Das Narrengericht Stockach gibt bei Dreikönigssitzung Beklagten Cem Özdemir bekannt.
Humor, Schwung und Schlagfertigkeit für die Fasnet

Cem Özdemir Beklagter Narrengericht Stockach
  • Cem Özdemir Beklagter Narrengericht Stockach
  • Foto: Der neue Beklagte vor dem Narrengericht Stockach, Cem Özdemir, stand dort bereits 2015 als Zeuge vor dem Kollegium. Rechts: Fürsprech Michael Nadig. swb-Bild: Archiv/sw
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Stockach. Einen Abend voller Höhepunkte versprach das Narrengericht Stockach für seine Dreikönigssitzung. Und das Versprechen wurde eingehalten: Cem Özdemir muss sich als Beklagter verantworten, es gab viel feinsinnigen sowie handfesten Witz und Altlandrat Frank Hämmerle wurde als Ehrenlaufnarr geehrt.

Spannend hatten es die Stockacher Narren auch in diesem Jahr bei der Bekanntgabe des Beklagten bei der Narrengerichtsverhandlung am 20. Februar gemacht. Als der Name Cem Özdemir durchs Bürgerhaus »Adler Post« hallte, hatten einige Gäste den Politiker schon aufgrund der Charakterisierung von Kläger Wolfgang Reuther und Fürsprech Michael Nadig identifizieren können.

Wie Narrenrichter Jürgen Koterzyna gegenüber dem WOCHENBLATT betonte, wolle man die Aufmerksamkeit des vergangenen Jahres nutzen, um auch 2020 zahlreiche Besucher zur Narrengerichtsverhandlung zu locken. Für Özdemir habe sich das Kollegium aufgrund einer Auswahlliste von Bundes- und Landespolitikern entschieden, die als Basis für die Entscheidung, wer zum Beklagten werde, diene.

Die Stockacher Narren hatten sich vorgenommen, an dem Abend ein Zeichen für mehr Weiblichkeit zu setzen - doch man habe sich da eher eine Art Damenkränzchen vorgestellt, erklärte Narrenrichter Koterzyna. Kein Wunder, dass die grüne Landtagsabgeordnete Nese Erikli mit ihrem politisch-närrischen Gastbeitrag voller Seitenhiebe auf das Kollegium, das sie »mangels Weiblichkeit an den Vatikan erinnere«, zurückschlug. Denn da sie vom Narrenrichter mit den Worten »sie sei ja ganz lieb und nett und auch nicht übertrieben fett« zur Teilnahme am Dreikönigstreffen eingeladen worden sei, ließ die Politikerin, die von sich sagte, sie habe einen Migrationshintergrund, da sie in Schwaben aufgewachsen sei, es sich nicht nehmen, zu monieren, dass es im Hühnerstall auch doof wäre, wenns dort nur Gockel gäbe.

Für musikalische Unterhaltung sorgte eine weitere »Frau« - das Eierwieb der Singener Poppele Zunft, Uwe Seeberger, mit der A-capella-Gruppe »Die Dramatischen Vier«. Neben schmissigen Arrangements wie »Jetzt leg mer lo-lo-los« und »Spiegelei aufm Teller« wurde sogar ein Singener Fasnetlied für Stockach umgeschrieben.

Uwe Seeberger wurde vom Narrengericht mit dem Hans-Kuony-Kreuz ausgezeichnet, der Vize-Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte e.V. (VSAN), Otto Gäng, erhielt die Hans-Kuony-Medaille.

Zum ersten Mal nach 26 Jahren vergaben die Narren eine ganz besondere Ehrung: Altlandrat Frank Hämmerle erhielt die Auszeichnung als Stockacher Ehrenlaufnarr. Die Laudatio auf den Geehrten hielt der einzige weitere noch lebende Ehrenlaufnarr, der Stockacher Altbürgermeister Franz Ziwey. Er hob hervor, von Frank Hämmerle als neuem Ehrenlaufnarr sei er begeistert gewesen. Hämmerle selbst betonte: »Es macht gewaltig was her, wenn man im 669. Jahr nach Hans Kuony hier stehen kann und so geehrt wird. Das macht mich stolz.«

Umrahmt wurde die Dreikönigssitzung von einem Rahmenprogramm mit Musik der Hans-Kuony-Kapelle unter Leitung von Markus Fischer sowie von den Zimmerleuten, die das Kollegium herausforderten, den Namen des Narrenwirtshauses »Hotel zum Goldenen Ochsen« bei einer improvisierten »Spielshow« a la »Glücksrad« zu erraten. Thomas Warndorf stellte die von Iti Janz gestaltete Narrenbuchtitelseite in Vertretung der Künstlerin vor.

- Marius Lechler

Autor:

Redaktion aus Singen

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