Die Landtagskandidaten auf einem Blick
Das sind die Ziele und Themen der einzelnen Direktkandidaten

Die Landtagskandidaten aus dem Landkreis Konstanz. Links der Wahlkreis Singen: Giuliana Ioannidis (SPD), Christoph Stetter (CDU), John Löser (Die Linke), Saskia Frank (Die Grünen), Ralph Schneider (WerteUnion), Nico-Gabriel Klemann (FDP) und Nils Carstensen (Volt). René Frey (BSW) und Bernard Eisenhut (AfD) fehlen: Frey hatte das Bild erst nach Redaktionsschluss geschickt, Eisenhut hatte nicht geantwortet. Rechts der Wahlkreis Konstanz: Andrea Gnann (CDU), Nese Erikli (Die Grünen), Patrick Konopka (FDP), Steffen Jahnke (AfD), Lars Hoffmann (Die Linke), Frank Ortolf (SPD), Martin Staab (Freie Wähler), Daniel Niedwetzki (BSW) und Yannick Fiechtner(Volt). | Foto: Collage: Kim Kroll
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  • Die Landtagskandidaten aus dem Landkreis Konstanz. Links der Wahlkreis Singen: Giuliana Ioannidis (SPD), Christoph Stetter (CDU), John Löser (Die Linke), Saskia Frank (Die Grünen), Ralph Schneider (WerteUnion), Nico-Gabriel Klemann (FDP) und Nils Carstensen (Volt). René Frey (BSW) und Bernard Eisenhut (AfD) fehlen: Frey hatte das Bild erst nach Redaktionsschluss geschickt, Eisenhut hatte nicht geantwortet. Rechts der Wahlkreis Konstanz: Andrea Gnann (CDU), Nese Erikli (Die Grünen), Patrick Konopka (FDP), Steffen Jahnke (AfD), Lars Hoffmann (Die Linke), Frank Ortolf (SPD), Martin Staab (Freie Wähler), Daniel Niedwetzki (BSW) und Yannick Fiechtner(Volt).
  • Foto: Collage: Kim Kroll
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Landkreis Konstanz. Insgesamt 18 Direktkandidaten aus 10 verschiedenen Parteien treten im Landkreis Konstanz zur Landtagswahl am 8. März in Baden-Württemberg an. In den beideWahlkreisen 56 Konstanz und 57 Singen stehen jeweils neun Personen zur Auswahl für die Wähler. Das WOCHENBLATT hat sie angefragt, welche Themen ihnen am wichtigsten sind, was sie verändern wollen und was ihr Ziel für eine mögliche Zeit als Abgeordnete von fünf Jahren ist.

Die Kandidaten der Grünen, CDU und SPD in Singen

Im Wahlkreis Singen treten Kandidaten aus der CDU, SPD, den Grünen, der AfD, der Linken, der FDP, Volt, dem BSW und der WerteUnion zur Wahl an. Darunter die aktuelle Landtagsabgeordnete der Grünen, Saskia Frank. Franks Schwerpunkte liegen laut eigener Aussage auf Wirtschaft und Bildung: "Wer heute in Bildung investiert, stärkt den Wirtschaftsstandort von morgen nachhaltig." Frank möchte sich unter anderem für eine gerechtere Verteilung der Mittel zwischen Bund, Land und Kommunen, sozial gestaffelte Elternbeiträge für Kitas, den Erhalt der Gäubahn und den Neubau des Zentralkrankenhauses in Singen einsetzen. Sie möchte ihr Direktmandat verteidigen und mit ihrer Partei die stärkste Kraft im Landtag stellen.

Der Stockacher Gemeinderat und Fraktionsvorsitzende der CDU dort, Christoph Stetter tritt erstmals zur Landtagswahl an. Stetter legt laut eigener Aussage Wert auf wirtschaftliche Stabilität, medizinische Versorgung, Bildung und eine moderne Infrastruktur. Er will sich im Landtag unter anderem für den Abbau von Bürokratie, bezahlbaren Wohnraum, die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum und Bildung einsetzen. Sein Ziel ist es, den Wahlkreis Singen für die CDU zurückzugewinnen und mit seiner Partei einen neuen Ministerpräsidenten zu stellen.

Giuliana Ioannidis tritt ebenfalls erstmals zur Landtagswahl für die SPD an. Der thematische Schwerpuntk der ehemaligen Landesvorsitzenden der Jusos Baden-Württemberg und wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz, liegt laut ihr auf regionaler Gerechtigkeit bei Verkehr, gesundheitlicher Versorgung und bezahlbaren Wohnraum. Ioannidis will im Landtag unter anderem den Transfer zwischen Forschung und Praxis auch im ländlichen Raum beschleunigen und Arbeitsplätze in der Industrie bei Förderung des Wirtschaftswandels sichern. Sie will mit ihrem Antritt "nach zehn Jahren Stillstand" Vertrauen zurückgewinnen und mit der SPD Verantwortung im Landtag übernehmen.

