Ehemalige Realschule wird wieder Schulstandort
Freie Schule Rheinklang zieht nach Gottmadingen
- So soll nach der Fertigstellung die Freie Schule Rheinklang aussehen. Über diese Entscheidung freuen sich (von links nach rechts): Bürgermeister Michael Klinger, Architekt Wolfgang Hugo, Schulsozialarbeiterin Manuela Marciak und Schulleiterin Lydia Petrovsky.
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Gottmadingen. Die ehemalige Eichendorff-Realschule wird erneut zum Schulstandort: Anfang 2027 zieht die Freie Schule Rheinklang aus Radolfzell in das Gebäude ein. Zuletzt war der Komplex als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden, nun soll er wieder seiner ursprünglichen Bestimmung dienen. Für Bürgermeister Dr. Michael Klinger ist die Entwicklung ein positives Signal: „In jeder Krise wohnt auch eine Chance.“ Nachdem die Pläne für Wohnungsbau und eine Umgestaltung des Areals vorerst nicht umgesetzt werden, suchte die Gemeinde nach einer sinnvollen Zwischennutzung. Bereits seit einiger Zeit habe es Gespräche mit der Freien Schule Rheinklang gegeben, die nach Bekanntwerden des Baustopps intensiviert wurden. Nun wurde ein zunächst auf fünf Jahre befristeter Mietvertrag abgeschlossen.
Die Freie Schule Rheinklang ist eine Bildungseinrichtung, die sich an der Waldorfpädagogik orientiert, zugleich aber verschiedene pädagogische Ansätze verbindet. Schulleiterin Lydia Petrovsky betonte, dass der Unterricht bewusst individuell gestaltet werde. „Wir sind alles Individuen und die Kinder natürlich auch“, sagte sie. Kleine Klassen mit maximal 13 Schülerinnen und Schülern seien dabei ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Ergänzt werde der Unterricht unter anderem durch Fächer wie Glück, Kommunikation und Eurythmie. Aktuell besuchen 112 Kinder und Jugendliche die Schule, langfristig soll die Zahl 150 nicht überschreiten.
Warum die Schule Radolfzell verlässt
Zum Standortwechsel erklärte Petrovsky, die Schule habe sich nach unterschiedlichen Auffassungen mit der Stadt Radolfzell über die weitere Entwicklung des bisherigen Standorts für einen Umzug entschieden. Nach Angaben der Schulleitung habe die Stadt zuletzt ein konkurrierendes Planungsverfahren verlangt. Die Schule habe dies wegen der damit verbundenen Kosten und des Zeitaufwands abgelehnt und sich daraufhin nach einem neuen Standort umgesehen. Über persönliche Kontakte sei schließlich der Austausch mit der Gemeinde Gottmadingen entstanden.
Einzug Anfang 2027 geplant
Größere Umbauten am Gebäude werden zunächst nicht notwendig sein. Die Gemeinde übernimmt als Vermieter die technische Instandhaltung, während die Schule die Räume nach ihren Bedürfnissen gestaltet. Klinger sieht darin eine sinnvolle Investition: „Wir halten das grundsätzlich für eine Bereicherung für den Schulstandort Gottmadingen.“ Noch in der nächsten Bauausschusssitzung am 28. Juli soll der notwendige Bauantrag behandelt werden. Anschließend beginnen die technischen Arbeiten und der Innenausbau. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die freie Schule Rheinklang Ende des Jahres oder Anfang 2027 ihren Unterricht in Gottmadingen aufnehmen.
Das Einzugsgebiet der Schule reicht weit über die Region hinaus. Schülerinnen und Schüler kommen bereits heute aus dem Landkreis Konstanz, dem Schwarzwald-Baar-Kreis sowie inzwischen auch aus der Schweiz. Klinger sieht deshalb keine Konkurrenz zu den bestehenden Schulen vor Ort. Vielmehr ergänze die Freie Schule Rheinklang das Bildungsangebot für Kinder, die in klassischen Schulformen nicht die passende Förderung finden.
Autor:Juleda Kadrija aus Singen |