Mit neuem Schwung in die Zukunft
Wohnungsbaugenossenschaft Gottmadingen investiert weiter
- Verabschiedung von Joachim Blatter durch Dr. Michael Klinger
- Foto: Uwe Johnen
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Gottmadingen. Zur 77. Mitgliederversammlung trafen sich die Mitglieder der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Gottmadingen am Mittwochabend im Gasthaus Sonne. Gut gelaunt führte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Michael Klinger durch die rund einstündige Versammlung, bei der Zukunftsprojekte, die wirtschaftliche Entwicklung und personelle Veränderungen im Mittelpunkt standen.
Als neuer nebenamtlicher Vorstand stellte sich Markus Nothhelfer den Mitgliedern vor. Er übernimmt die Aufgabe von Joachim Blatter, der nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Roland Striebel Ende 2025 übergangsweise eingesprungen war. Zum Abschluss der Versammlung wurde Blatter unter Applaus verabschiedet.
Den Vorstandsbericht präsentierte Vera Federer. Gleich zu Beginn warb sie für einen Namenswettbewerb für das älteste Quartier der Genossenschaft. »Ein neuer Name zeigt: Hier passiert was. Wir sind im Aufbruch«, sagte sie und gab damit die Richtung des Abends vor.
Die WBG zählt inzwischen 656 Mitglieder – ein Plus von 16,5 Prozent innerhalb eines Jahres – und bewirtschaftet 321 Wohnungen. Gleichzeitig setzt die Genossenschaft ihre Investitionen in den Wohnungsbestand und in Neubauprojekte konsequent fort. Der Bezug der Neubauten in der Fliederstraße ist für Dezember vorgesehen. Außerdem bereitet die WBG den Neubau in der Hardstraße sowie die energetische Modernisierung der Gebäude Roseneggstraße 28/30 vor, in die rund 1,5 Millionen Euro fließen sollen.
Mit Sorge blickte Federer auf die Entwicklung der Baupreise. Mehrfach verwies sie auf die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie die Spannungen rund um die Straße von Hormus. »Die geopolitische Lage sorgt für steigende Material- und Energiekosten und erschwert damit Neubau- und Modernisierungsprojekte«. Umso erfreulicher sei die Entwicklung innerhalb der Genossenschaft. »Die Zusammenarbeit hat sich sehr positiv verändert«, betonte sie.
Auch wirtschaftlich sieht sich die WBG gut aufgestellt. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde ein Jahresüberschuss von rund 484.000 Euro erwirtschaftet. Besonders zufrieden zeigte sich Joachim Blatter mit der langfristigen Finanzierung. »Wir haben einen Zinssatz von gerade mal 0,49 Prozent«, erläuterte er. Dass die WBG bereits vor Jahren den Weg in den öffentlich geförderten Wohnungsbau eingeschlagen habe, erweise sich heute als die richtige Entscheidung.
Zum Abschluss richtete Dr. Michael Klinger den Blick nach vorn. Mit Blick auf die Diskussionen des Vorjahres sagte er: »Damit ist der Blick in die Vergangenheit abgeschlossen. Lasst uns lieber in die Zukunft schauen.« Der Aufsichtsrat werde die WBG weiterhin »konstruktiv kritisch« begleiten. »Wir können stolz auf das Entstandene sein und auf das, was noch vor uns ist.«
Autor:Uwe Johnen aus Singen |