Die FDP, die Linke und die Kleinparteien

Und auch für Nico-Gabriel Klemann, Geschäftsführer des Unterwegs Verlags in Singen, ist die Kandidatur für die FDP zur Landtagswahl die Erste. Der Singener ist Mitglied der Bürgerstiftung seiner Stadt und möchte sich laut eigener Aussage unter anderem um die "marode Wirtschaft und die überbordenden, gängelnde Bürokratie" kümmern. Im Landtag will er Unternehmen mehr Flexibilität durch Bürokratieabbau und neuer Förderpolitik ermöglichen. Sein Ziel ist eine Regierungsbeteiligung der FDP oder starke Opposition - die aktuelle schwarz-grüne Regierung empfinde er nämlich als zu bequem und lähmend.

Für die Linke tritt ebenfalls zum ersten Mal der Rettungssanitäter und freigestellte Betriebsrat, John Löser an. Für Löser geht es bei dieser Landtagswahl vor allem darum, steigende Mieten, die Gesundheitsversorgung und soziale Sicherheit wieder in den Griff zu bekommen, wie er erklärt. Er will sich im Landtag deshalb für mehr Investitionen in Wohnraum, Mobilität und Gesundheit einsetzen. Mit seiner Partei möchte Löser als Opposition auftreten, die gesprächsbereit ist, aber keine Politik mitträgt, die die Lebensbedingungen verschlechtert.

Für den deutschen Ableger der pro-europäischen Bewegung, Volt Europa, tritt Nils Carstensen aus Überlingen am Ried an. Der Ingenieur für Landmaschinen sieht seine thematischen Schwerpunkte unter anderem bei der Landwirtschaft und Mobilität. Er möchte sich im Landtag für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs im ländlichen Bereich und den Erhalt der Gäubahn einsetzen, wie er erklärt. Sein Ziel sei es, sich an Lösungen zu beteiligen, ohne persönliche Bereicherung.

Erstmals generell stellt das Bündnis Sahra Wagenknecht einen Kandidaten im Wahlkreis Singen mit René Frey. Der Zugbegleiter und Praxisvermittler bei der Deutschen Bahn aus Konstanz möchte sich um den "wirtschaftlichen Niedergang", steigende Mieten und Sicherheit kümmern, wie er mitteilt. Im Landtag will er sich deshalb für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen, den Erhalt der Gäubahn und gegen den Bau des Pfaffensteigtunnels sowie die Verbesserung der Schwarzwaldbahn einsetzen. Sein Ziel ist es, mit seiner Partei eine starke Opposition zu bilden.

Auch die WerteUnion stellt in dieser Landtagswahl erstmals einen Kandidaten im Wahlkreis Singen. Für die 2024 gegründete Partei tritt Ralph Schneider an. Er möchte sich für Bürokratieabbau, ländlichen Wohnungsbau, Automobilität, Gesundheitsversorgung und Bildung einsetzen. "Mehr Freiheit der Bürger, weniger Staat, weniger Bürokratie, weniger Steuern und Sozialabgaben", so der stellvertretende Vorsitzende der WerteUnion in Absprache mit Schneider. Das Ziel von Schneider und der Partei sei es, eine freiheitliche Politikwende voranzubringen. 

Bernhard Eisenhut, Kandidat der AfD, gab keine Antworten.

Der Wahlkreis Konstanz: Erikli, Gnann und Ortolf

Im Wahlkreis Konstanz treten Kandidaten der CDU, SPD, den Grünen, der AfD, der Linken, der FDP, Volt, des BSW und der Freien Wähler an. Darunter die aktuelle Landtagsabgeordnete der Grünen, Nese Erikli. Sie hält diese Wahl für richtungsweisend für Wirtschaft, Forschung und Klima, wie sie erklärt: Sie will sich unter anderem für bezahlbare und unabhängige saubere Energie einsetzen, Innovationen fördern und Meisterausbildungen kostenlos machen. Erikli will sich weiter für ihren Wahlkreis einsetzen und mit ihrer Partei den Ministerpräsidenten stellen.

Für die CDU tritt erstmals die Radolfzeller Gemeinderätin und Leiterin eines Familienzentrums, Andrea Gnann, an. Sie steht laut eigener Aussage für nachhaltige Wirtschaft und starke Familien. Gnann will ein verpflichtendes, beitragsfreies letztes Kita-Jahr, die Kommunen beim Kita-Ausbau unterstützen und den Stellenwert von Ausbildungen fördern. Wie Gnann sagt, möchte sie ihre Vernetzung nutzen und die Region langfristig lebenswert erhalten.

Auch Frank Ortolf kandidiert erstmals. Der Bereichsleiter Ökumene, Jugend, Gesundheit bei der römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich tritt für die SPD an. Für Ortolf habe bezahlbarer Wohnraum und die Finanzierung von Krankenhäusern und Pflegeplätzen Priorität, wie er mitteilt. Er will den Eigenanteil bei Pflegekosten senken, ein Gehalt für pflegende Angehörige, eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft und die Mietpreisbremse in der Region wieder einsetzen. Ortolf will mit der SPD, ob in Regierung oder Opposition Verantwortung übernehmen.

