Die ganze Halle erhebt sich bei großer Ehrung
Walter Benz erhält die Heinrich Rehm Medaille
- Walter Benz strahlt bei seiner Auszeichnung. Sein Humor und sein fröhliches Gemüt waren aber nur zwei der Gründe für seine Beliebtheit und letztlich für die Auszeichnung. Von links: Simon Götz, Präsident des Vereins Fasnachtsmuseum Langenstein, Walter Benz und Reiner Hespeler, der Präsident der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee.
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Orsingen-Nenzingen. Nacheinander erhoben sich die Gäste in der Rebberghalle in Nenzingen, nach der Rede von Walter Benz. Jahrelang hat er die Heinrich Rehm Medaillen verwahrt vor den Verleihungen, am Samstag, 22. November hat er nun selbst die Ehre gehabt von der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee damit für seine unzähligen und langjährigen Leistungen ausgezeichnet zu werden. Gottmadingens Bürgermeister, Michael Klinger, zählte auf, welche Eigenschaften und Taten Benz für die Auszeichnung befähigten und welchen Anteil auch seine Frau, Charlotte Benz, daran hatte.
Laudatio in Kapiteln
"Wie kann ein Mensch wie ich hier wagen, etwas über ein Genie wie Walter Benz zu sagen", leitete Gottmadingens Bürgermeister, Michael Klinger, seine Lautdatio über den Ausgezeichneten ein. Um Walter Benz verschiedene Aktivitäten gebührend zu ehren, teilte Klinger seine Rede in drei Kapitel ein: Walter Benz als Fastnachter, als Lanvoigt und Kanzeler sowie Walter Benz als Organisator.
Der Bürgermeister scherzte selber, dass er nicht ganz wüsste, warum gerade er die Ehre hatte, die Laudatio abzuhalten. Schließlich teile er lediglich das Leid in Gottmadingen zu wohnen, mit Benz und habe den Bundeskanzler und im Vatikan wegen einer Laudatio angefragt, die ihm die Ehre aber überließen, so Klinger.
Irres Engagement in der Fastnacht
Walter Benz ist seit über 60 Jahren bei dem Narrenverein Gottmadinger Gerstensäcke engagiert. Er war jahrzehnte lang Zunftmeister und habe stehts bei der Aufstellung für Fotos das Kommando übernommen, erzählte Klinger. Als eher kleiner Mensch zog es ihn so auch häufig in die vorderen Reihen, so Klinger weiter, "du hast selten die Kameralinsen gesucht, sie aber immer gefunden."
Benz hat in der Fastnacht und seiner Heimat seine Berufung gefunden, erklärt Klinger weiter. Für die Landschaft Rosenegg war er als Landvoigt tätig und für die Narrenvereinigung leitete er 20 Jahre lang den Anzeigenverkauf in der Narrenzeitung und diente mit seinem Beziehungsgeflecht im ganzen Landkreis und Organisator als stets engagiertes Mitglied. "Was er zusagt, hält er an", so Klinger.
Besondere Ausstrahlung und seine Frau
Zwei Aspekte zogen sich durch die Lobworte von Michael Klinger und dem Präsidenten der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee: das Lob für seine einzigartig freundliche Ausstrahlung und auch lobende Worte an Benz Frau, Charlotte Benz. Laut Klinger habe sie einen großen Anteil an der Medaille. Schließlich habe man sie häufig gesprochen, wenn Walter Benz nicht zu erreichen war und dabei habe sie in seinen Aufgaben manchmal fast besser Bescheid gewusst als er. "Ich wusste, worauf ich mich einlasse bei unserer Hochzeit", so Charlotte Benz, "wir teilen diese Leidenschaft."
Benz betont die Wichtigkeit der Nachzügler
Der sichtlich gerührte Benz wurde von der ganzen Halle mit stehenden Ovationen beklatscht. "Ein Leben ohne Fasnacht wäre für mich unvorstellbar", so Benz. Manche Freundschaften und Kontakte, die er dadurch geknüpft habe, hielten bis heute noch.
Angesichts moderner Freizeitalternativen und -angebote, betonte Benz, wie wichtig es sei, die Fasnacht zu erhalten. Jedoch mache er sich wenig Sorgen, da viele junge Menschen nachkommen.
Autor:Sebastian Ridder aus Konstanz |