Abschreckung sorgt für Wirtschaftsboom
Welche Ausbildungen gibt es in der Rüstungsindustrie?
Die Signale der Bundesregierung zeigen Wirkung. Ankündigungen über höhere Verteidigungsausgaben für die NATO und die Bundeswehr haben für steigende Aktienkurse bei Rüstungsunternehmen wie Rheinmetal oder Renk Group gesorgt, andere erwarten steigende Nachfragen. Eine gute Voraussetzung für mehr und qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze. Doch welche Ausbildungen gibt es überhaupt in der Rüstungsindustrie?
Den typischen Ausbildungsberuf der Rüstungsindustrie gibt es gar nicht. Da die Branche aber einen Fokus auf Handwerk, Konstruktion, Maschinen und Bau, gibt es viele Industrieberufe, die dort erlernt werden können. So zum Beispiel als Zerspanungsmechaniker, Elektroniker, Maschinen- und Anlageführer, Industriemechaniker oder Mechatroniker und viele weitere. Mechatroniker sind laut der Internetseite von Rheinmetal beispielsweise für die Installation von Steuerungssoftware bei Anlagen und Maschinen verantwortlich, überwachen sie und halten sie instand. Verfahrensmechaniker sind hingegen noch etwas näher an den Produkten der Industrie. Sie sind laut der Internetseite für die Qualität der beschichteten und unbeschichteten Oberflächen der Rheinmetalprodukte zuständig, da sie für verschieden harte Umwelteinflüsse hergestellt werden.
Während die deutsche Autoindustrie aktuell in einer Krise steckt, können sich auch Handwerker aus dieser Branche in der Rüstungsindustrie umsehen. Dort werden unter anderem auch Ausbildungen für Fahrzeuglackierer oder Kfz-Mechatroniker angeboten, da sich die Rüstung nicht nur auf die Produktion von Waffen und Munition beschränkt, sondern auch Autos, Panzer und Flugzeuge baut. So kümmern sich Kfz-Mechatroniker nicht nur um die Wartung von Mechanik und Elektronik von Autos, sondern auch um Kettenfahrzeuge und weitere militärische Nutzfahrzeuge.
Außerdem arbeiten auch Chemikanten und Chemielaboranten in der Rüstungsindustrie und werden dort dual ausgebildet. Erstere sind für die Herstellung und Qualitätskontrolle von chemischen Zwischenprodukten aus organischen und anorganischen Rohstoffen zuständig. Darunter zum Beispiel Säurechloride oder Silikonvernetzer laut Rheinmetall. Chemielaboranten hingegen prüfen anorganische und organische Produkte und chemische Prozesse in verschiedensten Untersuchungen, um sie weiterzuentwickeln und zu optimieren. Dafür arbeiten sie laut der Bundesagentur für Arbeit auch teils mit gefährlichen Stoffen und müssen viele Vorschriften kennen und einhalten.
Autor:Sebastian Ridder aus Konstanz |