Die Quaggamuschel macht Erneuerung nötig
Stadtwerke versenken neuen Wasserkorb im Überlinger See

: Aufwändig wurde der Entnahmekorb in 40 Metern Tiefe getauscht.
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  • : Aufwändig wurde der Entnahmekorb in 40 Metern Tiefe getauscht.
  • Foto: Florian Siegmann/SWK
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Konstanz. Die Stadtwerke Konstanz investieren in die Verlässlichkeit der Trinkwasserversorgung in Konstanz: Vor kurzem wurde in einer aufwendigen Aktion einer der beiden Trinkwasser-Entnahmekörbe des Wasserwerks im Bodensee ausgetauscht. Grund dafür ist ein bekanntes Problem: die Quaggamuschel.

Bereits seit einigen Jahren siedelt sich die Quaggamuschel im Bodensee an – eine Muschelart, die in den See eingeschleppt wurde und sich durch ein rasantes Wachstum auszeichnet. Dies ist auch ein Problem für die Trinkwasserversorger am See, da die Muschel die Entnahmekörbe befällt, mit denen das Trinkwasser aus dem See für die weitere Aufbereitung im Wasserwerk entnommen wird. Durch diesen Bewuchs besteht die Gefahr, dass immer weniger Trinkwasser zum Wasserwerk gelangen kann.
„Uns war bereits vor mehreren Jahren klar, dass uns dieses Thema intensiv beschäftigen wird“, erklärt Patric Häusler, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Trinkwasser bei den Stadtwerken Konstanz. „Daher haben wir schon früh damit begonnen, Unterwasseraufnahmen unserer Entnahmekörbe, der dazugehörigen Leitungen sowie der Bauwerke durchführen zu lassen. Ebenso wurde halbjährlich ein Leistungstest durchgeführt, um den Einfluss der Muschel und die dadurch entstehenden Verluste erfassen zu können.“

Auf Grund der Erfahrungen bei anderen Wasserversorgungen haben sich die Stadtwerke bereits frühzeitig dazu entschlossen, einen der Entnahmekörbe - der zweite Korb ist bisher noch nicht so stark bewachsen wie der nun ausgewechselte Korb - vorsorglich zu ersetzen, um die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft jederzeit in vollen Umfang gewährleisten zu können.
Dazu war ein größerer Aufwand notwendig: Denn die rund 250 Kilogramm schwere Konstruktion aus Edelstahl musste mithilfe eines großen Arbeitsboots – einem sogenannten Kiesschiff - sowie mehreren Tauchertrupps in 40 Meter Tiefe gebracht und der vorhandene Korb entsprechend an die Oberfläche gebracht werden. Ein Aufwand, der sich lohnt: „Da uns die Muschel auf längere Zeit beschäftigen wird, gehen wir davon aus, dass eine turnusmäßige Reinigung der Entnahmetürme sowie der Rohrleitungen erfolgen muss“, so Patric Häusler. „Diese so effizient wie möglich zu gestalten, war ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl des Entnahmekorbes. Denn um die Reinigung der Rohrleitungen technisch durchführen zu können, muss dieser in rund 40 Metern Tiefe demontiert werden. Hierzu wäre in jedem Fall ein größerer Taucheinsatz notwendig, der kostenintensiv ist. Durch die Konstruktion des neuen Entnahmekorbes kann eine Demontage ohne Tauchereinsatz erfolgen, hier wird alles mit einer Unterwasserdrohne vom Boot aus gesteuert.“

Das Konstanzer Trinkwasser

Das Trinkwasser für Konstanz sowie die Vororte wird aus dem Überlinger See, circa 700 Meter vom Ufer entfernt und aus 40 Metern Tiefe, entnommen. Die Rohwasserqualität ist so gut, dass das Bodenseewasser im Seewasserwerk in Staad in der Aufbereitungsanlage nur über Mikrofilter und Sandfilter von pflanzlichem sowie zoologischen Plankton befreit und über eine Ozonanlage desinfiziert werden muss. Die sichere Versorgung mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser wird von den Behörden und von einem unabhängigen Untersuchungsinstitut regelmäßig geprüft.

: Aufwändig wurde der Entnahmekorb in 40 Metern Tiefe getauscht.
 Der neue Entnahmekorb wird ins Wasser gelassen.
Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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