Migration, Vertreibung und Flucht
Das Jüdische Museum Gailingen bietet bemerkenswerte Einblicke in die Geschichte
- Zu zahlreichen interessanten Veranstaltungen lädt Muesumsleiterin Dr. Ina Appel noch in diesem Jahr in das Jüdische Museum Gailingen ein.
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Gailingen. Der Veranstaltungskalender des Jüdischen Museums Gailingen ist gefüllt mit interessanten Veranstaltungen: Führungen, Vorträge und Workshops bilden da nur einen Teil des Repertoirs. In den kommenden Wochen stehen noch drei besondere Termine an, über die Museumsleiterin Dr. Ina Appel informierte.
Das erste Highlight der verbliebenen Saison findet am Sonntag, 7. September, um 15 Uhr statt. Anlässlich des Tags der jüdischen Kultur hat das Museum die Künstlerin Regina Masuhr aus Diessenhofen eingeladen, die eine Butoh-Performance auf dem Museumsvorplatz präsentieren wird. An diesem Tag soll Brauchtum erlebbar gemacht werden, erklärt Ina Appel. Der Butoh ist ein Tanztheater, das seine Anfänge in Japan hat. Regina Masuhrs Darstellung orientiert sich dabei an der Lyrik von Hilde Domin und den Themen Migration und Flucht. Vor der Vorführung - gegen 14.30 Uhr - gibt es eine Einführung durch Museumsleiterin Appel in die Veranstaltung.
Dem Thema Migration widmet sich das Museum dann nochmal bei der Museumsnacht Hegau-Schaffhausen, die am Samstag, 20. September, stattfindet. Und wieder wird Regina Masuhr mit ihrem Butoh-Tanz mit dabei sein. Dieses mal wird sie sich an dem Wirken von Rose Ausländer orientieren.Mit Fragen wie "Was machen Menschen, die fliehen müssen?", "Was kann Trost geben?" und "Was bleibt, wenn alles andere verloren geht?". "Das nehmen wir in der Museumsnacht nochmal auf", kündigte Ina Appel an. "Die Performance", ist die Museumsleiterin überzeugt, "ist ein sehr attraktiver Zugang zur Geschichte." Sie sei ein Experiment und für alle Generationen interessant und deshalb etwas Besonderes.
Die dritte große Veranstaltungen des restlichen Jahres ist schließlich auf Mittwoch, 22 Oktober, terminiert. An diesem Tag jährt sich die Deportation von Gailingerinnen und Gailingern jüdischen Glaubens zum 85. Mal. Mit der Detailpanung ist Museumsleiterin Appel nocht nicht ganz fertig. Doch konnte sie schon verraten, dass sie eine Installation in der Mikwe plant.Dabei wird sie von den Künstlerinnen Andrea Dietz und Kerstin Weiland unterstützt. "Es geht darum, die Einzelschicksale zu zeigen", sagt Ina Appel. "Es ist ein aktuelles Thema, dass die Menschen auch umtreibt." Die Installation wird dann bis Ende Februar zu sehen sein, bevor sie von einer Wanderausstellung über die Deportationen in Baden abgelöst wird.
Autor:Tobias Lange aus Singen |