- Anzeige -

Festival-Freunde trotzen dem Wetter

Seefestival Blechfieber
Mit Techno, Hip Hop, Blues und Old School Rap ließen es die Headliner Moop Mama mit Frontmann Keno Langbein (Rapper, Gesang) beim Seefestival in Radolfzell richtig krachen. swb-Bild: hz

»Moop Mama & friends« begeistern Radolfzell

Radolfzell. Nach traumhaftem Wetter zum Auftakt des 2. Radolfzeller Seefestivals war der zweite Festivaltag durchwachsener. Der Stimmung der Blasmusikfreunde tat dies jedoch keinen Abbruch. Experimentelle Volksmusik sowie ein moderner Brass Sound rund um  Sänger Stefan Schabert (Rapper, Posaunist Komponist und Texter) der Band »Die Brasserie«  bildeten den furiosen Auftakt am Festivalsonntag.  Die zehn Musiker aus dem Raum Friedrichshafen gelten seit ihrer Gründung in 2011 als neue Brass- Ära im hochgelobten Schwabenland.

Bereits beim ersten Seefestival war die Formation mit von der Partie und beim Wiedersehen am Konzertsegel erlebte die Festival Szene ihren ersten Höhepunkt. Das zweite Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Es folgte »handgemachter Blassmusikirrsinn« aus Radolfzell. Die Rede ist von der Performance der Lokalmatadoren und Stimmungskanonen der Froschenkapelle. Die Dauerbrenner der Brassband Szene feierten großartige Erfolge beim: »Brass Wiesn Festival« und beim: »Woodstock der Blasmusik«. Man hatte den Eindruck die Band legte noch einen Zahn zu und versetzte die Festivalbesucher in perfekte Feierlaune. Danach gab es »Quetschn-Synthi Pop« mit der österreichischen Band »Folkshilfe« und die österreichische Mundart Formation »Granada« aus Graz präsentierte energiegeladen, wahnwitzig und vielfältig Pop, Indie Folk, Raggae und Punk.

Der Hauptakt freilich waren die Headliner »Moop Mama«. Die zehnköpfige Brassband aus München wurde 2009 auf Initiative des Saxophonisten Marcus Kesselbauer gegründet. Die Formation um Frontmann Keno Langbein (Rapper, Gesang) machte sich einen Namen mit zahlreichen, kurzen unangekündigten  Konzerte im öffentlichen Raum wie Fußgängerzonen und Stadtparks. Nach eigenen Aussagen beabsichtigen die Musiker mit ihren Konzerten die Zurückeroberung des öffentlichen Raums. So protestierten sie zum Beispiel im September 2018 mit einem spontanen  Konzert im Hambacher Forst gegen die Abholzung durch RWE.  Heute sind Moop Mama auf den Festivalbühnen in gesamten europäischen Raum zu Hause. Mit den »Sportfreunden Stiller« tourten sie bei der »New York, Rio, Rosenheim Tournee«. Ihr drittes Album »M.O.O.P Topie« promoteten sie mit einer Fahrradtour durch Deutschland. Mit Trap, Techno, Hip Hop, Blues, Old School Rap (natürlich mit Blasinstrumenten) und einer fantastischen Bühnenshow  ließ es die Band beim Seefestival richtig krachen. Selbst die nicht vorhergesehen technischen Pannen mit dem Funkmikrophon ließ Frontmann Langbein mit coolen Sprüchen und professioneller Gelassenheit geschickt in die Show einfließen.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn