Weitertwicklung für die nächsten 40 Jahre wird damit ermöglicht
Nach 10 Jahren fertig: Der neue Bebauungsplan zur Zukunft der Uni Konstanz

Bebauungsplan Uni KN
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  • Foto: Der neue Bebauungsplan der Universität Konstanz ist nach zehn Jahren fertig geworden. swb-Bild: Stadt Konstanz
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Konstanz. Der Gemeinderat der Stadt Konstanz hat in seiner Sitzung am Donnerstag die Änderung des Bebauungsplans der Universität Konstanz beschlossen. Dies eröffnet der Universität langfristige bauliche Entwicklungsperspektiven für die kommenden 40 Jahre, das Verfahren war 2011 gestartet worden. Parallel dazu unterzeichneten die Stadt Konstanz, das Land Baden-Württemberg und die Universität Konstanz einen städtebaulichen Vertrag. Darin vereinbaren sie Grundlagen und Ziele bei der baulichen Weiterentwicklung der Universität in den Bereichen Natur- und Artenschutz, Mobilität und Verkehr, so die Mitteilung der Uni Konstanz.

„Der Beschluss des neuen Bebauungsplans läutet eine neue Ära für die Universität Konstanz ein. Wir werden den gewonnenen Raum vorausschauend und mit nachhaltigem Konzept nutzen, um eine gut aufgestellte, moderne Forschung und Lehre in den kommenden Jahrzehnten zu gewährleisten“, spricht Prof. Dr. Katharina Holzinger, Rektorin der Universität Konstanz. „Raumknappheit war in den vergangenen Jahrzehnten ein spürbarer limitierender Faktor für die Forschung und Lehre der Universität. Unser Campus war ursprünglich für 3.000 Studierende bemessen, wird inzwischen aber von 11.000 Studierenden und über 2.000 Beschäftigten genutzt. Mein Dank gilt der Stadt Konstanz, die mit dem Beschluss des neuen Bebauungsplans ein deutliches Ja zum Wissenschaftsstandort Konstanz signalisiert.“

Drei Bauabschnitte

Aktuell umfasst der Campus eine Nutzfläche von rund 120.000 Quadratmetern. Bis zum Jahr 2060 wurde ein zusätzlicher Flächenbedarf von 55.000 Quadratmetern ermittelt, das entspricht einer Ausweitung um etwa die Hälfte des bestehenden Campus. Die bauliche Erweiterung der Universität ist insbesondere im Westen des Campus vorgesehen, überwiegend auf bereits versiegeltem Boden. Hierfür wurde im Zuge des Bebauungsplanverfahrens ein sogenannter Masterplan (städtebauliches Entwicklungskonzept) entwickelt, der drei Bauabschnitte bis 2060 vorsieht: Der erste Bauabschnitt ist für den Bereich um das Werkstattgebäude W geplant. Der zweite Bauabschnitt ist auf der Fläche des Parkplatzes Nord vorgesehen. Für den dritten Bauabschnitt ist das Areal des Parkhauses Süd vorgesehen. Weiteres Entwicklungspotenzial besteht in Richtung des Heizwerkes.

Das Bebauungsplanverfahren im Überblick

Der ursprüngliche Bebauungsplan der Universität Konstanz stammt aus dem Jahr 1969. Das damals ausgewiesene Baufenster ist nahezu vollständig ausgeschöpft und lässt keine weiteren baulichen Entwicklungen zu. 2011 beschloss die Stadt Konstanz daher die Änderung des Bebauungsplans und nahm das Planungsverfahren auf. Umfangreiche Untersuchungen zum Naturschutz unter Beteiligung der Naturschutzverbände bildeten die Grundlage des Verfahrens. Auf dieser Basis wurde 2017 schließlich der Masterplan erarbeitet. 2019 erfolgte seitens der Stadt Konstanz ein erneuter Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans. Darin wurde der Geltungsbereich im Nordwesten (Bereich beim Heizwerk und dem Botanischer Garten) erweitert sowie der Parkplatz entlang der L 219 herausgenommen. Der Satzungsbeschluss des geänderten Bebauungsplans erfolgte nun am 27. Januar 2022 durch den Konstanzer Gemeinderat. „Der heutige Beschluss ist ein Meilenstein in unserer Stadtgeschichte“, resümierte Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn im Rahmen der Gemeinderatssitzung.
„Das Bebauungsplanverfahren wurde von der Stadt Konstanz, dem Landesbetrieb Vermögen und Bau und der Universität Konstanz Seite an Seite vorangetragen, mit einem gemeinsamen Ziel und einer gemeinsamen Vision. Für diese enge Zusammenarbeit bedanke ich mich im Namen der ganzen Universität“, erklärt Jens Apitz, Kanzler der Universität Konstanz.

Städtebaulicher Vertrag

Ergänzend zum Bebauungsplan unterzeichneten die Stadt Konstanz, das Land Baden-Württemberg und die Universität Konstanz am 26. Januar 2022 einen städtebaulichen Vertrag zur baulichen Weiterentwicklung der Universität. Hierin legen sie die Grundlagen für die kommenden Baumaßnahmen in den Bereichen Natur- und Artenschutz, Mobilität und Verkehr fest. Die gemeinsame Mobilitätsstrategie zielt dabei „auf eine konsequente und nachhaltige Stärkung des Umweltverbundes durch Förderung des Rad- und Fußverkehrs sowie des öffentlichen Nahverkehrs“. Als Grundlage hierfür wurde 2020 von R-T Verkehrsplanung ein Mobilitätskonzept für die Universität erstellt, ein verkehrstechnisches Gutachten zum Mobilitätsverhalten, Stellplatzbedarf und mit Empfehlungen für ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement auf dem Campus.

Aktuelle Bauprojekte

Das jüngste Bauprojekt der Universität wurde im vergangenen Jahr an der Nordseite des Campus abgeschlossen: Im Herbst 2021 wurde das Forschungsgebäude ZT an die Universität übergeben. In diesem Gebäude befindet sich das „Centre for Visual Computing of Collectives“ (VCC), ein Spitzenforschungszentrum zu Themen der Schwarmintelligenz und des kollektiven Verhaltens mit weltweit einzigartiger Technologie.
Voraussichtlich bis 2025 wird an der Hauptzufahrt der Universität das Seminar-, Hörsaal- und Bürogebäude X errichtet. Dieses Gebäude bietet Ersatzflächen, um die Sanierung bestehender Universitätsgebäude zu ermöglichen. Ein bauliches Schwerpunktprojekt der kommenden Jahre wird der Bau des Forum Konstanz sein, eines der universitären Schlüsselprojekte im Rahmen der Exzellenzstrategie. Das Forum Konstanz ist ein Zentrum des Austauschs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und bildet ein neues „Tor zur Universität“. Vorbereitende Baumaßnahmen für das Forum Konstanz und für das Gebäude X finden bereits in diesem Jahr statt.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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