Die FDP- und AfD-Kandidaten aus Konstanz

Der Lehrer und Bahnfahrer Patrick Konopka von der FDP kandidiert auch erstmals. Der Allensbacher Gemeinderat habe seine Schwerpunkte bei den Themen Mobilität und Bildung und möchte die Wirtschaft stärken, wie er sagt. Konopka möchte Meldepflichten in Betrieben reduzieren, Facharbeiter fördern, die Landesbauverordnung entschlacken, die Gewerbesteuer senken und den Bahn- und Autoverkehr ausbauen. Er will, dass sich die FDP an der nächsten Landesregierung beteiligt.

Für die AfD tritt der Sprecher des Kreisvorstandes der AfD Konstanz, Steffen Jahnke, zur Landtagswahl an. Laut Jahnke muss die Wirtschaft, besonders der Mittelstand gefördert und mehr Wohnraum für Fachkräfte und Studenten geschaffen werden sowie mehr Sicherheit her. Er will landeseigene Förderprogramme für Wohnräume, Bürokratieabbau und Energiepreise senken. Jahnke erhofft sich, stärkste Oppositionspartei im Landtag zu werden.

Linke, Freie Wähler, Volt und BSW

Für die Linke tritt Lars Hoffmann zur Landtagswahl an. Es ist die erste Kandidatur des Arbeiters aus dem Einzelhandel. Hoffmann will sich für günstigen Wohnraum, bezahlbare Gesundheit, Verkehr und Bildung sowie soziale Grundversorgung einsetzen. Er will die nachhaltige Transformation der Automobilindustrie mitgestalten und die Kappung der Gäubahn verhindern. Im Landtag will er als Opposition Druck machen.

Außerdem tritt der ehemalige Oberbürgermeister von Radolfzell, Martin Staab für die Freien Wähler zur Landtagswahl an. Staabs Prioritäten liegen laut ihm im Bürokratieabbau und verständlicherer Politik. Er will unter anderem 30 Prozent weniger Vorschriften für Unternehmen und Bürger, mehr Gehör für Gemeinden, einen schnelleren Ausbau der B33 und ein neues Krankenhaus für den Landkreis. Mit seiner Partei will er mit pragmatischer konservativer Politik Vertrauen zurück erarbeiten.

Die pro-europäische Partei Volt-Deutschland stellt Yannick Fiechtner für die Wahl auf. Laut dem Ethnologie- und Soziologiestudenten, sind die unterfinanzierte Infrastruktur und Kommunen aktuelle Probleme. Er will sich für mehr kommunale Selbstbestimmung einsetzen, den Ausbau der Seehas-Strecke, Busverbindungen im ländlichen Raum und Wohnraum. Fiechtner möchte in erster Linie junge Menschen erreichen und zum politischen Engagement motivieren, wie er sagt.

Zuletzt stellt auch das BSW erstmals einen Kandidaten in Konstanz. Für die 2024 gegründete Partei tritt Daniel Niedzwetzki an. Der Heilpraktiker und Kaufmann legt Wert auf die Corona-Aufarbeitung, Reformationen im Gesundheitssystem und Transparenz, wie er mitteilt. Er will Kommunen finanziell stärken und Gesundheitsprävention sowie biologische Landwirtschaft fördern. "Ob aus Regierung oder Opposition", sagt Niedwetzki, er wolle Glaubwürdigkeit und Korrekturfähigkeit im Landtag einbringen.

*Die Aussage, dass Nico Klemann sich eine Beteiligung an der schwarz-grünen Regierung wünscht, war falsch. Richtig ist, dass er sich generell eine Beteiligung der FDP an einer Regierung wünscht und die aktuelle Regierung hingegen aber als lähmend und zu bequem empfindet.

Die Landtagskandidaten aus dem Landkreis Konstanz. Links der Wahlkreis Singen: Giuliana Ioannidis (SPD), Christoph Stetter (CDU), John Löser (Die Linke), Saskia Frank (Die Grünen), Ralph Schneider (WerteUnion), Nico-Gabriel Klemann (FDP) und Nils Carstensen (Volt). René Frey (BSW) und Bernard Eisenhut (AfD) fehlen: Frey hatte das Bild erst nach Redaktionsschluss geschickt, Eisenhut hatte nicht geantwortet. Rechts der Wahlkreis Konstanz: Andrea Gnann (CDU), Nese Erikli (Die Grünen), Patrick Konopka (FDP), Steffen Jahnke (AfD), Lars Hoffmann (Die Linke), Frank Ortolf (SPD), Martin Staab (Freie Wähler), Daniel Niedwetzki (BSW) und Yannick Fiechtner(Volt). | Foto: Collage: Kim Kroll
Autor:

Sebastian Ridder aus Konstanz

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