1200 Jahre Radolfzell
Eine erste Bilanz des Jubiläumsjahres
- In den kommenden Monaten findet das Radolfzeller Stadtjubiläum sein Ende. Doch zahlreiche Highlights zeigen, dass es ein Jubiläum von allen für alle war.
- Foto: Achim Holzmann, Uwe Johnen. Collage: Aune Wohlfarth
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Radolfzell. „Die Highlights sind jetzt durch“, attestiert Bürgermeisterin Monika Laule zum Jubiläumsjahr 1200 Jahre Radolfzell. Was mit dem Neujahrsempfang am 11. Januar begann und nun bereits neun Monate andauerte, findet in den kommenden Monaten sein Ende: Ein Radolfzeller Jubiläum von allen, für alle. Zeit für die Stadtverwaltung, eine erste Bilanz zu ziehen.
Was am 22. September in Kürze den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Bildung und Soziales berichtet wurde, gab es vorab etwas ausführlicher für Vertreter der Presse zu hören. Dabei wiederholte Monika Laule die beiden Ziele, an denen sie das Stadtjubiläum messe: Die Stadtgeschichte lebendig an alle Altersgruppen zu vermitteln und die Identifikation der Bürger zur Stadt zu stärken. So viel vorab: Aus Sicht der Bürgermeisterin seien beide Ziele erreicht worden. Das Jubiläum habe die Stadt „bewegt und verändert“. Außerdem habe sich „das Miteinander verbessert“.
Vorgestellt wurde der Rückblick in weiten Teilen von Nina Herzog, Leiterin des Projekts Jubiläum. Bei sehr vielen Programmpunkte lautete ihr Fazit, „gut besucht“, „fast“ oder gleich „komplett ausverkauft. Das DämmerShoppen sowie die Nacht der Radolfzeller Unternehmen reloaded im Mai stellten die Wirtschaft der Region ins Schaufenster. „Es waren sehr viele Besucher da“, erinnert sich die Projektleiterin an die Nacht der Unternehmen. „Das ein oder andere Unternehmen konnte durch diesen Abend Fachkräfte gewinnen.“ Einen großen Teil des Programms zum Jubeljahr machten Bürgerprojekte aus: 22 an der Zahl spickten den Kalender, mehrheitlich in den Sommermonaten. 100.000 Euro wurden für diese aus dem Budget zur Verfügung gestellt.
Ebenfalls tatkräftig beim Jubiläum beteiligt war das Stadtmuseum. Unter den Projekten, welche von Jacqueline Berl vorgestellt wurden, fanden sich auch solche, die Radolfzell erhalten bleiben: Die Zeitfensterstelen etwa, mit Bildern der Firma Pragmadesign aus Konstanz. Diese bieten einen Blick auf die Vergangenheit der Stadt und zugleich den Blick auf die gleiche Stelle aus heutiger Sicht.
Unwetter trüben Stimmung
Einzig die Party „1.200 km/h – Rado feiert“ wurde durch ein Unwetter vorzeitig abgebrochen. Unter der drückenden Hitze wiederum litten hauptsächlich die Highlight-Abende beim Marktplatzsommer zwischen dem 26. Juni und dem 13. Juli, darunter das Marktplatzkonzert und die drei Aufführungen des Freilichttheaters. Die Programmpunkte seien laut Nina Herzog zwar gut besucht gewesen, aber „es war einfach viel zu heiß in diesen drei Wochen“.
Brandaktuell ging Herzog noch auf das Jubiläumswochenende ein, welches am 12. und 13. September stattfand. „Das war für uns alle ein Highlight“, schließt sie aus vielen positiven Rückmeldungen. „An dem Wochenende war für jeden was dabei.“
„Es ist ein Großteil geschafft“, sagte auch Erik Hörenberg, Kulturamtsleiter in Radolfzell. Doch das Jahr hat noch drei Monate, mit einigen Veranstaltungen. Als „offiziellen Abschluss“ bezeichnete Erik Hörenberg das Konzert „Klingendes Münster“ am 12. Dezember in Kooperation mit der Musikhochschule Trossingen. Das Programm werde zweimal, um 17.30 Uhr und um 19.30 Uhr, gespielt.
Musik habe das Jubiläum der Musikstadt begleitet, meinte Bürgermeisterin Monika Laule: „Das gehört zu Radolfzell, ist Radolfzell.“ Weiter berichtete sie, man werde das festgelegte Gesamtbudget von 1,1 Millionen Euro einhalten, 450.000 Euro davon seien aus Unternehmens-Sponsorings geflossen. Laule berichtete weiter: „Die Rückmeldungen, die wir bekommen, sind durchweg positiv.“ Ihr seien lediglich einzelne Beschwerden über die Lautstärke bekannt. „Das erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit.“ Gerade, da das Jubiläumsprogramm für seine Kosten und seine Länge über das gesamte Jahr 2026 kritisiert worden sei.
Doch gerade im Ausschuss am 22. September wurde trotz der früheren Diskussionen um das Budget deutlich, dass das Stadtjubiläum von den Gemeinderäten überwiegend positiv bewertet wird. Auch Markus Zähringer, Fraktionsvorsitzender der SPD, sprach sich für das Stadtjubiläum aus. Er habe die Veranstaltungen als sehr niederschwelliges und bürgerfreundliches Angebot empfunden. Gerade die Bürgerprojekte hätten bürgerschaftliches Engagement angestoßen und für zusätzlichen Schwung in der Stadtgesellschaft gesorgt. Auch Bernhard Diehl äußerte sich positiv zum Stadtjubiläum. Er betonte, dass das Jubiläum im Gemeinderat anfangs für „heiße Diskussionen“ über das Budget gesorgt habe. Dennoch sei es über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommen worden. Den entstandenen Schwung gelte es nun für die Stadtgesellschaft mitzunehmen.
Für Laule steht fest: „Es war richtig es so zu machen, wie wir es gemacht haben.“ Gerade das Engagement der Bürger habe das Stadtjubiläum ausgemacht. Das Jubiläum werde in Erinnerung bleiben, so die Bürgermeisterin. „Das ist wichtig in diesen schwierigen politischen Zeiten.“
Autor:Anja Kurz aus Engen |