Polizeipräsidium stellte die Zahlen für 2018 zur Kriminalitätsentwicklung vor
Falsche Polizisten trüben die Polizeibilanz

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  • Foto: Gerold Sigg, derzeit kommissarischer Leiter des Polizeipräsidium Konstanz, stellte die Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung in der Region vor. swb-Bild: of
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Konstanz (of). Nach einem Jahr mit Stagnation konnte Gerold Sigg als derzeitig kommissarischer Leiter des Polizeipräsidium Konstanz am Freitag nunmehr einen leichten Rückgang der Fallzahlen vermelden. Mit 46.433 angezeigten Fällen im gesamten Einzugsbereich der Landkreise Konstanz, Bodenseekreis, Ravensburg und Sigmaringen, sei ein Rückgang von 2,5 Prozent verzeichnet worden. Die Ausländerrechtsfälle werden seit Jahren ausgeklammert, weil sie zu einer Verzerrung führen würden. Allerdings musste im gesamten eine markante Zunahme von Aggressionsdelikte aufgenommen, und auch im Bereich Betrug, im Internet wie per Telefon, zum Beispiel unter dem Stichwort „Falscher Polizist“ verzeichnet man mit Sorgen deutliche Anstiege. Im Bereich der Wohnungseinbrüche liege man inzwischen wieder unter dem Mittelwert der letzten 10 Jahre. Im Landkreis Konstanz ist die Zahl der Fälle gar um 8 Prozent zurück gegangen auf nun 17.287 angezeigte Straftaten.

Zurückgegangen ist die Zahl aufgeklärter Verbrechen und Delikte . Im Bereich des Polizeipräsidiums sank die Quote von 64,9 Prozent auf 62,4, im Kreis Konstanz gar von 66,2 auf 62,4 Prozent. Ursache dafür ist unter anderem das Phänomen „Falscher Polizeibeamte“ oder auch der noch immer präsente „Enkeltrick“ verantwortlich: „Wir haben seit einem Jahr eine Sonderermittlungsgruppe „EG Callcenter“ eingerichtet, denn in letzten Jahr gab es 1488 (im Landkreis Konstanz 586!) solcher Delikte, die glücklicherweise oft beim Versuch blieben“, so der Leiter der Kriminaldirektion Friedrichshafen, Thomas Föhr. Aber oft hat es eben doch geklappt. „Die Betrüger missbrauchen das Vertrauen insbesondere der Senioren und werden auch immer dreister. Sie rufen inzwischen sogar bei der Polizei an, um damit Fahrten von echten Streifenwagen auszulösen, die wiederum am Telefon als Argument für eine Bedrohungslage genutzt werden“,so Föhr weiter. Mit rund zwei Millionen Euro Schadenssumme sind wir in Baden-Württemberg inzwischen die meistbelastete Region in dieser Hinsicht. In einem Fall wurde eine Seniorin gar um eine Million Euro in Bargeld und Schmuck erleichtert „Mit dieser Form der Kriminalität wird das Vertrauen in die Polizei massiv gestört“, bedauert Gerold Sigg. In 2017 hatte es gerade mal 72 solcher Fälle gegeben.

Eine starke Zunahme wurde im Bereich der Straßenkriminalität, also Verbrechen im öffentlichen Raum, verzeichnet, Im Kreis waren das 248 Fälle mit Tätern unter 21 Jahren und 319 Fälle mit erwachsenen Tätern gewesen.

Das Thema Flüchtlinge beschäftig die Polizei natürlich – besonders im Landkreis Konstanz. Während in den anderen Landkreisen durchweg Rückgänge verzeichnet wurden, gab es im Kreis Konstanz einen signifanten Anstieg von Tatverdächtigen, gleichwohl habe es auf der anderen Seite einen Rückgang von Mehrfachtätern gegeben.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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