»Karrieretag« am Stockacher Berufsschulzentrum mit geballten Informationen
Schüler sucht Job

  • Foto: Der »Karrieretag« lockte jede Menge Besucher an.swb-Bild: sw
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Stockach (sw). »Ein Praktikum kann helfen.« - »Danach kannst du auch studieren.« - »Ein wenig Ahnung von Technik sollte man schon haben.« An jeder Ecke gibt es Ratschläge, an jedem Stand gibt es Hilfe, jeder Teilnehmer gibt Tipps zu Ausbildung und Berufsfindung. Der »Karrieretag« hat zwar den »Berufsorientierungstag« als Klassiker unter den Ausbildungsbörsen abgelöst, doch die Kernkompetenz des »BOT« ging auf den »KAT« über - über 1.500 junge Menschen auf dem Weg zum beruflichen Wunschziel kompetent und praxisnah zu begleiten. Zum 23. Mal wurde die Berufsmesse am Stockacher Berufsschulzentrum (BSZ) organisiert, und über 70 Vertreter aus Betrieben, Unternehmen, Verbänden, Kammern und Gruppen stellten ihre Berufsfelder vor. Erstmalig waren auch neu acht Hochschulen und mehrere Institute dabei, die über Auslandsaufenthalte aufklären.

Somit bot der »Karrieretag« im berufskundlichen Gesamtpaket geballte Informationen. Infos zu sehr vielen Berufen. Aber nicht zu allen. Landrat könne man nicht aufgrund eines Besuches des »Karrieretags« werden, erklärte Landrat Frank Hämmerle beim Empfang für geladene Gäste, und der Kreischef outete sich dabei als jemand, dem sein Job immer noch Spaß mache, obwohl es Höhen und Tiefen geben würde. Er zitierte den Schriftsteller Paul Ernst, der gemeint habe, man müsse seine Arbeit so einrichten, dass sie möglichst viel Erfolg abwerfe. Arbeit müsse aber auch beglücken. Am besten, so Frank Hämmerle, der Idealzustand also, sei es, wenn die Arbeit glücklich mache und Erfolg bringe.

Dabei soll der »Karrieretag« beitragen, der nach Ansicht von Gotthard Reiner, dem Präsidenten der Handwerkskammer Konstanz, auch Werbung für eine Ausbildung im Handwerk mache. Und das sei auch gut so, denn die duale Ausbildung sei wichtig und würde viele Möglichkeiten bieten. Welche Möglichkeiten geboten werden, führte BSZ-Schüler Daniel Schweizer aus: Er sei Hauptschüler gewesen, habe dann die Wirtschaftsschule besucht, sei jetzt am Wirtschaftsgymnasium am Stockacher Berufsschulzentrum und habe sich am »Karrieretag« über Studienmöglichkeiten informieren können.

Diese Steilvorlage griff der CDU-Landtagsabgeordnete und Bürgermeister-Stellvertreter Wolfgang Reuther auf: Schweizer könnten in Deutschland Karriere machen, erklärte er mit Anspielung auf den Nachnamen des erfolgreichen Schülers. Doch das würde sich in Zukunft nach der viel diskutierten Abstimmung in der Schweiz schwieriger gestalten. Ernster geworden verweis der Christdemokrat darauf, dass Deutschland mit nur 2,6 Prozent Jugendarbeitslosigkeit im europäischen Vergleich sehr gut dastehe. Allerdings seien im letzten Jahr 5.000 Lehrstellen in Baden-Württemberg nicht besetzt worden. Daher sei es wichtig, immer wieder die Vorteile der dualen Ausbildung zu betonen.

Hans-Peter Storz, der SPD-Landtagsabgeordnete, verwies darauf, dass auch die Arbeitskräfte im Inland mobilisiert werden müssten. Die grün-rote Landesregierung habe seit der Machtübernahme in Baden-Württemberg eine Milliarde mehr für Bildung ausgegeben. Sie wolle sich auch für eine stärkere Lehrerzuweisung einsetzen, und auch die Berufsschulen würden dabei nicht vergessen.

Das hörte BSZ-Rektor Karl Beirer gern. Über ihn wurde nicht nur jede Menge Lob für die Organisation des »Karrieretags« verschüttet, nein, er hatte auch eine Würdigung erhalten. War von Thomas Hecht vom Regierungspräsidium Freiburg für sein 40-jähriges Dienstjubiläum gewürdigt worden. Dafür gibt es auch einen Tag Sonderurlaub, den der Umtriebige sowieso nicht nehmen wird. Doch, so Karl Beirer, diese Jubiläum sei so etwas wie eine »pädagogische Begnadigung« und eigentlich müsste er unter Denkmalschutz gestellt werden. Dafür ist der Mann aber viel zu aktiv-dynamisch.

Ebenso wie der »Karrieretag«, der in diesem Jahr sein Veranstaltungsgebiet ausgedehnt hatte. Neben Kreisturnhalle und Schulgebäude wurde auch die Mensa der Grund- und Werkrealschule genutzt. Und viele Besucher nutzten den Tag, um sich umfassend zu informieren. Es gab sogar ein berufliches »Schnell-Dating«. Normalerweise, so hatte Landrat Hämmerle gewitzelt, gebe es so etwas nur bei »Bauer sucht Kuh«. Will natürlich heißen »Bauer sucht Frau«. Doch für die Rubrik »Schüler sucht Job« hatte der »Karrieretag« jede Menge zu bieten.

- Simone Weiß

Autor:

Redaktion aus Singen

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