WOCHENBLATT-Kolumne
Mal unter uns am 8. Juli 2026
- hochgeladen von Anja Kurz
Kommunalpolitik ist kein Zuckerschlecken und erst recht nicht vergnügungssteuerpflichtig. Nichtsdestotrotz übernehmen viele Menschen freiwillig Verantwortung in kommunalen Gremien oder gar gleich den Chefsessel im Rathaus. Der Schuh drückt den Gemeinden insbesondere beim Stichwort Finanzen, oft wird von den Rathauschefinnen und -chefs das konsequente "Konnexitätsprinzip" gefordert: Wer bestellt, der zahlt. Beschließt die Bundesregierung ein Gesetz, soll diese also auch die Rechnung bezahlen.
In eine ähnliche Kerbe schlägt das Projekt "vergnügt" - kurz für "Vermögens- und Erbschaftsteuer retten Gemeinden in Not über gerechte Talerabgabe". Die Aktion stammt aus der Feder von "Fun Facts", einem unabhängigen Nachrichtenformat, welches im März 2026 von Comedians, Künstlern und Aktivisten ins Leben gerufen wurde. Entsprechend finden Nachrichten dort mit einer Prise Humor statt, das Medienunternehmen CORRECTIV, bekannt für Faktenchecks, unterstützt die Recherche. "Vergnügt" ruft nun Kommunen auf, sich einem Bündnis anzuschließen. Der Zweck: Ein Wiedereinsetzen der Vermögenssteuer zugunsten der Kommunen.
Wie "vergnügt" es damit wirklich weitergeht, bleibt abzuwarten. Und natürlich zeichnet sich das Leben vor der eigenen Haustür gerade dadurch aus, dass es anders zugeht als auf den großen politischen Bühnen. Sicher führen finanzielle Sorgen, eine schwache Wirtschaft und weitere Unsicherheiten zu Sorgen für Jeden und Jede. Aber gerade die Kommunen beweisen immer wieder aufs Neue, dass die Dinge vor Ort funktionieren, allen Widrigkeiten zum Trotz. Die Feuerwehr ist da, wenn's brennt. Im tatsächlichen wie im übertragenen Sinne. Und das Dorf- oder Stadtfest laden zu Geselligkeit ein und dazu, den schweren Alltag für einige schöne Stunden zu vergessen. Auch diesen Themen widmen wir aus der Redaktion daher Platz im WOCHENBLATT - hier im Newsletter wie auch in der Zeitung.
Autor:Anja Kurz aus Engen |