Grundsatzbeschluss bleibt bestehen
Gemeinderat lehnt Photovoltaik entlang der A98 ab
- Der Gemeinderat Orsingen-Nenzingen hat einer Anfrage für PV-Anlagen entlang der A98 eine Absage erteilt.
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Orsingen-Nenzingen. Fährt man durch die Landschaft Deutschlands sind sie nicht mehr zu übersehen - Freiflächenphotovoltaikanlagen. Diese Form der Energiegewinnung soll doch das Zeichen der Zukunft zu sein. Auch bei Wanderungen in unserer Gegend stößt man immer wieder statt auf Getreide- oder Maisfelder vermehrt auf Felder des Stroms. Doch Orsingen-Nenzingen hat einem Projekt nun eine Absage erteilt.
Schon im Frühjahr letzten Jahres fasste der Gemeinderat zu dem Thema einen Grundsatzbeschluss: Er möchte seine Flächen „nicht für einen Solarpark zur Verfügung stellen!. Sollte eine Anfrage für eine potenzielle Fläche entlang der Autobahn eingehen, kündigte die Verwaltung an, darüber gesondert zu informieren.
Genau dies ist nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung geschehen. Die Firma ILOS GER Invest kontaktierte die Verwaltung mit einer Anfrage über die Errichtung von Freiflächenphotovoltaik-Anlagen entlang der Autobahn 98 auf Gemeindegrundstücke. Sieben Flurstücke in unterschiedlichster Größe mit einer Gesamtgröße von fast acht Hektar sollte es betreffen. Zur Beschleunigung der Energiewende hat das Land sogar vorgesehen, dass die Umsetzung solcher Baumaßnahmen in einer Breite bis zu 200 Meter an der Autobahn besonders gefördert werden sollen.
Abgesehen von der allgemeinen Umweltdiskussion hat diese Förderaussicht und die Aussicht auf finanziellen Gewinn für die Gemeinde einige Ratsmitglieder zumindest dazu gebracht, darüber nachzudenken: Doch überwiegten am Ende die kritischen Stimmen: Da alle angefragten Flächen zudem bis zum 31. Dezember 2031 fest verpachtet sind, war sich der Gemeinderat einig, diese Anfrage abschlägig zu behandeln.
Er war sich aber auch einig, energiepolitisch etwas tun zu müssen. Und so kam der Wunsch auf, der Firma den Vorschlag zu machen, sie solle ein Angebot für eine Photovoltaikanlage über die bereits versiegelten Parkplätze an der Rebberghalle und dem Sportplatz in Nenzingen abgeben. Bürgermeister Stefan Keil gab gegenüber dem WOCHENBLATT an, dass er diese Form der Bebauung vorziehen würde, da Neuversiegelung vom Boden nicht mehr zeitgemäß wäre. Zudem würden die Mehrkosten der Überbauung durch Fördergelder zum größten Teil übernommen werden.
Marcelino Rüth
Autor:Redaktion aus Singen |