Zwei Spatenstiche an einem Tag
Engen startet Sanierung des Kindergartens und Neugestaltung der Bahnhofsstraße
- Zum Spatenstich am Parkplatz-Neubau an der Engener Eselsbrücke wurde Hand angelegt: Bauleiter Michael Walter (Fa.Storz, Tuttlingen) Dirk Kirchner und Thorsten Frank vom Tiefbauamt, Geschäftsführer Bernd Schwär (Breinlinger Ingenieure Tiefbau GmbH, Tuttlingen), Stadtbaumeister Matthias Distler, Bürgermeister Frank Harsch, Gemeinderäte Martin Schoch und Jürgen Waldschütz, Stadtwerke-Chef Thomas Freund sowie die Gemeinderäte Gerhard Steiner und Sigmar Hägele
- Foto: Bernhard Grunewald
- hochgeladen von Sebastian Ridder
Engen. Sichtlich erfreut über den Beginn der energetischen Sanierung des Kinderhauses Sonnenuhr in der Engener Jahnstrasse zeigten sich am Donnerstagmorgen Bürgermeister Frank Harsch, Stadtbaumeister Matthias Distler, Mario Fuchs-Geigges vom städtischen Hochbauamt und Elli Windmüller, Leiterin der Einrichtung, in der 120 Kinder im Alter von 1-6 Jahren von 17 Mitarbeiterinnen bis zur Schulreife betreut und begleitet werden.
Über 700.000 Euro Kosten
Der einstmals kirchliche Kindergarten wurde vor etwa 10 Jahren übernommen und zeigt erhebliches Sanierungs- und auch Einsparungspotential. „Wir machen es selbst“, so der Stadtbaumeister stolz, „Mit Glück beim Wetter werden wir noch die Dämmung aufs Dach bringen und können die Fenster anfassen“. Noch Zeit braucht die Ablösung der alten Gasheizung, denn „das Nahwärmenetz kommt erst 2030-2032“. Für die städtisch Verantwortlichen gilt es nun, „Witterung und Handwerk zusammenzubringen und die kommenden Tage des Stillstands zu nutzen“, so Distler, „um den Kindergarten möglichst im Frühjahr“ wieder draußen zu sehen.
Als Besonderheit soll eine Art verglaster Wintergarten dem Hauptgebäude als unbeheizter Puffer und zusätzlicher Raumgewinn angefügt werden. Die Sanierungskosten allein für das Hauptgebäude belaufen sich auf gut 700.000 Euro, wobei die förderfähigen Kosten zu einem Drittel, sprich 166.000 Euro, vom Land übernommen werden.
Weltkriegsbomben und Parkplätze für Pendler und Anwohner
Als weiteren Schritt der Stadtsanierung erfolgte ebenfalls am Donnerstag der symbolische Spatenstich zur Schaffung von 86 neuen Parkplätzen am oberen Ende der Bahnhofstraße vor der Eselsbrücke. Dabei werden auch 50 Meter der Bahnhofstraße teilsaniert und die dazugehörige Entwässerung sichergestellt. Die Neuschaffung dieser Parkplätze, für die wohl mehr als 700.000 Euro Kosten anfallen, ist eng verknüpft mit der gesetzlichen Vorgabe, dass bei einer Anzahl von mehr als 35 Stellplätzen eine Solarüberdachung bereits vor der Eröffnung stehen muss - hierfür braucht es Berechnungen durch Energieberater, zudem sind ja auch Baumpflanzungen vorgesehen. Untersuchungen sind ebenfalls nötig, ob möglicher Kampfmittelreste aus Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs und wegen vermuteter Schadstoffbelastungen durch den jahrzehntelangen Bahnbetrieb.
Wichtig wird der neue Parkplatz nicht nur für die ganztägige Nutzung durch Pendler und Kurzzeit-Parker, sondern auch als künftig nötige Ausweichmöglichkeit für die Anwohner der Breitestraße bei deren geplanter Neugestaltung, wie Stadtbaumeister Distler erläutert: „Wir müssen Parkplätze für den Umbau vorhalten - aber am Ende steht nicht nur eine optische Aufwertung, sondern es werden unterm Strich auch genug Parkplätze vorhanden sein“. Die Neugestaltung auch der Bahnhofstrasse und des Busbahnhofs wird nicht gerade erleichtert durch DB-Pläne, ihre eigene Mittelbahn-Sanierung 2026 zu starten - durchaus „ein Nadelöhr“ aus Sicht von Distler.
Autor:Bernhard Grunewald aus Singen |