Starker Standort Hilzingen
Hilzingen und der Hohentwiel

Die Belagerung der Festung Hohentwiel 1641. | Foto: Stadtarchiv Singen, in „Hilzingen – Geschichte und Geschichten – Band 1“.
  • Die Belagerung der Festung Hohentwiel 1641.
  • Foto: Stadtarchiv Singen, in „Hilzingen – Geschichte und Geschichten – Band 1“.
  • hochgeladen von Anja Kurz

Hilzingen. Der Hohentwiel mit seiner imposanten Festungsruine ist der Hausberg Singens. Wer nun aber glaubt, dass das bedeutet, dass der Berg nur für die Stadt von Bedeutung ist, der irrt gewaltig. Die Historie zeigt, dass er eine gewichtige Rolle in der Region gespielt hat.

Davon alles andere als ausgenommen ist die Gemeinde Hilzingen in direkter Nachbarschaft. Wer in der Geschichte des Ortes stöbert, wird oftmals auf den Namen „Hohentwiel“ stoßen. Allerdings nicht unbedingt immer in einem für Hilzingen positiven Zusammenhang.

Die Geschichte von Hohentwiel und Hilzingen schnitten sich im Jahre 1525. Auch Nicht-Historikern dürfte seit letztem Jahr – als das 500. Jubiläum groß in Hilzingen gefeiert wurde - bekannt sein, um welches Ereignis es geht: der sogenannte Bauernkrieg. Den Aufstand versuchte Herzog Ulrich von Württemberg für seine Zwecke zu nutzen. Er war einige Jahre zuvor aus Württemberg verbannt worden und auf die Festung Hohentwiel geflohen.

Von dort versuchte er mehrmals, sein Herzogtum zurückzuerobern. So auch im Jahr 1525 mit Hilfe der Aufständischen, denen er sich Berichten von damals zufolge anschloss und die er demnach auch mit den Waffen der Festung Hohentwiel unterstützte. Anders als viele andere auf seiner Seite überlebte Ulrich den Aufstand.

Großes Leid brachte der Hohentwiel dem Dorf Hilzingen während dem Dreißigjährigen Krieg. Der Hohentwiel war damals eine württembergische Exklave in Baden und dadurch protestantisch und im Krieg mit den Schweden verbündet. Zur Versorgung der Festung plünderten die Herren die umliegenden Lande – darunter natürlich auch den direkten Nachbarn in Hilzingen. Auch litten die Menschen des Orts bei Belagerungen des Hohentwiels, da die Soldaten einquartiert und versorgt werden mussten – auf Kosten der Menschen vor Ort. Bei Kriegsende – so wird geschildert – war Hilzingen zerstört.

Angesichts dieser Historie sollten die Hilzinger eigentlich eine Abneigung gegen den Hohentwiel entwickelt haben. Und das mag auch in den Jahren nach Krieg und Zerstörung der Fall gewesen sein. Heute aber steht die Gemeinde dem Berg wohlwollend gegenüber – ist sogar Partner des Vereins Freunde des Hohentwiel. Dazu schreibt der Hilzinger Bürgermeister Holger Mayer: „Wir haben zwar unseren eigenen Hausberg, den Hohenstoffeln, der im Zentrum der Gemeinde Hilzingen liegt. Dennoch ist uns auch der Hohentwiel wichtig. […] Nicht nur Touristen sondern auch Einheimische erwandern den Hohentwiel gerne von Hilzingen aus. Deshalb ist es für uns als Nachbargemeinde Wunsch und Bestreben, den Verein zu unterstützen und damit zur Pflege und zum Erhalt des Vulkanberges mit seiner weit über die Region hinaus bekannten Festungsruine beizutragen.“

Autor:

Tobias Lange aus Singen

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