Zukunftslabor des Gewerbevereins Hohenfels
"Ihr seid die Architekten von morgen"

Als Zeichen von Leben, Wachstum und Beständigkeit pflanzten die jungen Erwachsenen gemeinsam mit Vertretern des Gewerbevereins und Bürgermeister Florian Zindeler in der Nähe zur Gärtnerei Paul Saum eine Linde.  | Foto: Philipp Findling
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  • Als Zeichen von Leben, Wachstum und Beständigkeit pflanzten die jungen Erwachsenen gemeinsam mit Vertretern des Gewerbevereins und Bürgermeister Florian Zindeler in der Nähe zur Gärtnerei Paul Saum eine Linde.
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Hohenfels. Wie sieht die jüngere Generation die Zukunft der Gemeinde Hohenfels? Diese und weitere Fragen wurden am 20. Mai beim vom Gewerbeverein und der Gemeinde ausgerichteten Zukunftslabor in der Gärtnerei Paul Saum diskutiert, mit spannenden wie auch eindrücklichen Antworten.

Das Interesse hieran war überwältigend, war doch am Ende die Ausstellungshalle der Gärtnerei reichlich gefüllt mit Bürgern, die den Ideen und Meinungen der jungen Erwachsenen lauschen wollten. Aufgeteilt in die vier Blöcke Leben und Infrastruktur, soziales Miteinander, Kinder und Jugend sowie Arbeitsplätze und Berufschancen kam Moderator Morten-Adrian Wagner mit der jungen Generation sowie Julia Tosca-Schuler als Gast aus dem Jugendkreisrat ins Gespräch.

Schon im ersten Block Leben und Infrastruktur wurde deutlich, was die Gemeinde für die jungen Erwachsenen ausmacht. "Hier kennt jeder jeden", sagte Industriekauffrau Anna-Lena Hahn. Hierdurch habe man ihr zufolge, vor allem in den Vereinen, eine gute, generationenübergreifende Kommunikation. Verbesserungsbedarf, so betonte es Zimmermann Ludwig Brugger, gäbe es lediglich in Sachen Tankstelle und Apotheke. "Ansonsten ist hier eigentlich alles da." Man habe hier eine sehr hohe Lebensqualität, verdeutlichte Mathematik-Student Lukas Moser. "Dies sowie das ganze Schöne hier müssen wir unbedingt erhalten."

In Sachen Lebensqualität spiele für alle Diskutierenden vor allem der bezahlbare Wohnraum Rolle. "Wenn wir hier auch weiterhin leben wollen, brauchen wir das dringend", stellt Marius Groß, Schüler am Technischen Gymnasium, klar. Brugger brachte als Vorschlag ein Punktesystem für Grundstücke ins Spiel. "Mögliche Leerstände in der Gemeinde", so Anna-Lena Hahn, "sollten in Zukunft besser nachgefragt werden, um es Menschen aller Generationen zu ermöglichen, im Ort bleiben zu können." Als Beispiel brachte sie hier das gemeinsame Wohnen in Mehrfamilienhäusern ein. Marius Groß wiederum merkte an, dass betreutes Wohnen bei vielen älteren Menschen hier im Ort noch nicht durchgedrungen sei. "Dies muss sich schnellstmöglich ändern." Auch eine von der angehenden Landwirtin Alina Benkler eingebrachte Nachbarschaftshilfe fand bei allen Teilnehmenden großen Anklang.

Beim sozialen Miteinander stach das Vereinsleben in der Gemeinde stark hervor. So gebe es laut Ida Längle, selbst in einem Musikverein aktiv, eine hohe Nachfrage in den Vereinen selbst. "Dies braucht es auch weiterhin." Generell befürworteten alle auf dem Podium die Idee eines Tags der Vereine. Auch die Kommunikation mit Zugezogenen sei laut Ludwig Brugger nicht schwer. "Wir müssen einfach aufeinander zugehen und so den ersten Schritt machen." Hierzu tragen Hahn zufolge kleinere Feste sehr gut bei. Diese sollten ihrer Meinung nach unbedingt erhalten werden, sind sie in letzter Zeit immer weniger geworden. "Integration im Ort", betonte sie, "ist möglich, wenn man es selbst auch will." Ein Angebot, welches hierzu beitragen könnte, brachte Marius Groß ein. "Durch Führungen mit Förstern könnte man die Natur sowie dadurch die Gemeinde selbst von einer anderen Seite kennenlernen." Zudem sei es für Julia Tosca-Schuler gerade in diesem Alter immer eine gute Möglichkeit, sich für den Gemeinderat zu engagieren. "Ihr seid die Architekten von morgen."

Beim Block Kinder und Jugend meinte Ludwig Brugger, dass mit den Kindergärten und der Grundschule alles da sei, um neue Bürger gut in diesem Bereich einzubinden. Für Marius Groß das einzige Problem hier: der Übergang zu den weiterführenden Schulen und dem Erwachsenwerden. "Man sieht nicht mehr viele Menschen im Ort, obwohl sie noch hier wohnen." Auch weil die jüngere Generation die sozialen Medien oft nutzt, schlug Anna-Lena Hahn vor, Firmen die Möglichkeit zu verschaffen, sich auf diesen Plattformen vorstellen zu können. "Viele wissen nicht, dass es hier so viele gute Betriebe, vor allem im Handwerk, gibt." Hierauf sowie auf die Berufschancen im Ort angesprochen, betonte Ida Längle die Bedeutung von Ausbildungen und Praktika. "Vielleicht wäre es in Zukunft möglich, in den Grundschulen eine Projektwoche mit den Unternehmen durchzuführen." Lukas Moser brachte zudem einen Tag der offenen Türe in den Betrieben ein. Jedoch, so befand es Marius Groß: "Wenn man hier bleiben will, wird man auch etwas zurückstecken müssen."

Bevor in Nähe zur Gärtnerei eine Linde als Zeichen von Leben, Wachstum und Beständigkeit gepflanzt wurde, kamen in der Abschlussrunde nochmal alle auf unterschiedliche Fragen hin zu Wort. Hier brachte Ida Längle auch die Idee eines Stammtischs für Jugendliche ein. "Jeder soll das einbringen, was er oder sie am besten kann", antwortete Lukas Moser auf die Frage, wie man Hohenfels in Zukunft besser stärken kann. Ein Abend wie dieser, dies wurde beim Zukunftslabor deutlich, zeigt für die junge Generation, wie wichtig es sei, offen gegenüber ihren Ideen zu sein. Denn, so betonte es Gärtnerei-Inhaber Paul Saum: "Unsere Jugend. Wir. Gemeinschaft. Stärke. - Das ist unser starkes Fundament."

Als Zeichen von Leben, Wachstum und Beständigkeit pflanzten die jungen Erwachsenen gemeinsam mit Vertretern des Gewerbevereins und Bürgermeister Florian Zindeler in der Nähe zur Gärtnerei Paul Saum eine Linde.  | Foto: Philipp Findling
Die sechs Teilnehmenden HohenfelserInnen des Zukunftslabors (von links): Ludwig Brugger, Anna-Lena Han, Marius Groß, Alina Benkler, Lukas Moser und Ida Längle. | Foto: Philipp Findling
Autor:

Philipp Findling aus Singen

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