Viktoria-Streit geht in nächste Runde
Jetzt soll Bebauungsplan für ganzes Quartier für städebauliche Einheit sorgen

Der Anblick der Ruine des ehemaligen Hotels Viktoria am Radolfzeller Bahnhof als ein „Portal" für die Altstadt wird nach den jüngsten Beschlüssen des Radolfzeller Gemeinderats wohl noch eine ganze Weile erhalten bleiben.
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  • Der Anblick der Ruine des ehemaligen Hotels Viktoria am Radolfzeller Bahnhof als ein „Portal" für die Altstadt wird nach den jüngsten Beschlüssen des Radolfzeller Gemeinderats wohl noch eine ganze Weile erhalten bleiben.
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Radolfzell. Einstimmig hat der Radolfzeller Gemeinderat mit 21 Stimmen in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, keinen Widerspruch gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg bezüglich eines Bauvorbescheids für einen Neubau auf dem Grundstück der Ruine des einstigen Hotels Viktoria am Busbahnhof einzulegen. Und mehr noch: auf Vorschlag der CDU wurde in der Sitzung festgelegt, dass nun für das ganze Quartier ein Bebauungsplan erstellt werden soll, der die bauliche Entwicklung dort regelt. Für das Quartier steht in der nächsten Sitzung des Gestaltungsbeirats da bereits ein nächster Neubau am Seetorplatz auf der Tagesordnung. 

Der Gemeinderat folgte bei seiner Entscheidung einem Antrag der „Freien Grünen Liste", der das Urteil als „Klatsche" gegen den Bauvorbescheid sah, wie Siegfried Lehmann von der FGL in seinem Antrag das nannte. Von der FGL kam auch schon vor Jahren zu Beginn der Planungen für einen Neubau nach dem Brand von 2016 die Forderung nach einem Bebauungsplan zumindest für den „Grünen Winkel" zwischen Bahnhofstraße und dem denkmalgeschützten Pulverturm, der nun aber bis zum Seetorplatz erweitert worden war.
Das Verwaltungsgericht hatte den Klägern, die Nachbarn des geplanten Neubaus sind, stattgegeben und den dort geplanten Neubau, der auf den Grundmauern des alten Hotels entstehen sollte, in der Urteilsbegründung als erdrückend für die umliegende Bebauung angesehen. Auch der Gestaltungsbeirat hatte bei der Behandlung der Anfrage schon eine Reduzierung des Baukörpers angeregt, um hier Sichtverbindungen der dahinterliegenden Baureihe der Seestraße zum See zu erhalten.
Investor Bernhard Bihler sagte dem Wochenblatt, dass er nach Absprache mit seinen Anwälten Berufung gegen das im März verhängte Urteil einlegen wolle. „Das Urteil ist schwach in seiner Begründung und ich sehe hier gute Chancen, dass die Berufung angenommen wird", sagte Bihler. Auf der anderen Seite begrüßt er aber auch die Aufstellung eines Bebauungsplans, denn nach fast sechs Jahren Arbeit für das Neubauprojekt sei es einfach auch an der Zeit, auf dem Grundstück endlich ins Baurecht zu kommen. Klar ist allen freilich, dass durch einen Bebauungsplan nochmals viel Zeit ins Land gehen werde. Bernhard Bihler hat nach seinen Angaben das Projekt inzwischen aus seiner GmbH herausgenommen und in eine GbR „Station 11" umgewandelt.

Der Anblick der Ruine des ehemaligen Hotels Viktoria am Radolfzeller Bahnhof als ein „Portal" für die Altstadt wird nach den jüngsten Beschlüssen des Radolfzeller Gemeinderats wohl noch eine ganze Weile erhalten bleiben.
In einer ausführlichen Dokumentation wurde im Radolfzeller Gemeinderat auch die Dimension eines Neubaus vorgestellt, für den auch der Gestaltungsbeirat eine Reduktion (schwarze Linien) vorgeschlagen hatte.
Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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