Bunter Abend
Moofanger lassen den Mond über Nenzingen tanzen
- Neue Nägel in fast allen Formen und Farben, nicht aber zum Reparieren des Hasenstalls gibt es nun in Nenzingen - was die Moofanger gleich als Anlass für einen Sketch nahmen.
- Foto: Constanze Wyneken
- hochgeladen von Anja Kurz
Orsingen-Nenzingen. Als sich die Rebberghalle in Nenzingen endlich wieder mit so allerhand bunten und geheimnisvollen Gestalten füllte, das Stimmengewirr langsam anschwoll und die ersten neugierigen Blicke zur Bühne wanderten, da war klar: Der Bunte Abend (dessen es in diesem Jahr auch wieder zwei gab) stand wieder vor der Tür.
Mehr Bilder vom Bunten Abend gibt es hier:
Was die Moofanger für 2026 an buntem Bühnenprogramm auf die Beine gestellt hatten, war eine kreative Mischung aus Humor und wohligem Heimatgefühl und das Programm zeigte wieder einmal, wie viel Herzblut in diese Veranstaltung(en) gesteckt wird und wurde. Sketche wechselten sich mit tänzerischen und sogar akrobatischen Beiträgen ab und zwischendurch blieb auch immer wieder Raum für Gespräche, für herzliches Lachen und gemütliches Beisammensein, wobei der Alleinunterhalter Daniel Keller mit seinen musikalischen Beiträgen für überaus fröhliche Stimmung und gute Laune sorgte: vorne, hinten, rechts, links, oben und unten – gute Laune einfach überall. Emanuel Schwanz führte als drastischer Handwerker moderierend durch das Programm.
In diesem warf Tanja Mayer in ihrer Büttenrede zunächst einmal ein Schlaglicht auf Arztbesuche in der heutigen Zeit, bei denen man vor allem eines haben muss: Geduld – zum Beispiel beim Warten auf einen Termin (wobei eine private Krankenversicherung den Prozess deutlich beschleunigen kann) oder im Wartezimmer (wo es immer gut ist ein Brotzeitpaket dabei zu haben). Knapp zusammengefasst, sei die Gesundheitsreform ein „Ach“ – sie war gemacht vom Lauterbach. Schlussendlich hieß es dann ganz barsch, die Reform war einfach für den A….
Amüsant wurde es auch in dem Sketch „Neue Halde - Neue Nägel“, der das neue Nenzinger Nagelstudio (in der alten Metzg‘) aufs Korn nahm, in dem man sich zwar halbmondförmige und mondgelbe Nägel mit Glitzer und Piercing verpassen lassen, doch leider keine Nägel zum Reparieren eines Hasenstalls kaufen kann. Christine und Tanja Leithe, Fritz Höre und Antonie Schäuble strapazierten hier die Lachmuskeln. Und wer hier noch nicht genug gelacht hatte, konnte sich damit im Sketch „Zum Volksfest“ mit Dietmar Wind und Tanja Mayer verausgaben. Hier nämlich fuhr ein bruddeliges, älteres Ehepaar mit dem Bus von Nenzingen zu einem Volksfest nach Konstanz. Er hatte sich zwar auf ein Bier und eine „Rote“ im Festzelt gefreut. Doch durchkreuzte sie seine Pläne mit eigens mitgebrachter Vesper bestehend aus „Schwäbischer Schorle“ (halb Wasser, halb Mineralwasser) und Wurstbrot ohne Wurst dafür aber mit Marmelade. Schlussendlich konnte man im Dorfgespräch mit Tobias Mayer, Bernd Schacher, Jörg Naumann und Ralf Martin noch mehr Dorftratsch erfahren… zum Beispiel warum Nenzingen kein Luftkurort aber vielleicht ein Bad Nenzingen werden könnte oder dass, laut Schild, auf dem Friedhof ein Klettergerüst entstehen sollte.
Gespickt mit traumhaften und nachtwandlerischen Tanzeinlagen der HipHop-Gruppe von Fabienne Reichelt mit Unterstützung von Nora Mayer, halsbrecherischer Akrobatik dargeboten durch die Turngruppe von Walter Wegmann und Frank Joos und noch mehr Tanz wie auf einem Laufsteg unter der Leitung von Judith Bold und unter den gestrengen Blicken eines Karl Lagerfeld wurde dem Publikum so richtig eingeheizt. Schlussendlich sorgte der in den bunten Vereinsfarben Blau und Gelb und in Aufblasanzügen trotz aller Bewegungsunfähigkeit doch recht elegant sich bewegende Narrenrat für mehr als gehobene Stimmung. Und auch nachdem das Publikum traditionell mit „Guter Mond, Du gehst so stille“ offiziell verabschiedet worden war, wurde noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, in denen dann selbst der Mond wieder schlafen ging.
von Constanze Wyneken
Autor:Redaktion aus Singen |