Langensteiner Cumpaney
Claudia Zähringer trägt als „Quotenfrau“ den Alefanzorden 2026
- Kaum eine Person verkörpert die Fasnet so wie sie: Claudia Zähringer ist Trägerin des Alefanzordens im Jahr 2026.
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Orsingen-Nenzingen. Für die Langensteiner Cumpaney ist die Verleihung des Alefanzordens wohl der Höhepunkt im Fastnachtskalender. Dieses Jahr sollte sich am 9. Januar zudem erweisen, wie sich der Neue an der Spitze – Simon Götz als Präsident des Fasnachtsmuseums Langenstein – schlagen würde.
Einen Überblick über den Abend in Bildern gibt es hier:
Bei der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste war für den Präsidenten eines schnell ersichtlich: Aus den Reihen der Parteien war praktisch nur die CDU zugegen. Schnell folgte die Antwort; der Wahlkampf hielt den Rest des Spektrums fern. Denn: „Wenn es ernst wird, muss man erstmal zum eigenen Narrenverein“, erklärte Simon Götz.
Seine eigene Lage nahm er mit Humor, bezeichnete sich als „Säugling in der Krypta der Langensteiner Fastnachtsveteranen“. Besonders prekär: Den Beginn des Abends musste er noch ohne Fuchsschwanzkappe meistern. Dem wurde schnell Abhilfe geschaffen: Wie auch Marco Riegger, Sandy Schmid und Anne Einhart, alle im Vorstand des Museumsvereins und „Langensteiner Embryonen“, so Götz, musste er den Rest des Abends nicht länger oben ohne verbringen. Auch Reinhard Jäger vom Narrenverein Nesselwangen erhielt für seine Unterstützung beim Bau des Fasnachtsmuseums die Kappe.
Es folgte das erste närrische Intermezzo: Das „Meßkircher Trio“, bestehend aus Pfarrer Stefan Schmid, Bäcker Eberhard Hauff und Holger Schank, Zunftmeister der Meßkircher Katzenzunft, warfen einen Blick auf das Geschehen im Landkreis. Da stand auch gleich Götz im Fokus, der bereits fleißig Spenden für das Museum gesammelt habe: „Kein Mensch wird verschont. Er kommt halt aus Singa, isch’s bettla gewohnt.“
Zwei Bürgermeister mehr tragen nun Fuchsschwanz
Nach diesem „Gastauftritt aus des Hegaus nördlichstem Zipfel“ konnte Simon Götz gleich selbst zwei Kappen verleihen. Thorsten Scigliano, der Bürgermeister der Gemeinde Mühlingen und „Star der Biberbahnreaktivierung“, durfte wie erwartet einen Seitenhieb auf die Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl in Volkertshausen einstecken. Anschließend ging der Fingerzeig (mehr oder weniger) diskret in Richtung Stockach. Denn während dort, der Prinzipien wegen, ihr Ehemann zum Laufnarren geschlagen wurde, bekam im Schloss Langenstein Bürgermeisterin Susen Katter selbst die Kappe auf. Museumspräsident Götz ermutigte sie gar zur offenen Revolte: Würde sie sich im Jubiläumsjahr in Stockach mit Fuchsschwanz zeigen, wäre das „wirklich alefänzig“.
Nach Musik der Radolfzeller „Seegras-Band“ ließ Rainer Hespeler, Präsident der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, den Spendentopf rumgehen. Vom Bau des Museums seien noch 200.000 Euro Schulden zu tilgen. Passenderweise habe die Stadt Konstanz absehbar 48 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes zur Verfügung. „Ausgerechnet jetzt, wo sich die Konstanzer an die Armut gewöhnt hatten“, so Hespeler.
Durch jenes Sondervermögen war der anschließende Sketch „Das große Fressen“ von der Realität überholt. Neben dem „Ur-Konstanzer“ (Rainer Hespeler) standen da auch die Imperia (Carola Schäpke), der „Höri-Obelix“ (Karl Amann), sowie Michael Zehnle zusammen mit den musikalischen „Pleitegeigern“ auf der Bühne. Der Text von Simon Götz spekulierte, dass der geplante Stadtteil „Hafner“ die knappen Kassen in Konstanz wieder aufbessern könnte.
Wird da etwa die Falsche gelobt?
Mit dem Auftritt der Loschore – die in der Kombination aus Martin Schäuble, Karl Amann, Michael Zehnle und Holger Schank 10-jähriges feierten – wurde der Höhepunkt eingeleitet: Simon Götz verkündete den Namen des diesjährigen Alefanz. Die Ehre hatte „das weibliche Gesicht der fünften Jahreszeit in Konstanz und darüber hinaus“: Claudia Zähringer. Diese bereichert in der Konzilstadt bereits seit Jahren die Fastnacht, insbesondere auf der Bühne im Duo mit Norbert Heizmann. Er, Alefanz des Jahrgangs 2007, hielt dann auch die Laudatio. Sehr zu seinem Leid, denn: „Ich lob‘ die Königin der Schelle“, bemängelte Heizmann, der selbige jahrelang habe aushalten müssen, wie er anhand einiger Anekdoten aufzeigte. „Der wo da g’lobt g’hört, das bin wohl ich!“ Letztlich konnte sich der Laudator in einer „Schnätterejuckerl“ begleitet durch die Ukulele doch noch zum Lob durchringen: „Kaum oiner, wie i des sieh‘, verdient den Orda so wie di.“
Die neue Trägerin des Alefanzordens indes berichtete von ihrem Versuch, ihre Auszeichnung nachzuvollziehen. Nachdem vor zwölf Jahren mit Gaby Hauptmann die letzte Frau ausgezeichnet wurde, stand für sie fest: „Es braucht mal wieder a Quotafrau“. Nach einer politischen Botschaft, wohl auch mit Blick auf die Landtagswahl im März – eine menschenverachtende Haltung sei „einem Narren nicht würdig“ – verabschiedete sie sich von der Bühne und läutete damit auch das Ende des Abends ein.
Autor:Anja Kurz aus Engen |