Bessere Orientierung auf rund 860 Kilometer
Der Landkreis startet den großen Ausbau des Radwegenetzes

Der erste Knotenpunkt steht nun in Radolfzell. Weitere, sowie Wegweiser mit Plaketten und Karten werden ab Mitte/Ende Juli im ganzen Landkreis aufgestellt sein. Die Projektplaner freuen sich auf das neue System. Von links: Tom Nave, Planungsbüro Via eG, Radolfzellsoberbürgermeister Simon Gröger, Landrat Zeno Danner und Orsingen-Nenzingens Bürgermeister sowie VorstVorsitzender des Regio Konstanz-Bodensee-Hegau, Stefan Keil. | Foto: Sebastian Ridder
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  • Der erste Knotenpunkt steht nun in Radolfzell. Weitere, sowie Wegweiser mit Plaketten und Karten werden ab Mitte/Ende Juli im ganzen Landkreis aufgestellt sein. Die Projektplaner freuen sich auf das neue System. Von links: Tom Nave, Planungsbüro Via eG, Radolfzellsoberbürgermeister Simon Gröger, Landrat Zeno Danner und Orsingen-Nenzingens Bürgermeister sowie VorstVorsitzender des Regio Konstanz-Bodensee-Hegau, Stefan Keil.
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Radolfzell. Zahlen und grüne Schilder führen Radfahrer demnächst anstelle von Himmelsrichtungen und Wegbeschreibungen durch den Landkreis Konstanz. Das Landratsamt und der Verein Regio Konstanz-Bodensee-Hegau haben nämlich die einheitliche Beschilderung des Radwegenetzes am 10. Juni in Radolfzell begonnen. Obendrein kommt, dass sogennante Knotenpunkte im ganzen Landkreis aufgestellt werden, die eine Orientiertung wie bei einem Raster ermöglichen. Bereits Mitte/Ende Juli soll der ganze Landkreis bestückt sein.

200 Knotenpunkte nach niederländischem System

860 Kilometer umfasst das Radnetzwerk des Landkreises Konstanz. Wie Landrat Zeno Danner bei dem Start der Radwegebeschilderung erläutert, werden in eineinhalb Monaten dort nun 200 Knotenpunkte sowie 1600 Wegweiser und 3000 Routen- und Knotenpunktplaketten aufgestellt. Der Landkreis plante laut Danner seit drei Jahren eine einheitliche Beschilderung des Radwegenetzes im Landkreis, wobei die Idee eingebracht wurde, sogenannte Knotenpunkte nach Vorbild eines niederländischen Systems zur Orientierung aufzustellen. Neben dem Radwegenetz werden dabei alternative Radwege, Radfernwege, neue RadgenussRouten und Straßen angezeigt. Bereits vor dem symbolischen Start der Beschilderung in Radolfzell seien bereits 573 neue Pfosten und 1.334 Wegweiser für das Radwegenetz aufgestellt worden. "Da steckt viel Arbeit dahinter", so Danner. 

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Die Radwegweiser werden mit grünen Zeichen auf weißem Hintergrund und die Knotenpunkte mit weißen Zeichen auf grünem Hintergrund auf Schildern angebracht. Während die Radwegweiser Orte und Entfernungen anzeigen, bieten die Knotenpunkte eine zusätzliche Orientierung. So können Beispielsweise Routen nun genauer über die einzelnen Punkte, die teils mehrfach pro Ort verteilt sind, befahren werden. So können Routen in Zukunft anstelle von Ortsmerkmalen oder Städten demnächst in Zahlen angegeben werden. Neben den Orten auf den Wegweisern werden auch die umliegenden Knotenpunkte auf kleinen Plaketten unter den Wegweisern angezeigt. Die Fernradwege haben wiederum rote Plaketten und die RadgenussRouten blaue. Letztere sind neun Roundrouten und ein Streckenradweg, die landschaftlichen Höhepunkte der Region auf besonders schönen Radwegen hervorheben. "Ich halte das für eine gute Idee", so Landrat Zeno Danner zu der Beschilderung.

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Baden-Württemberg übernimmt rund 300.000 Euro der Kosten

Bei den Knotenpunkten sind in der Regel auch immer Karten angebracht, die die nähere Umgebung anzeigen und wo welche Knotenpunkte über welche Wege weiterführen. An 20 besonders stark frequentierten Punkten werden sogar große Karten des ganzen Landkreises aufgestellt, erläutert Tom Nave vom beauftragten Planungsbüro VIA eG. In ein, zwei Fällen soll es aber laut Nave auch vorkommen, dass keine Karten an Knotenpunkten aufgrund des Platzes aufgehängt werden konnten. Zum Abschluss der Beschilderung werden laut der Geschäftsführerin des REGIO Konstanz-Bodensee-Hegau e.V., Hannah Hirt, aber auch Karten im Internet zur Verfügung stehen, die über die Seiten des Landkreises und des Vereins oder über QR-Codes an den Knotenpunkten aufgerufen werden können. Darüber hinaus werde es aber auch analoge Faltkarten bei den Touristinfos im Landkreis Konstanz geben.

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Da sich auch Radstrecken des Landes Baden-Württembergs im Landkreis Konstanz befinden, hat sich auch das Bundesland an dem Projekt beteiligt, wie Zeno Danner erläutert. Das Land fördert 50 Prozent der Projektkosten sowie die Kosten für die Montage und das Material auf den Strecken des Radnetzes Baden-Württemberg. Das macht im Landkreis Konstanz 290 Kilometer Radweg aus. Laut Zeno Danner übernimmt das Land Baden-Württemberg damit insgesamt etwa Zwei-Drittel der Gesamtkosten. Die liegen bei rund 436.000 Euro. Den Rest übernehmen die Kommunen und der Landkreis. In den umliegenden Landkreisen gibt es das System bisher nur im Schwarzwald-Baar-Kreis laut Danner.

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Der Landrat freue sich bereits, wenn Anwohner und Touristen im Landkreis ab Juli das Radwegenetz ausprobieren und testen. Er sei zudem auch dankbar für jegliche Meldungen für möglicherweise  ausgelassene Schilder oder Mängel, die auch bei nur teilweise vorhandenen Schildern über QR-Codes angegeben werden können.

Autor:

Sebastian Ridder aus Konstanz

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