Tim Bornhauser beim Handball-Aufstiegsspiel
„Ich schaue schon nach Sportbrillen“

Tim Bornhauser musste gleich zu Beginn des Handball-Aufstiegsspiels in Krefeld nach einem Schlag aufs Auge verletzt vom Feld.
  • Tim Bornhauser musste gleich zu Beginn des Handball-Aufstiegsspiels in Krefeld nach einem Schlag aufs Auge verletzt vom Feld.
  • Foto: swb-Bild: Michael Elser
  • hochgeladen von Andreas Joas

Konstanz. Kapitän Tim Bornhauser musste im Aufstiegsspiel der HSG Konstanz zur 2. Bundesliga in Krefeld bereits nach drei Minuten vom Feld, später kam noch Lars Michelberger mit einem blutenden Cut und gebrochener Nase hinzu. Bornhauser-Vertretung Jonas Hadlich zog sich eine Gehirnerschütterung zu. Im Interview spricht er über die Szene mit dem Treffer ins Auge, seine Gesundheit, die Chancen seiner Mannschaft auf die Finalspiele und einen möglichen Einsatz am Samstag, 20 Uhr, im nächsten Duell bei den Dragons aus Schalksmühle/Halver.

Tim, Du musstest nach einem Schlag schon nach drei Minuten vom Feld und später mit blutendem Auge in das Krankenhaus. Wie geht es Dir aktuell?

Ich spüre etwas Druck auf dem Auge und ein Reizgefühl. Ansonsten geht es mir soweit gut. Ich habe einen Riss in der obersten Schicht des Auges, konnte aber mit der Mannschaft nach Hause fahren. Die in Krefeld zunächst ins Spiel gebrachte Operation ist nach weiteren Untersuchungen aber zum Glück wohl nicht nötig. Ich habe jedoch am Donnerstag noch einmal eine Nachuntersuchung und hoffe, dass hier keine Schäden hinter dem Auge entdeckt werden und nichts zurückbleibt. Ich bin aber optimistisch, dass ich Glück im Unglück habe und wir das positiv in den Griff bekommen. Athletisch kann ich mich betätigen, aber noch nicht im Kontaktsport.

Wie hast Du die Situation erlebt?

Ich hatte nur den Spieler vor mir im Blick, als ich von der Seite einen Schlag rein bekomme und mir das Licht ausgeht. Nach dem Schlag habe ich noch geworfen, hatte dann aber Schmerzen und habe auf dem betroffenen Auge nichts mehr gesehen. Ich wusste zunächst nicht, wie ich damit umgehen sollte, denn beim Augenlicht habe ich zuerst schon geschluckt. Da gehen einem sofort tausend Gedanken durch den Kopf – wie die Geschichte von Karol Bielecki, der auf einem Auge erblindet ist. Ich wollte der Mannschaft, als ich langsam wieder etwas sehen konnte, noch von der Bank helfen, musste aber nach schwerer Entscheidung dem Rat der Ärzte zum Gang in die Augenklinik folgen.

Wie bewertest Du das Spiel in Krefeld?

Ich habe versucht, in den Unterbrechungen zwischen den Untersuchungen auf dem Handy weiter live mit dabei zu sein. Im Nachgang muss ich sagen, dass nicht viel vom Spiel bei mir hängen geblieben ist. Es war mental schwer mit den vielen Gedanken im Kopf dem Geschehen zu folgen. In Ruhe habe ich mir das Spiel aber noch einmal am Tag danach angesehen. Die Niederlage schmerzt, weil sie nicht hätte sein müssen. Wir hatten die Chancen auf ein besseres Resultat. Schade sind vor allem die Ausfälle, die wir nun zu beklagen haben. Wir wissen jedoch, dass wir die Qualität haben, den nötigen Schritt zu machen.

Vier Teams liegen nun mit 4:2 Punkten gleichauf. Wie stufst Du Eure Chancen nun ein?

Zwei Punkte hätten uns natürlich gutgetan und uns den Rücken gestärkt. Es war aber auch klar, dass Krefeld mit diesem Kader im Favoritenkreis mitspielen wird. Wir haben nun noch zwei Spiele, in denen wir viel erreichen und unserem nächsten Schritt zum Ziel näherkommen können.

Wie hast Du Jonas Hadlich als Deine spontane Vertretung wahrgenommen?

Ich habe großen Respekt vor seiner Leistung. Er kam erst Anfang der Woche aus der U23 zu uns ins Training und wusste gar nicht, ober er spielen wird. Der Notfall ist dann eingetreten. Er muss sich gar nichts vorwerfen. Es war eines der ersten Spiele auf diesem Niveau für Jonas. Fehler gehören dazu, aber Kompliment für seine Aufopferung. Er hat viel einstecken müssen. Die Verletzungen, auch die von Lars Michelberger, sind ärgerlich.

Sehen wir Dich schon am Samstag wieder auf dem Spielfeld?

Ich hoffe es und schaue schon nach Sportbrillen im Internet, falls das eine Option sein sollte. Letztlich entscheiden aber die Ärzte. Ich werde alles versuchen.

Fragen: Andreas Joas

Autor:

Andreas Joas aus Konstanz

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