„Freiheitszüge im Hegau“
Das erste Projekt des neu eröffneten Hilzinger Kulturbüros
- Die Eröffnung des Kulturbüros Hilzingen brachte wichtige Akteure zusammen und viel Vorfreude zum Ausdruck. Von links: Norbert Eckert, Vorsitzender der Hecker-Gruppe Singen, Wolfgang Panzer, Historiker und Vorsitzender des Museumsvereins, Theaterkünstlerin Manuela Trapani, Bürgermeister Holger Mayer und Martin Trinkner, Schulleiter der Peter-Thumb-Schule.
- Foto: Bernhard Grunewald
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Hilzingen. Regen Zuspruch fand am Dienstagnachmittag die offizielle Eröffnung des „Kulturbüro Hilzingen“, welches unmittelbar an das Museum hinter dem Rathaus angrenzt. Mit diesem Kulturbüro fügt Hilzingen der lokalen und regionalen Geschichtsforschung und Demokratiebewegung ein weiteres bedeutsames Kapitel hinzu. Vorangegangen war 2024 bereits die bundesweite Würdigung des Hilzinger Bürger- und Bauernmuseums als „Ort der deutschen Demokratiegeschichte“ anläßlich der lebendigen Erinnerung an „500 Jahre Hilzinger Aufstand“, dem Ausgangspunkt der Bauernkriege im Hegau 1524/25.
Bürgermeister Holger Mayer erinnerte in seiner Begrüßung denn auch an dieses Jubiläumsjahr und zeigte sich erfreut über die nun möglich gewordene Fortführung historischen Wissens und Engagements. Er dankte insbesondere Wolfgang Panzer, der als ausgewiesener Historiker und Vorsitzender des Museumsvereins „mit viel bürokratischem Aufwand und großem Einsatz Fördergelder nach Hilzingen geholt hat - denn das Geld ist knapp“, so der Rathauschef. Als Hauptsponsor für das Kulturbüro fungiert die Stiftung „Orte der Deutschen Demokratiegeschichte“, während die Ausstattung von „Leader Westlicher Bodensee“ getragen wurde. Hinzu kamen Mittel der Europäischen Union zur Förderung des ländlichen Raumes und des Landes Baden-Württemberg.
Den Impuls für ein Kulturbüro erhielt Panzer nach eigenen Worten durch einen Beitrag des anwesenden früheren Gemeinderats Egon Schmieder, der bereits vor 30 Jahren in der Orts-Chronik die innere Verbindung der Bauernkriege mit der badischen März-Revolution 1848/49 aufgegriffen hatte. „Hilzingen hat demokratische Tradition und ist ein Ort der Historie“, so Panzer, der den Eröffnungsgästen das Gemeinschaftsprojekt „Freiheitszüge im Hegau“ der Gemeinde und des Museumsvereins vorstellte. „Geschichte muss lebendig sein und Freude machen“, so Panzer, „Geschichte gehört allen Menschen, wir schließen niemand aus“.
So wenden sich erste Projekte an den Demokratie-Club der Peter-Thumb-Schule, gefolgt von einer Ausstellung zum Ittinger Sturm, einer grenzüberschreitenden Pilgerwanderung nach Ittingen, der Einrichtung eines Demokratie-Zimmers im Museum, einer Sturmglockenwache zur Nacht der Demokratie und der Gründung einer „Heckergruppe Franz Sigl“. Entsprechende Details finden sich unter www.museum-hilzingen.de. Das Kulturbüro ist regelmäßig Mittwochs von 16:30-18 Uhr geöffnet sowie jederzeit nach Vereinbarung unter panzer@hilzingen.de oder Mobil 0179-9206762.
Autor:Bernhard Grunewald aus Singen |