Das bringt die Spielzeit 26/27 am Theater Konstanz
"Geschichten, die berühren, herausfordern und verbinden"

Intendantin Karin Becker und Chefdramaturgin Meike Sasse in der Schreinerei des Theater Konstanz, worin jeden Tag wie auch im gesamten Team fleißig für die neue Spielzeit gewerkelt wird. | Foto: Philipp Findling
  • Intendantin Karin Becker und Chefdramaturgin Meike Sasse in der Schreinerei des Theater Konstanz, worin jeden Tag wie auch im gesamten Team fleißig für die neue Spielzeit gewerkelt wird.
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Konstanz. Vor der Spielzeit ist nach der Spielzeit. Dieses Motto gilt auch für das Theater Konstanz, dessen Intendantin Karin Becker und Chefdramaturgin Meike Sasse einen Einblick in den kommenden Spielplan sowie den Arbeitsprozess dahinter gaben.

Zuvor jedoch gab Becker einen kurzen Rückblick auf die am 25. Juli endende Spielzeit 2025/26. „Wir sind mit den Besucherzahlen und der hohen Auslastung sehr zufrieden.“ Dabei kam es bei ein paar Stücken auch vor, dass hierüber die Meinungen bei den Besuchenden auseinandergingen. „Das darf vorkommen, da wir mit unseren Stoffen die Menschen zum Nachdenken anregen möchten“, sagt Becker.

Wie jedoch entstand nun der Spielplan für die kommende Spielzeit 2026/27. Laut Karin Becker ist dies ein Prozess, der von langer Hand geplant wird. „Sobald der Spielplan im Mai veröffentlicht wird, setzen wir uns einen Monat später zu einer ersten Spielplansitzung für die darauffolgende Spielzeit zusammen.“ Hierbei wird laut Becker besprochen, welche gesellschaftspolitischen Themen wichtig sein könnten und welches Stück man im großen Stil auf dem Münsterplatz aufführen möchte. „Das ist ein intensiver Austausch im gesamten Team, bei dem wir uns auch die Meinungen der Regisseurinnen und Regisseure einholen“, sagt die Intendantin.

Für die Spielzeit 2026/27 griff man dieses Mal den Titel des Stücks „Hoppla, wir leben“ von Ernst Toller neu auf, wie Meike Sasse aufzeigt. Das Spielzeitmotto „Hoppla, wir … noch“ bleibt dabei bewusst offen und kann mit Begriffen wie lachen, träumen, streiten, lieben, lernen, fragen, wählen, spielen oder hoffen von jeder und jedem selbst ergänzt werden. „Hoppla! Das ist der Moment des Stolperns. Oder der Anfang von etwas Neuem. Die Spielzeit erzählt von Menschen im Wandel, von überraschenden Begegnungen und Geschichten, die berühren, herausfordern und verbinden. Mit Klassikern, neuen Stoffen und starken Figuren laden wir zum Staunen, Lachen und Mitdenken ein“, so Meike Sasse.

Exemplarisch hierfür ist für die Intendantin die Eröffnungspremiere am 25. September zu „Garland“. Ein Stück, das mit viel Augenzwinkern das Thema der Klimakrise in einem Ort in Mittelsachsen behandelt. „Das wird ein musikalischer und unterhaltsamer Abend, der das Publikum mit den ästhetischen wie großen Bildern von Regisseurin Simone Geyer berühren wird“, verspricht Becker.

Ebenfalls ein Highlight für Becker und Sasse ist ab dem 23. Oktober das Stück „Der Nebel von Dybern“ – ein Werk, das bisher nur einmal in Graz gespielt wurde und dabei ein Revival von Autorin Maria Lazar darstellt. Wie wichtig es dem Theater Konstanz ist, tagesaktuelle Themen aufzunehmen, die um das Team herum passieren, zeigt ab dem 10. April das Stück „Über die Notwendigkeit, dass ein See verschwindet." Dabei ist das Werk gar nicht so weit weg von der aktuellen Wasserstandslage des Bodensees, wie Karin Becker aufzeigt. „Hierin können die Zuschauenden beobachten, wie ein Urlaubsidyll ins Unheil kippt.“

Ein ebenfalls sehr erfolgreiches Format des Theaters sind auch die Aufführungen von Jugendstoffen im Abendprogramm. „Es ist immer wieder schön zu beobachten, wie nach den Aufführungen mehrere Generationen miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Becker. Gemeinsam mit Dramaturgin Romana Lautner sowie Regisseur Sergej Gößner wird diesmal ab dem 22. Januar der berühmte Stoff von Kafkas „Die Verwandlung“ auf die Bühne gebracht. Ein Werk, das laut Karin Becker mit der Pubertät und Integration in der Gesellschaft spannende Themen aufgreift. „Wir wollen dem Publikum damit zeigen, was Kafka bis heute noch zu erzählen hat.“

Ein Jugendstück zum Mitmachen hingegen steht ab dem 23. April 2027 mit „Die Bademattenrepublik“ im Spielplan. In diesem Werk, mit dem das Theater Konstanz wieder an einige Schulen gastieren wird, können die Kinder und Jugendlichen interaktiv ihre eigene Republik gründen und dadurch demokratische Werte ganz konkret erleben und lernen, was diese für unser Leben bedeuten.

Das ganz große Highlight der kommenden Spielzeit folgt schließlich ab dem 19. Juni 2027 mit dem Münsterplatz Open Air. Hier kommt unter der Regie von Ronny Jakubaschk die gefeierte Musicalfassung von Mozarts „Die Zauberflöte“ zur Aufführung, bei dem laut Karin Becker eine Liveband mit auf der Bühne steht und die Geschichte des berühmten Stoffes aus der Sicht eines Wandertheaters erzählt wird. "In neuem Gewand", so Meike Sasse, "trifft Mozarts unvergessliche Musik auf mitreißende Popklänge. Ein musikalisches Erlebnis, bei dem auch die Originalwerke ihre ganze Strahlkraft entfalten.“

Autor:

Philipp Findling aus Singen

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