Bahn-Vertreterin zu Besuch in Radolfzell
Radolfzell möchte ein zukunftsfähiges Bahnhofsumfeld und moderne Infrastruktur
- Die Bahnhofsentwicklung begann 1869 mit der Eisenbahneröffnung. Stadtrat und Historiker Christof Stadler gab einen umfassenden Einblick in die historischen Entwicklungen.
- Foto: Stadt Radolfzell
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Radolfzell. Nachhaltige Stadtentwicklung ist eines der zentralen Themen in Radolfzell. Um die Weiterentwicklung des Bahnhofs und dessen Umfeld als modernen Mobilitätsstandort voranzubringen, begrüßte Oberbürgermeister Simon Gröger gemeinsam mit Projektleiter Patrick Wacker und Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinderates kürzlich Dr. Clarissa Freundorfer, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, zu einem gemeinsamen Strategietermin in Radolfzell.
Dabei nimmt die Stadt eine zentrale Rolle im regionalen und internationalen Bahnverkehr ein. Radolfzell ist nicht nur ein bedeutender Knotenpunkt für Pendlerinnen und Pendler, sondern auch für grenzüberschreitende Verbindungen in Richtung Schweiz und Österreich. Im Fokus der Gespräche mit der Deutschen Bahn stand die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes als größtes Stadtentwicklungsprojekt in Radolfzell, zu dem auch die umfangreiche Modernisierung des Bahnhofs zählt. Das rund 6,7 Hektar große Entwicklungsgebiet erstreckt sich über eine Länge von circa 1,1 Kilometern entlang der Bahngleise und bietet erhebliche Entwicklungspotenziale.
„Mit der Entwicklung des Bahnhofsumfeldes gestalten wir eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Radolfzells der nächsten Jahrzehnte. Das Bahnhofsumfeld ist weit mehr als ein Verkehrsknotenpunkt – es wird ein lebendiger Raum, der Bahnhof, Innenstadt und den Bodensee noch stärker miteinander verbindet. Der direkte Austausch mit Frau Dr. Freundorfer und der Deutschen Bahn ist dabei ein wichtiger Baustein, um die Entwicklung des Bahnhofs sowie seines Umfeldes zukunftsorientiert voranzubringen. Wir möchten eine attraktive Stadtkulisse schaffen, die neue Impulse für Wohnen, Gesundheit, Wirtschaft und die Aufenthaltsqualität in unserer Stadt setzt“, betonte Oberbürgermeister Simon Gröger. Die Planungen umfassen wichtige städtebauliche Projekte wie den Bau eines medizinischen Zentrums, eines modernen Fahrradparkhauses, die Errichtung der Flagship-Filiale der Sparkasse sowie den Bau eines PKW-Parkhauses mit barrierefreiem Zugang zum Bodensee, der See und Innenstadt für alle miteinander verbindet. Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs durch die Deutsche Bahn AG ist ein wichtiger Baustein zur Förderung der nachhaltigen Mobilität.
Investitionen in Barrierefreiheit und Infrastruktur
Ein zentrales Thema des Termins war auch die anstehende Sanierung des Radolfzeller Bahnhofs. Die Deutsche Bahn, der Bund, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Radolfzell planen hier Investitionen in Höhe von rund 47 Millionen Euro im Rahmen des Bahnhofsmodernisierungsprogramms II (BMO II). Nach aktuellem Stand sollen die Bauarbeiten im Jahr 2027 beginnen. „Barrierefreiheit ist für uns ein zentrales Anliegen. Derzeit sind lediglich die beiden äußeren Gleise barrierefrei erreichbar. Das stellt nicht nur für mobilitätseingeschränkte Reisende eine Herausforderung dar, sondern ebenfalls für Fahrgäste mit Kinderwagen oder Fahrrädern. Mit der Sanierung wollen wir zukünftig alle Gleise barrierefrei erschließen“, erläuterte Dr. Freundorfer, die das Projekt auch weiterhin aktiv begleiten möchte.
Auch Patrick Wacker, Projektleiter des Bahnhofsumfeldes, sieht in der engen Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn einen wichtigen Erfolgsfaktor: „Die Stadt Radolfzell versteht sich als konstruktiver Partner der DB. Unser Ziel ist eine verlässliche, zukunftsorientierte Schienenanbindung, die der Bedeutung des Wirtschafts- und Lebensraums am Bodensee gerecht wird. Hier entsteht nicht nur eine moderne Mobilitätsdrehscheibe, sondern ein neues urbanes Entrée zur Stadt, das Radolfzell funktional, städtebaulich und gestalterisch nachhaltig stärkt.“ Mit der weiteren Entwicklung soll ein zukunftsfähiges Quartier geschaffen werden: Kurze Wege in die Innenstadt, eine hohe Aufenthaltsqualität, attraktive Freiräume und optimale Umsteigebeziehungen bilden dabei die Grundlage für eine nachhaltige und klimafreundliche Stadtentwicklung.
