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Wafrös alemannische Dialektik vom 13. Oktober 2010

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Alle wo moned, dass mei Dialektik all zum lache und all luschtig sei muess, die sotted hüt etz glei ufhere mit läse, weil se it grad luschtig isch. I hon mer am Tag der Einheit die Jungfere-Red vum neie Bundespräsident aagloset. De Bundes-Chrischtian hot zum erschte mol als Präsident vu unserm Land gschwätzt und vill wared gschpannt druf, ob er's au räet macht, nochdem se wochelang anem rum gmäkelet hond, i de Zeitunge und bi de Parteie. Mer hot so s Gfihl ghet, sie hetted en Schuelerbue vor sich und it de erschte Bürger im Schtaat. Im Mäkele, im Meckere, im Kritisiere, do simer ganz gross, mir Deitsche. Guet, andere Völ-ker rings um uns rum und driber dusse, sind it besser, aber vill vu uns sind immer no dere Meinung, dass mir ebbes bsunders seied. Mir hot se gfalle, die Red. Des war ko Schaumschlägerei, er hot it uf de Putz ghaue und links und rechts Ohrfeige verteilt. Trotzdem hot'er so ziemlich alls uf de Tisch gleet, wa im wichtig war, au wan'en druckt hot. Er isch weder entgleist, no ischer i nebulose Regione entschwunde. S hot en känne jedes im Land verschtoh, die dobe und die dunde. Etz sott me jo mone, daß me ihm mol uf d Schulter klopft und ihm beschtätige dät, dass er sei Sach prima gmacht hot. Er isch jo au globt wore, aber sie hond au wieder ä Büschele Hoor i sinere Suppe gfunde und tagelang hots driber hin und her gschriebe, weil sichs am beschte regiert, wemmer ime andere i de Teller schpuckt. Iber om vu sine Sätz sind se her-gfalle und hond den Satz usenandgnumme, d Buechschtabe zellt, wieder zämmegsetzt und missverschtande und it verschtande und au it verschtande welle. Er hot nämlich gsagt: »Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.« Die Gäscht bi dere Feier in Bremen hond applaudiert, aber des hetted se it solle, weil se it iberlegt hond, wa de Präsident dodemit gmont hot. Vor allem i de CSU, aber au i de CDU hots rumoret und de Widerschtand gege den Satz und somit au gege die Red isch gwaxe. Mit dem Satz häb er ganz klar de Islam uf eine Schtufe mit Chrischtentum und Judentum gschtellt, des seied nämlich unsere Wurzle. (Gottseidank sind unsere Wurzle etz au no jüdisch. Me sott's nu it all im falsche Moment betone!) Ä klares Bekenntnis zu de chrischtliche Tradizion hot de Generalsekretär vu de CDU abglegt und äbe de Präsident het mit dem Satz de Islam »ganz klar auf eine Stufe mit Christentum und Judentum gestellt und das kann nicht sein!« Der CDU-Politiker, i will etz de Name it schriebe, hot vor luter Bolidik ko Ahnung me vu Religion. Nadierlich gilt de Islam mit de Chrischte und de Jude zu däne drei, wo de Abraham zum Schtammvadder hond. Wenn d Chrischte d Jude religiös fir voll nämed, wa hekschte Ziit war, no sotted se au de Islam fir voll näe, s bliibt ene nämlich nix anders ibrig. Dass mir Chrischte uns a de Muslim ä Beischpiel näme Kännted, wa ihre Frömmigkeit betrifft, sottemer au allmählich zuegäe. Mer kännted jo au mol weng iberlege, wie des mit däne chrischtliche Werte und Wurzle bi uns und z'Europa ussieht! Mer honds it emol gschafft, den Begriff GOTT i die europäische Verfassung nei z'bringe. Mer sott i unserne Schuele au ko Krüz ufhänge, mer freit sich i de Me-diewelt iber jeden Politiker, wo bim Eid »Gott« wäggloo hot. Tausende träted jedes Johr us de Großkirche us. D Kirche wäred leerer und leerer. 10% i de Schtädt heiliged ihren Sunntig no. A unserm atheistische Erbe vu däne Millione us de ehemalige DDR isch au ko Returbewegung zu erwarte, Wa isch denn i dem Land no chrischtlich? Viellicht unsere chrischtliche Parteie? Jo mit de Gosch, mit dem lächerliche uf sich ufmerksam mache welle, durch Gäggelesgschwätz iber die Red vum Christian Wulff. Dass sin Schlussatz gheisse hot, »Gott schütze Deutschland« do driber hot me nint ghört und nint gläse. Des isch typisch, aber fir mi war des ä Bekenntnis! Aller Reschpekt und Dankschön!

Wochenblatt Redakteur @: Walter Fröhlich

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