U23 der HSG Konstanz fehlen Kleinigkeiten
Ein Tor macht den Unterschied

Pascal Mack holte mit seinen fünf Treffen die U23 noch bis auf ein Tor heran, die letzten sechs Minuten wollte dann nichts mehr glücken.
  • Pascal Mack holte mit seinen fünf Treffen die U23 noch bis auf ein Tor heran, die letzten sechs Minuten wollte dann nichts mehr glücken.
  • Foto: swb-Bild: Peter Pisa/HSG
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Konstanz. Es war das erwartete Topspiel, das sich die U23 der HSG Konstanz und der TVS Baden-Baden in einem bis zum Schluss richtig heißen Kampf lieferten. Am Ende hielt sich der Tabellenzweite trotz 24:21-Führung der Gelb-Blauen schadlos und gewann etwas glücklich, aber letztlich auch nicht unverdient mit 27:26 (14:16).

Trainer Vitor de Faria Baricelli konnte stolz auf seine blutjunge Mannschaft sein. Gegen den physisch sehr starken, mit viel Dritt- und sogar Zweitligaerfahrung gespickten großen Favoriten fehlten Kleinigkeiten zum Punktgewinn, an dem sein Team lange geschnuppert hatte. Was fehlte, brachte der 25-jährige HSG-Coach in einem Wort auf den Punkt. „Erfahrung“, sagte er. Denn seine Schützlinge begeisterten auch gegen den Ex-Drittligisten, der im Hinspiel noch mit 34:24 leichtes Spiel hatte. Dieses Mal nicht. Die Konstanzer fanden auch gegen die beste Defensive der Liga, die hart und gut verteidigte, immer wieder die Lücken. Die erste Führung jedoch besorgte Torwart Moritz Ebert mit einem Doppelschlag in das verwaiste Gästetor zum 7:6. Vor der Pause lief dann erneut insbesondere Rechtsaußen Felix Fehrenbach heiß und sorgte zusammen mit Gianluca Herbel und Constantin Eich für die 16:14-Halbzeitführung. Barcielli: „Wir wollten wie ein Boxer agieren: Den Gegner beobachten. Immer etwas Neues bringen. Für mich ist entscheidend, was wir aus dieser Partie lernen.“

Während sich das Konstanzer Spiel durch schnelle Kombinationen und viele verschiedene Torschützen auszeichnete, profitierte Baden-Baden von der individuellen Klasse dreier Spieler. Christian Fritz (11), Han Völker (7) und Markus Koch erzielten 24 der 27 Gästetore.

Nach dem Seitenwechsel waren jedoch zunächst die jungen Konstanzer am Drücker. Fehrenbach erhöhte auf 18:15, sein Gegenüber Christan Fritz schlug mit drei Treffern in Folge zurück und stellte auf 18:18. Je länger die Partie dauerte, desto intensiver wurde um jeden Zentmeter gekämpft. Insgesamt zwölf Zeitstrafen verhängten die Schiedsrichter in einer höchst intensiven, aber jederzeit fair geführten Begegnung.

Benjamin Schweda ließ die HSG-Fans schließlich jubeln und traf ansatzlos per Schlagwurf zum 24:21 (42.). Eine Vorentscheidung war dies in einem an Spannung kaum zu überbietenden Schlagabtausch jedoch nicht. Immer, wenn sich eine Seite leichte Vorteile erarbeitete hatte, schlug der Gegner zurück. So nun auch Baden-Baden. Hatten sich die Konstanzer bis dahin gut gegen das beste Bollwerk der Oberliga durchsetzen können, schraubten die Gäste die Intensität in ihrer massiven Deckung nun noch einmal beachtlich nach oben. Konstanz fand fortan nur noch ganz schwer ein Durchkommen, sodass sich in der Schlussphase TVS-Keeper Thilo Hafner auszeichnen konnte und sein Tor vernagelte.

Über zehn Minuten fanden die Gastgeber keinen Weg zum Torerfolg mehr. In dieser Phase machte das Fehlen der Shooter Luca Merz und Lars Michelberger und die dadurch fehlende Gefährlichkeit aus der Distanz besonders deutlich bemerkbar. Baden-Baden konnte sich so weiter zurückziehen und seinen 6:0-Riegel formieren. Weil jedoch auch, trotz der körperlichen Unterlegenheit, die HSG-Youngster mit ganz viel Leidenschaft und Energie verteidigten, dauerte es bis zur 53. Spielminute, ehe Han Völker alles zum 24:26 drehte.

Das Mittel der Konstanzer: Kreisläufer Pascal Mack, der sich zweimal stark zum 26:27 durchtankte. In einem Kampf auf Biegen und Brechen in den letzten sechs Spielminuten ließen die beiden Abwehrreihen nichts mehr zu, sodass die Gäste schließlich jubeln, die Heimmannschaft aber genauso stolz auf ihre Leistung gegen den nun mit einem Bein in Liga drei stehenden Topgegner sein konnte.

„Das war ein Spiel gegen eine gute Mannschaft, aus dem wir viel lernen können“, bilanzierte Baricelli zufrieden. „Das hat richtig Spaß gemacht, sich so zu messen. Die Jungs haben alles gegeben. Wir befinden uns auf einem guten Weg. Am Ende hatte Baden-Baden das bisschen mehr Erfahrung. Wir sind hier in einem Prozess. Ab morgen sind wir konzentriert auf Tabellenführer Köndringen/Teningen. Vielleicht sind wir dort mit der gewonnenen Erfahrung dieses Spiels etwas glücklicher.“

Autor:

Andreas Joas aus Konstanz

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