BCS verhandelt über Stellenabbau
Noch Chancen für 400 BCS-Leute?

BCS | Foto: BCS verhandelt laut angaben der IG-Metall über den Abbau von rund 400 Stellen bis August 2023 am Standort Radolfzell. swb-Bild: dh
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Radolfzell. Knapp 800 Beschäftigte hat die Firma BCS, vormals »ZF TRW« aktuell am Standort Radolfzell. Rund die Hälfte von Ihnen könnte in absehbarer Zeit um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, wie nun bekannt wurde. Denn bereits Ende April habe die Geschäftsleitung ein Überarbeitetes Restrukturierungskonzept vorgestellt, welches unter anderem vorsieht, dass bis August 2023 ein Personalabbau stattfindet. Demnach sollen am ende noch rund 340 Beschäftigte am Standort des weltweit tätigen Unternehmens übrig bleiben, geht aus einem Flugblatt vor, welches die IG Metall verteilt hat.

Dagegen regt sich erheblicher Widerstand. »Das Vorgelegte Konzept bietet keinerlei Perspektiven für die restlichen Arbeitnehmer«, betont Gewerkschaftssekretär Thorsten Schlicht im Gespräch mit dem Wochenblatt und betont: »Das ist nicht tragbar«. Aktuell sei man in Verhandlungen mit der Geschäftsleitung, macht Schlicht deutlich. »Derzeit wird mit Hochdruck an einem neuen Konzept gearbeitet. Ich habe auch das Gefühl, dass BCS auf uns zukommen will«, zeigt er sich optimistisch. Letztendlich gehe es darum so viele Entlassungen zu verhindern wie möglich.

Der Vorwurf der Gewerkschaft lautet, dass sich die Geschäftsleitung, Anstatt eine Entwicklung in Radolfzell hin zu einem Kompetenzzentrum aufzuzeigen, auf die Verlagerung etlicher Produkte und Tätigkeiten in kostengünstigere Länder konzentriere. Der Blick sei ausschließlich auf ein Produkt gerichtet. Von Neuprodukten sei keine Rede, geschweige denn von einer tragfähigen Zukunft, heißt es in dem Flugblatt, das dem WOCHENBLATT vorliegt. Auch Thorsten Schlicht betont: »Wir brauchen neue Produkte, mit denen die Zukunft am Standort Radolfzell gesichert werden kann.«

Mit der Corona-Krise habe die Restrukturierung indes nur sekundär etwas zu tun, erklärt Schlicht. Die grundsätzlichen Pläne habe es schon vorher gegeben. Bereits im letzten September habe es einen entsprechenden Vorstoß der Geschäftsleitung gegeben. Nach den ersten Plänen damals hätte ein Personalabbau bis Ende 2025 auf ca. 490 Beschäftigte erfolgen sollen. Durch Corona habe sich dies noch auf die oben genannten Zahlen verschärft, erläutert Schlicht.

Auf Nachfrage des WOCHENBLATTs äußerte sich die Pressestelle des Unternehmens wie folgt »„Wir bestätigen, dass Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat, der IG Metall und BCS stattfinden. Deren Gegenstand sind Maßnahmen, die den Standort Radolfzell betreffen – stark beeinflusst von der signifikanten Abschwächung des Automobilmarktes und weiter verschärft durch COVID-19. Aktuell kann BCS keine weiteren Details über den Verhandlungsstatus geben, wird dies aber tun, sobald ein Verhandlungsergebnis erzielt wurde. Die Geschäftsführung und der Betriebsrat informieren die Belegschaft regelmäßig über den Verhandlungsstand. Kernthema ist zurzeit die strategische Ausrichtung und Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Radolfzell.«

- Dominique Hahn

Autor:

Redaktion aus Singen

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