Vernissage in der Villa Bosch
Drei Kunstschaffende präsentieren "raumgreifende" Kunst
- Großes Interesse herrschte bei der Eröffnung der neuen Ausstellung "Raumgreifend" in der Villa Bosch, wo auf zwei Stockwerken ausgestellt wird. Im Erdgeschoss sind die Werke von Liesbeth Doornbosch zu sehen.
- Foto: Tobias Lange
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Radolfzell. Kunst nimmt Raum ein. Nirgends wird das so deutlich, wie derzeit in der Villa Bosch in Radolfzell. Unter dem Titel "Raumgreifend" stellen dort drei Kunstschaffende - die Künstlerin und Autorin Liesbeth Doornbosch und das Künstlerduo Ariane Faller und Mateusz Budasz - ihre Werke aus. Zuvor hatte der Kunstverein am 27. März zur Vernissage eingeladen.
Auf zwei Etagen erleben Kunstfreunde, wie Unterschiedlich der Begriff "Raum" interpretiert werden kann: Auf der einen Seite zweidimensionale, mit Texten ergänzte Gemälde und Collagen, in die der Betrachter eintauchen kann, auf der anderen Seite dreidimensionale Installationen, die sich dem Besucher geradezu entgegenstrecken. Die Werke von Liesbeth Doornbosch einerseits und Ariane Faller und Mateusz Budasz andererseits "behandeln den Raum als Motiv und Thema, als Ort und Situation, mit unterschiedlichen Ansätzen und Materialien", betonte Dr. Andreas Gabelmann, der in die Ausstellung einführte und dabei die drei Kunstschaffenden und ihr Werken vorstellte.
Das Schaffen von Liesbeth Doornbosch sei geprägt von einer Auseinandersetzung mit Architekturen und Räumlichkeiten, erläuterte Gabelmann. "In ihren Bildern zeigt sie uns vielschichtig angelegte Raumkonstruktionen, die sich im Spannungsfeld zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion entfalten." Dabei seien zwei Gruppen zu beobachten, die sich gegenseitig ergänzen: große Gemälde auf Leinwand und kleinformatige Collagen auf Papier. Der Fokus liege auf Darstellungen von Gebäuden, Innenräumen und Möbeln. "Die Bildschöpfungen offenbaren eine enge Verzahnung von Architektur und Malerei."
- Den Raum im Obergeschoss haben Ariane Faller und Mateusz Budasz mit ihren Installationen in Anspruch genommen.
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Das Duo Faller und Budasz verwandeln ihrerseits "die Räume der Villa Bosch in ein begehbares Gesamtkunstwerk, das die Grenzen sprengt zwischen Malerei und Zeichnung, Skulptur und Installation, Fotografie und Objekt", schilderte Andreas Gabelmann. "Ihre Werke entwickeln sie stets eigens für einen bestimmten Ort. Die temporären Installationen sind speziell für die jeweilige räumliche Situation entworfen und reagieren auf die spezifischen Bedingungen der architektonischen Umgebung." Der Raum werde bei ihrer Kunst zum Hauptakteur. Für die Räume im Obergeschoss der Villa Bosch entschieden sich die Künstler für "einfache Holzböcke aus dem Baumarkt", die "abenteuerlich ineinander verkantet und verkeilt" dem Betrachter nur schmale Wege lassen. "Wir müssen uns neue Wege durch die so vertraute Umgebung der Villa suchen."
Die Ausstellung "Raumgreifend" ist noch bis Sonntag, 24. Mai, in der Villa Bosch zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos. Geschlossen bleibt die Villa am Karfreitag (3. April), Ostermontag (6. April) sowie am 1. Mai.
Autor:Tobias Lange aus Singen |