzten Jahren zu einem gut besuchten, modernen Medienhaus entwickelt und stoße am jetzigen Standort zunehmend an ihre räumlichen Grenzen. Die Gruppe schlägt deshalb vor, die Bibliothek mit ihrem rund 120 Mitglieder starken Förderverein in den Dachstuhl des Kornhauses zu verlagern. Dadurch könnte ein bereits etablierter, städtischer Betrieb angesiedelt werden, der das Kornhaus dauerhaft mit Leben füllt.
Kritiker warnen hingegen vor den finanziellen Folgen eines Vollausbaus. Angesichts angespannter Haushalte befürchten sie eine zu hohe Belastung für die Stadt. Befürworter verweisen dagegen auf den Kostenunterschied von knapp 300.000 Euro, von denen ebenfalls 51 Prozent durch das Land gefördert würden. Aus ihrer Sicht sollte die Chance genutzt werden, das historische Gebäude jetzt vollständig zu sanieren, statt in einigen Jahren womöglich erneut investieren zu müssen, dann ohne Fördermittel.
Wie der Gemeinderat am 21. Juli entscheiden wird, bleibt offen. Das große Engagement der Interessengemeinschaft und die breite Unterstützung aus der Bürgerschaft zeigen jedoch schon jetzt, welche Bedeutung das Kornhaus für viele Menschen in Engen besitzt. Die Entscheidung wird daher nicht nur über eine Sanierung, sondern auch über die künftige Rolle des historischen Gebäudes als kultureller Mittelpunkt der Altstadt entscheiden.
von Eron Metolli
Autor:Redaktion aus Singen |