Mit dickem Vorsprung zurück aus Wilhelmshaven
Jetzt heiß auf das große Finale in der Schänzle-Hölle

Mehr Freude und Energie geht nicht: Maximilian Wolf bei seinem Jubel über das dicke Polster für das Rückspiel am nächsten Samstag.
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  • Mehr Freude und Energie geht nicht: Maximilian Wolf bei seinem Jubel über das dicke Polster für das Rückspiel am nächsten Samstag.
  • Foto: HSG/ Michael Elser
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Konstanz/ Wilhelmshaven. Die HSG Konstanz hat sich im Hinspiel des Finals um den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga beim Wilhelmshavener HV eine sehr gute Ausgangsposition erspielt und nimmt nach dem 32:27-Erfolg an der Nordsee ein Fünf-Tore-Polster in das alles entscheidende letzte Spiel am Samstag, 28. Mai, 20 Uhr, in der Schänzle-Hölle. Die Gelb-Blauen verpassten es jedoch, nach einer 14-Tore-Führung bereits eine Vorentscheidung herbeizuführen. Karten für das große Finale daheim im Hexenkessel am Schänzle sind unter www.hsgkonstanz.de/tickets  erhältlich.

Spalier und La Ola am Mannschaftsbus der HSG

1700 Kilometer für 60 Minuten Handball. Eine Rechnung, die eine stattliche Anzahl an HSG-Fans, die sich lautstark bemerkbar machten, so wohl nicht aufstellten. Keine Reise ist ihnen zu weit, kein Aufwand zu hoch. Die Schlachtenbummler wurden dann auch mit einer fast fehlerlosen ersten Hälfte ihres spielfreudigen Teams belohnt. Später folgte das, was sie nur allzu gut kennen: Ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende stieg sie aber dennoch, die große Sause im Gästeblock und vor der Halle. Als sich der Mannschaftsbus der HSG mit dem Erfolg am Jadebussen wieder in Bewegung setzte, war er umringt von HSG-Fans. Durch ein Spalier an Fans, die die La Ola schwappen ließen, setzte er sich gen Bodensee in Bewegung. „Das ist ein riesen Support und tut den Jungs einfach richtig, richtig gut“, schwärmte Jörg Lützelberger. „Das hat sie so oft getragen in dieser Saison. Jetzt sind alle heiß darauf, dass es am Samstag bei uns richtig voll in der Halle wird.“

Fast fehlerlose erste Halbzeit

Vor allem außergewöhnliche erste 30 Spielminuten dürften das Herz der eigenen Fans höherschlagen lassen haben. Mit einer wieder einmal extrem beweglichen und aggressiven offensiven Deckungsformation stellte Konstanz den WHV vor große Probleme. Zudem erwischte Maximilian Wolf im Tor einen echten Sahnetag. Etwas mehr als sieben Minuten ging das gegenseitige Abtasten, ehe die HSG ihre Stärken voll zur Entfaltung bringen konnte. Hinten wurde leidenschaftlich und aufmerksam gearbeitet, ehe es blitzschnell nach vorne abging. Über 9:4 erhöhten die Gäste trotz der frühen zweiten Auszeit von WHV-Coach Christian Köhrmann auf 14:6. Gespielt waren hier gerade einmal etwas mehr als eine Viertelstunde. In diesem Tempo ging es immer weiter. Wolf krallte sich zwei Siebenmeter und Matthias Hild besorgte per Doppelschlag die 17:9-Führung kurz vor der Pause. Höhepunkt war der Kempa-Trick von Fynn Beckmann zum kaum für möglich zu haltenden 21:9-Halbzeitzstand beim letztjährigen Zweitligisten. Trainer Jörg Lützelberger analysierte nach dem Spiel dennoch nüchtern und bemerkte direkt im ersten Satz: „Das war die erste Halbzeit des Finals. Wir haben auswärts gespielt und die Spiele der letzten Saison analysiert. In der der ersten Halbzeit haben wir nahezu fehlerlos agiert, unsere Qualität auf die Platte gebracht und uns eine sehr hohe Führung erspielt.“

WHV beweist große Moral

In der zweiten Hälfte habe man hingegen gesehen, dass man nicht 60 Minuten fehlerfrei spielen könne. „Wir haben auch gesehen, welche Rolle der Kopf spielen kann“, fügte der 36-Jährige an. „Und dass Wilhelmshaven eine gute Mannschaft ist und gute Spieler hat.“ Der WHV bewies im zweiten Durchgang große Moral, viel Kampfgeist und hatte in Keeper Jakub Lefan einen starken Rückhalt, der seiner Mannschaft neuen Mut einhauchte. Nachdem Michel Stotz mit zwei Treffern hintereinander zu Beginn der zweiten 30 Minuten noch auf 24:10 für seine Farben gestellt hatte, kam der WHV nochmal ordentlich auf. Acht Minuten blieben die Konstanzer in der Folge torlos. Die Niedersachsen nutzten die Konstanzer Ballverluste für schnelle Tore und kamen bis auf 18:24 (43.) heran. In der Schlussphase hatte das Spiel so noch einmal eine ganz andere Dynamik und war wieder ein offener Schlagabtausch, in dem auch die HSG Charakter bewies und sich wieder aus dem Negativ-Lauf befreien konnte. Erneut vor allem durch Wille, Kampf und Einsatz sowie Torwart Leon Grabenstein, der nach seiner Einwechslung wichtigen Input lieferte. Näher als auf vier Tore kam Wilhelmshaven nicht heran. Am Ende sind es fünf Treffer, die die Konstanzer als Polster mit ans Schänzle brachten. Hätte ihnen dies jemand vor der Partie angeboten, wahrscheinlich hätte jeder sofort darauf eingeschlagen.

Endspiel am 28. Mai in der Schänzle-Hölle

Allerdings ist so nun noch einmal höchste Konzentration am Samstag, 20 Uhr, in der vollen Schänzle-Hölle gefordert. Eine Vorentscheidung ist noch nicht gefallen. Vielmehr hat der WHV gezeigt, dass man ihn zu keiner Zeit abschreiben darf. Mit vollbesetzten Rängen und der gelb-blauen Wand im Rücken fehlen der HSG Konstanz noch 60 konzentrierte Minuten bis zum großen Ziel. Es ist wieder ein Stückchen weiter in greifbare Nähe gerückt. Packen müssen sie es sich aber erst noch mit einer beherzten Vorstellung im letzten Spiel der Saison. „Wir haben uns auch jetzt, wo wir so viele Modi und Zwischenrunden hatten, gesagt, dass wir nicht anfangen zu rechnen“, erklärte Lützelberger. „Wir haben Wilhelmshaven geschlagen und werden versuchen, dies am Samstag noch einmal zu tun. Mit unseren eigenen Fans im Rücken und einer kürzeren Anreise.“ Der EHF-Mastercoach war stolz auf seine Mannschaft, auf die „Energie, die sich am Tag vor dem Spiel aufgebaut und die sich dann entladen hat.“

Autor:

Andreas Joas aus Konstanz

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