Deutsche U19-Meisterschaften im Hallenradsport
Gold und Silber für den RMSV Aach, Bronze für Nenzingen
- Die deutschen Meister im 4er-Einrad der Juniorinnen. Von links: Jana, Mayla, Emelie, Saskia
- hochgeladen von Sebastian Ridder
Moers/Nenzingen/Aach. Die Deutschen Meisterschaften der Junioren (U19) im Hallenradsport (Kunstrad, Einrad, Radball und Radpolo) fand am Wochenende im Sportzentrum Rheinkamp. Dass die nationalen Meisterschaften ihre eigenen Gesetze hat, bekamen einige der jungen Athleten/innen zu spüren, denn nicht immer klappt zu Saison-Höhepunkt alles perfekt. Einige der für die Junioren-EM nominierten zeigten an diesem Tag Nerven und konnten ihr Potenzial nicht vollständig abrufen. Überwiegend holten sich jedoch die Favoriten auch die zu vergebenden Medaillen. Mit dabei aus der Radsport-Region Hegau Bodensee vier Mannschaften des RMSV Aach sowie ein Team des RMSV Nenzingen. Aach holte im 4er Einrad der Juniorinnen sowie im 6er-Kunstrad jeweils den DM-Titel an die Aachquelle. Der 4er-Kunstrad Juniorinnen fuhr zum Vize-Meistertitel. Ebenso der 6er Einrad. DM-Bronze nahm der 4er aus Nenzingen mit nach Hause. „Alle Sportlerinnen und Sportler aus unserer Region fahren mit mindestens einer Medaille um den Hals nach Hause“, so war aus den beiden Lagern zu hören.
„Ich hatte im Vorfeld der DM noch nicht gedacht, dass das junge Team im ersten Juniorenjahr gleich zweimal Deutscher Meister wird“, so Aachs Cheftrainerin Katja Gaißer. „Mit der ein oder anderen Medaille hatten wir schon geliebäugelt. Nach dem nicht erwarteten DM-Sieg im 4er Einrad haben die Mädels auch in den anderen Disziplinen das umgesetzt, was im Training erarbeitet wurde. Der Verein ist so stolz auf das ,was sie in den beiden Tagen geleistet haben.“
Gleich der erste Start brachte den ersten DM-Titel. Im 4er Einrad waren 15 Teams am Start. Aach mit Mayla Rietschle, Emelie Lehmann, Saskia Grote und Jana Setzter waren als drittletztes Quartett am Start. Es galt die vorgelegten 126,77 Punkte von Antrup-Wechte zu überbieten. Und sie zauberten eine perfekte Kür auf die Fläche. 134,62 Punkte das Ergebnis. War das der Titel? Denn mit Oberaußem und Denkendorf kamen noch die vermeintlich stärksten Teams. Vom Flächenrand beobachtet Aach die weiteren Teams. Oberaußem ging mit 128,89 runter und Denkendorf mit 132,18. Nach diesen Ergebnissen fielen sich die Sportlerinnen und mitgereisten Fans um die Arme. Groß der Jubel für den nichterwarteten DM-Titel.
Im 4er-Kunstrad, der Königsdisziplin im Mannschaftsfahren, waren 13 Teams am Start. Für den Titel kam eigentlich nur die Europameisterinnen aus Ebnat infrage. Sie holten sich auch mit 199,82 den Titel. Aach hoffte auf Platz 2. Emelie Lehmann, Haylie Rietschle, Anika Meßmer und Saskia Grote begannen sehr gut. Bei der gleichzeitigen Torfahrt berührten sich die Lenker der beiden durchfahrenden Sportlerinnen. Trotz lautstarkem „Fahr“ der Trainerin musste eine Sportlerin vom Kunstrad. Am Ende waren es 173,97 Punkte und damit DM-Silber vor Schwanewede das mit 146,96 Bronze holte. Knapp dahinter folgten Wiednitz (145,13) und Denkendorf (145,10).
DM-Titel Nr. 2 fuhren Emelie Lehmann, Mayla Rietschle, Haylie Rietschle, Saskia Grote, Anika Meßmer und Jana Setzer im 6er-Kunstrad ein. 99,04 von Tempo Liem galt es zu überbieten. Und sie konnten ihre Trainingsleistung vollständig abrufen. Mit 161,82 stiegen sie freudestrahlend von ihren Kunsträdern. Schwanewede als letztes Team hatte die höchste Schwierigkeit eingereicht. Mit 142,46 sollten sie Aach nicht mehr überholen können. Somit nicht nur die erhoffte Medaille, sondern der DM-Titel.
Am frühen Sonntagmorgen stand das 4er Einrad der offen Klasse auf dem Programm. Der RMSV Nenzingen in der Besetzung Janosch Hartleb / Hannes Hartleb / Luisa Störkle / Lena Schönherr waren als Nr. 3 am Start. Mit der gewohnten Sicherheit kamen sie mit 97,77 Punkten von der Fläche und überboten damit die Vorgabe von Kissing-Merching, das 47,59 vorgelegt hatte. Kervenheim mit 105,16 und die neuen Deutschen Meister aus Ebnat mit 141,77 waren danach deutlich besser. Somit durfte das Nenzinger Quartett DM-Bronze entgegennehmen. „Mehr war heute nicht drin“, so Trainer Frank Ruhalnd. „Die anderen Teams waren zu stark und haben verdient Gold und Silber gewonnen.“
Die letzte Entscheidung fiel im 6er Einrad. Hier waren 12 Mannschaften am Start. Für die Medaillen kamen sieben Sextetts infrage. Das Aacher Team mit Emelie Lehmann, Koshi Mirzai, Jana Setzer, Saskia Grote, Haylie Rietschle und Mayla Rietschle war als viertletzte an der Reihe. 120,65 war die Vorlage von Oberaußem, die von Aach mit 121,87 überboten wurden. Antrup-Wechte 6 mit 102,63 und Denkendorf mit 108,56 fielen hinter Aach zurück. Silber war somit sicher. Antrup-Wechte, die mit der höchsten Schwierigkeit am Start waren, fuhren anschließend mit 127,16 Punkten zum deutschen Meistertitel. „In dieser Disziplin hatten wir uns nach dem DM-Halbfinale am wenigsten erhofft,“ so Katja Gaißer. „Aber jeder muss erst fahren und Deutsche Meisterschaften sind immer für Überraschungen gut.“
Wilfried Schwarz
Autor:Redaktion aus Singen |