Großprojekt soll zukünftig offen für Mieter sein
Landkreis eröffnet neue Geflüchtetenunterkunft für 56 Bewohner

Links: Eröffnen die Verantwortlichen; Stefan Basel, Sozialdezernent, Sebastian Frick, Dezernent für Verwaltung und Digitalisierung, Landrat Zeno Danner, Oberbürgermeister Simon Gröger, Andrea Gnädinger, Leiterin des Amtes für Migration und Integration und Karin Seidl, Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudemanagement, die Unterkunft. Rechts: Ein Blick auf das durch Treppen miteinander verbundene Gebäude.  | Foto: Sebastian Ridder
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  • Links: Eröffnen die Verantwortlichen; Stefan Basel, Sozialdezernent, Sebastian Frick, Dezernent für Verwaltung und Digitalisierung, Landrat Zeno Danner, Oberbürgermeister Simon Gröger, Andrea Gnädinger, Leiterin des Amtes für Migration und Integration und Karin Seidl, Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudemanagement, die Unterkunft. Rechts: Ein Blick auf das durch Treppen miteinander verbundene Gebäude.
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Radolfzell. Die Ausstattung ähnelt zwar eher einer Jugendherberge, doch bei der neuen Gemeinschaftsunterkunft in Radolfzell soll es sich auch um zukünftige Wohnungen für den Radolfzeller Wohnungsmarkt handeln. Der Landkreis hat bei dem Abschluss seines Unterbringungskonzepts in der Kasernenstraße nämlich gleich an die Zukunft gedacht. Bei der kürzlichen Eröffnung der Letzten von drei Unterkünften zeigte der Architekt, Rolf Timmermann, das Konzept. Landrat Zeno Danner stellte den Komplex mit guten Nachrichten vor.

Platz für 56 Menschen - in der Zeit und unter den Kosten

Drei Gemeinschaftsunterkünfte, ein denkmalgeschütztes Offizierskasino, Grünflächen und ein Spielplatz - das ist der nun abgeschlossene Wohnkomplex in der Kasernenstraße in Radolfzell. Nach etwa eineinhalb Jahren Bauzeit ist jetzt auch die letzte Unterkunft mit Platz für 56 Menschen in neun etwa 80 Qaudratmeter Wohnungen fertig. "Wir sind in der Zeit", sagte Zeno Danner. Insgesamt gibt es jetzt Wohnraum für etwa 260 Menschen auf dem Komplex. Die neue Unterkunft besteht überwiegend aus Dreizimmerwohnungen, die über Laubengänge und Treppen miteinander verbunden sind. Darüber hinaus gibt es jeweils zwei Bäder, eine Küche sowie Edelstahlmöbel und Waschmaschinen. Im Offizierkasino befindet sich die Verwaltung der Unterkünfte zusammen mit weiteren Wohnungen. 

Foto: Sebastian Ridder

Der Umbau des Komplexes startete bereits 2017. Im Jahr 2019 wurde der erste Neubau abgeschlossen, 2022 der zweite. Die Planungen dazu starteten aber laut der Leiterin des Amtes für Migration und Integration, Andrea Gnädiger, bereits mit den ersten großen Geflüchtetenwellen im Jahr 2015. Parallel zu den Gebäuden wurde unter anderem auch ein Spielplatz angelegt. Die Gesamtkosten für das Projekt werden laut ihr in der nächsten Sitzung des Bauausschusses im Landratsamt am 12. Oktober vorgestellt. Die nun abgeschlossene dritte Unterkunft liege bei rund 3,6 Millionen Euro. Eine ebenfalls gute Nachricht, die Danner verkünden konnte: "Wir bleiben vermutlich unter den geplanten Kosten."



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Ist absehbar, wann die Unterkünfte auch für Mieter nutzbar sind?

Die Wohnungen sollen vorerst primär für Geflüchtete bereitgestellt werden. Vorerst, weil die Unterbringungen nachhaltig nach massiver Ziegelbauweise sowie mit PV-Anlagen und einem Solarkollektor gebaut wurden und so bei sinkenden Zahlen von Geflüchteten auch für Mieter zur Verfügung gestellt werden könnten und sollen. "Die Zahlen gehen deutlich runter", sagte Zeno Danner. Doch wie Radolfzells Oberbürgermeister Simon Gröger betonte, sei die letzte Eröffnung im Jahr des Überfalls Russlands auf die Ukraine gewesen. Ein Ende sei laut ihm nicht in Sicht - im Gegenteil, so Gröger. 

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Derzeit sind 137 Bewohner in den Unterkünften, wie die Heimleiterin Martina Misol erklärt. Die Zahl der Untergebrachten schwanke laut ihr zwar stetig, doch einen Langzeittrend gebe es hier nicht wirklich. Laut Andrea Gnädiger sei aktuell anhand der Geflüchtetenzahlen nicht abzusehen, wann die Unterkünfte für Mieter genutzt werden könnten, da unvorhergesehene Ereignisse und anhaltende Krisen und Kriege weiterhin für Fluchtgründe sorgen. "Das ist ein Blick in die Glaskugel", so Gnädiger.

Ob nun aber als weiterer Wohnraum für die Stadt oder als Gemeinschaftsunterkunft, Simon Gröger ist stolz auf das abgeschlossene Projekt. Seine Stadt habe als drittgrößte im Landkreis eine Verantwortung, die auch bisher mit einer beeindruckenden Anzahl an privaten Unterbringungen aber auch städtischen geleistet wurde. "Das klappt hier sehr gut", so Gröger. Im Angesichts des Krieges in der Ukraine und internationaler Krisen sei es umso wichtiger eine solche Infrastruktur bereitzustellen.

Autor:

Sebastian Ridder aus Konstanz

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