Das Bahnhofsumfeld – Radolfzells größtes Stadtentwicklungsprojekt
Mit der Entwicklung des Bahnhofsumfeldes gestaltet die Stadt Radolfzell eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte. Die Verbindung zwischen Innenstadt, Bodensee und Bahnhof soll dabei nachhaltig gefördert werden:
Medizinisches Zentrum auf dem Wein-Mayer-Areal
Ein wichtiger Baustein ist die geplante Entwicklung eines medizinischen Zentrums auf dem Wein-Mayer-Areal. Damit soll die Gesundheitsversorgung in Radolfzell langfristig gestärkt und ein attraktiver Gesundheitsstandort in zentraler Lage geschaffen werden. Das Konzeptvergabeverfahren als Investorenwettbewerb läuft bis zum 07.07.2026. Im September 2026 tagt das Bewertungsgremium
Neue Verbindung zwischen Innenstadt und See
Mit dem geplanten PKW-Parkhaus soll auch ein barrierefreier Steg mit Aufzug über die Gleise entstehen und so neue Verbbindungen zwischen Bodensee und der Innenstadt schaffen. Auch für Fahrradfahrende auf dem Bodensee-Radweg hat dies Vorteile: Sie können so die Radolfzeller Innenstadt direkt und barrierefrei erreichen, ohne den Bahnhof passieren zu müssen. Geplant ist das Parkhaus mit einer Kapazität von 450 Stellplätzen. Gleichzeitig können zusätzliche Flächen für Veranstaltungen geschaffen werden.
Nachhaltige Mobilität stärken
Zur Entwicklung des Quartiers gehört auch die Weiterentwicklung der Mobilitätsinfrastruktur. Bereits im Integrierten Klima-Mobilitätskonzept 2030 PLUS, das der Gemeinderat im März 2024 beschlossen hat, ist ein Fahrradparkhaus als Leuchtturmprojekt verankert. Das geplante Fahrradparkhaus direkt am Bahnhof soll künftig Platz für bis zu 700 Fahrräder bieten. Gleichzeitig schaffen moderne Umsteigemöglichkeiten die Voraussetzung für eine nachhaltige Erreichbarkeit des gesamten Areals.
Modernisierung des Bahnknotens
Mit dem Projekt BMP II investiert die Deutsche Bahn in die langfristige Leistungsfähigkeit und die Barrierefreiheit des Bahnhofs. Die Modernisierung bildet eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung des gesamten Umfeldes und zur Stärkung des Standorts am westlichen Bodensee. Geplant ist der Neubau aller Bahnsteige mit einer zu den Zügen passenden Einstiegshöhe. Des Weiteren sind ein neuer stufenfreier Gehweg („Schweizer Rampe“), Aufzüge an jedem Bahnsteig sowie neue Bahnsteigdächer vorgesehen. Darüber hinaus erneuert die DB die gesamte Ausstattung umfassend, beispielsweise die Reisendeninformation, die Beleuchtung und die Beschilderung.
Entwicklung der Aurelislinse
Für die Aurelislinse werden derzeit verschiedene Zukunftsperspektiven untersucht. Im Fokus stehen sowohl die Schaffung von urbanem Wohnraum als auch die Möglichkeit einer Freizeitnutzung in Form eines modernen Freizeitbades.
Sparkassen-Neubau als wirtschaftlicher Impuls
Direkt am Bahnhof soll die neue Flagship-Filiale der Sparkasse Hegau-Bodensee entstehen – nur 300 Meter von der Innenstadt entfernt. Der Neubau wird einen markanten städtebaulichen Akzent setzen und die die wirtschaftliche Bedeutung des Bahnhofsumfeldes als neuen Stadteingang unterstreichen. Aktuell arbeitet die Sparkasse an einem internen Architektenwettbewerb – diese Ergebnisse werden im Herbst 2026 vorgestellt.
In ihrer Gesamtheit machen diese Projekte deutlich: Das Bahnhofsumfeld ist weit mehr als ein Verkehrsprojekt. Es entwickelt sich zu einem neuen, nachhaltigen Quartier und du einem zukunftsweisenden Stadteingang, der die Stadtentwicklung Radolfzells für die kommenden Jahrzehnte prägen wird.
Quelle: Stadt Radolfzell
Autor:Presseinfo aus Singen |