Begeisterndes Konzert von Gentleman
Das Seefestival wurde für einen Abend zum "Jamaika des Bodensees"
- Foto: Philipp Findling
- hochgeladen von Philipp Findling
Radolfzell. Er ist der mit Abstand bekannteste deutsche Reggae-Musiker, der seit fast 30 Jahren die hiesige Musikszene berreichert. Am 5. Juni gastierte Gentleman mit einer mitreißenden Bühnenperformance und einem brandneuen Song im Gepäck auf dem Seefestival Radolfzell.
Dabei hätte das Wetter sowie die Stimmung am Zeller Konzertsegel nicht besser zu dieser Musik passen können. Hierzu wurden die rund 2.500 Zuschauer bereits ab 18 Uhr vom Radolfzeller Musiker Ruffnick und Zapata Soundz aus Karlsruhe mit besten Dancehall-Reggae-Beats sowie vom Österreicher Fii mit einer sehr außergewöhnlichen wie unterhaltsamen Soloshow eingeheizt.
Bevor der Kölner Musiker schließlich unter tosendem Applaus die Bühne betrat, sorgten dessen Backgroundsängerinnen Mamadee und Tamika mit "One Love" und "Even When It Rains" für Vorfreude bei der bereits tanzfreudigen Menge. Hat sich das Konzertsegel zu diesem Zeitpunkt schon längst in das "Jamaika des Bodensees" verwandelt, etablierte Gentleman dies umso mehr mit seinen ersten drei Tracks "WFYL", "Runaway" und "Warn Dem". Sichtlich begeistert vom feier- und musikfreudigen Publikum sowie der Location ("Wow, Radolfzell, wie schön ist das einfach heute bei euch?") zeigte der 52-Jährige bereits bei "Uprising", "Red Town" und "Can't Stop The Love", aber auch "Changes" und einer seiner bekanntesten Hits, "Intoxication" sowie mit seiner starken wie auch serh humorvollen Bühnenpräsenz und tiefgehenden Botschaften der Songs, warum er seit etwa 30 Jahren das Gesicht der deutschen Reaggae-Szene ist und die Massen anzieht.
Nachdem bei "Good Days" die Ladies wieder kurz das Gesangszepter in die Hand nahmen und Gentleman unter anderem mit "What She Deserves" einen Song präsentierte, der mit der Liebe zur eigenen Mutter sowie dem Welthunger zwei sehr tiefgehende Themen aufgriff, zeigte der Sänger mit "Garten", "Zwischen den Stühlen" und "Schöner Tag" wie sprachlich abwechslungsreich dessen Repertoire doch ist. Gerade bei diesen drei Songs kam dessen einzigartige Stimmfarbe wundervoll zur Geltung. Generell jedoch wusste der Kölner auch durch seine sozialkritischen Botschaften zwischen den Songs diejenigen Zuschauer, die bisher nicht dessen Musik eng zugewandt waren, an diesem Abend auf seine Seite zu ziehen.
Für noch mehr Tanzlaune im Publikum sorgte Gentleman schließlich mit dem Song "Motivation" sowie Can't Lock The Dance", die das Konzertsegel in eine wahre karibische Tanzarena verwandelte. Doch genug hatte der 52-Jährige hiernach noch lange nicht, was er auch der Menge zu deren Freude unmissverständlich zum Ausdruck brachte. Aus "Einer geht noch" wurden schließlich am Ende "sechs gehen noch". Dabei hielt es Kölner mit seinem Hit "To The Top" schon nicht mehr auf der Bühne, ehe er mit dem abermals botschaftsstarken Song "Unity" aus seinem neuen Album "Grattitude" der Menge einen brandneuen Song präsentierte. Bei seinem wohl bekanntesten Song "Superior" mischte sich der Sänger dann, für viele kaum sichtbar, mitten unter die Zuschauer, um diesen gemeinsam mit ihnen zu performen und somit vor dem Abschluss dieses sehr stimmungsvollem wie sehr atmosphärischen Konzert für ein kleines Hautnah-Konzert sowie ein Konzerterlebnis zu sorgen, das nicht nur bei den 2.500 Feierfreudigen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Hier geht's zum Konzert von Querbeat am 3. Juni:
Hier geht's zum Konzert von Doro Pesch vom 4. Juni:
Autor:Philipp Findling aus Singen |