FDP-Kreisrat Dr. Geiger bringt Anschluss von Stockach ins Spiel
Trubel um neue Gürtelbahn-Variante

Gürtelbahn Stockach
  • Gürtelbahn Stockach
  • Foto: Eine neue Bahnlinie nach Stockach (grün) präsentierte am Montag FDP-Kreisrat Dr. Jürgen Geiger als Vision. Von der wollte die Kollegen des Kreistags allerdings wenig wissen. swb-Bild: of/Geiger
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Konstanz/Stockach. Eine ganz neue Variante zum Thema Gürtelbahn brachte in der Kreistagsitzung am Montag FDP-Kreisrat Dr. Georg Geiger ins Spiel. Er legte dem Gremium eine Skizze vor, nach der es für ihn eine Möglichkeit wäre, über die Forderung nach der Beseitigung der Diesel-Lücke zwischen Friedrichshafen und Radolfzell hinaus auch über eine Verlegung der Strecke nachzudenken um seiner Ansicht nach dadurch für eine Aufwertung der Strecke insgesamt sorgen: Die vorgeschlagene Variante von Dr. Geiger sähe die Aufnahme der Stadt Stockach in die Gürtelbahn vor. Von Radolfzell könnte da die Strecke des Seehäsle genutzt werden und in Richtung See wäre freilich eine neue Bahnlinie von rund 5 Kilometer nötig und wegen der Veränderung der Streckenführung auch ein neuer Bahnhof für Stockach, aber dafür könnten nur zum Beispiel auch neue Pendlerströme generiert werden in Richtung Überlingen und Friedrichshafen.

Der Antrag, der im Rahmen des Tagesordungspunkts gestellt wurde, bei dem der Kreistag seine Untersützung zur Elektrifizierung der Gürtelbahn zusagen sollte, was er ebenfalls nach längerer Diskussion tat, weil die Gürtebahn ja bekannterweise aus dem vordinglichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan herausgefallen war und nun über sogenannte GVFG-Mittel mit Hilfe des Landes angegangen werden soll (geschätzte Umbaukosten von 50 Millionen Euro plus über 40 Millionen Euro für eine Standardverbesserung mit dichterem Takt einschließlich höherer Folgekosten, an denen der Landkreis mit 20 Prozent beteiligt wäre), löste bei den Kreistagskollegen freilich keine Begeisterung aus und Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz hatte zu diesem Zeitpunkt die Sitzung bereits verlassen.

Helmut Kennerknecht (CDU) meinte, dass man damit den Beschluss zur Gäubahn überfrachte, auch sei der Kreistag für solche Pläne das „unzuständigste Gremium“, das die Bahn schließlich Bundesangelegenheit sei. Aus seinem Standpunkt müssten auf der Strecke ja rund 80 Höhenmeter bewältigt werden, was schon ein großer Umstand sei. Artur Ostermaier (Freie Wähler) befand, dass ein solcher Antrag nichts bringe, er sei überzogen und nicht sachgerecht. Siegfried Lehmann rechnete vor, was bereits ein Kilometer zweites Gleis an der bestehenden Strecke bei Stahringen koste und befürchtete, dass so was mindesten 50 Millionen Euro ausmachen würde, plus eines neuen Bahnhofs. So richtig zurückziehen wollte Dr. Geiger diesen Antrag freilich nicht und unterstrich, dass man ja wenigstens sondieren sollte, was ein Gutachten kosten würde, das sich dieser Frage erst mal annehme. Landrat Frank Hämmerle wollte darüber nicht abstimmen lassen, sondern sagte Dr. Geiger zu, das man mal Anfrage, wer ein solches Gutachten machen könne und was so was kosten würde. Dem hakte dann allerdings der Gottmadinger Bürgermeister Dr. Michael Klinger nach, der eine sofortige Abstimmung verlangte „damit das Thema gleich wieder "vom Tisch ist“. Da war der Tagesordnungspunkt allerdings schon beendet und Landrat Hämmerle verwies auf die nächste Sitzung des Technischen- und Umweltausschuss, bei dem das nochmals behandelt werde.

In den Beschlüssen zur Gürtelbahn herrschte sonst Einstimmigkeit, auch wenn sich zu einigen Punkten viele Kreisräte der Freien Wähler enthielten.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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